Lotus lies 1977/78 mit den Typen Lotus 78 und Lotus 79 seinen Rennwagen Schürzen wachsen. Der Aerodynamiker Peter Wright setzte beim Bau der Fahrzeuge auf den negativen Bodeneffekt. Seitliche Dichtleisten und ein speziell gestalteter Unterboden sorgen unter den fahrenden Rennwagen für ein Vakuum. Bei gleichem Luftwiderstand verdreifacht das den Anpressdruck. Die Kurvengeschwindigkeiten der Rennwagen explodierten förmlich, womit die Rundenzeiten der Wing Cars dramatisch sanken.

Wie immer im Rennsport wurde diese Idee sofort kopiert. Innerhalb kurzer Zeit fuhren alle wichtigen Formel 1 Teams mit einem Wing Car. Auch in den kleineren Klassen blieb diese Entwicklung nicht unbeobachtet. Eric Broadley und Lola stellten 1979 mit dem Lola T760 ein Wing Car für die Formula Atlantic vor. Die Formula Atlantic entstand Ende der 1960er-Jahre in Nordamerika. Technisch zwischen der Formel 3 und Formel 2 angesiedelt, war die Serie für Fahrer und Hersteller gleichermaßen lukrativ.

Denn in Amerika wurden für Starts in der Formula Atlantic immer satte Antrittsgagen und Preisgelder bezahlt. Das lockte regelmäßig europäische Piloten wie Keke Rosberg, James Hunt, Derek Bell oder Riccardo Patrese über den großen Teich. Gleichzeitig bot die Formula Atlantic Rennwagenherstellern wie March, Ralt, Chevron oder Lola einen zusätzlichen Absatzmarkt für ihre Fahrzeuge. Zumal zeitweilig auch in Großbritannien eine Formula Atlantic Meisterschaft existierte.

Der Lola T760 entstand 1979. Damit kopierte Eric Broadley das Wing-Car-Konzept relativ früh. Trotzdem blieb der T760 hinter den Erwartungen zurück. Überliefert ist ein Sieg beim Saisonauftakt zur britischen Formula Atlantic Meisterschaft in Mallory Park. Der Ire Alo Lawler gewann mit dem Lola T760 ein Regenrennen auf seiner Heimstrecke. Drei Wochen später wurde Lawler in Thruxton Zweiter. Trotz dieser Erfolge fand Lola-Chef Eric Broadley keinen Kunden, der den Lola T760 in Amerika einsetzten wollte.

Alo Lawler konnte nach dem guten Saisonstart die Frühform nicht halten und mit dem Lola T760 keine weiteren Spitzenplätze erzielen. Nach einem Jahr reichte der Ire seinen Lola T760 daher an Geoff Byman weiter, der das Einzelstück noch bis 1983 in der britischen Formula Atlantic Meisterschaft einsetzte. Während Lawler im Ralt zweimal zur Meisterschaft fuhr, belegte Bemann mit dem Lola regelmäßig Plätze im hinteren Starterfeld.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Lola T760

Lola T760 der Formel Atlantic im Rennen um den ADAC Graf Berghe von Trips Pokal beim Preis der Stadt Stuttgart 2014 auf dem Hockenheimring.

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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