Das Auktionshaus RM Sotheby’s versteigert Ende November in Abu Dhabi ein echtes Highlight für Film- und Auto-Freude. Denn der angebotene Jaguar C-X75 hatte im James-Bond-Film Spectre seinen großen Auftritt. Was wenige wissen, der Supersportwagen hätte eigentlich auf die Straße kommen sollen.

Vor gut vier Jahren kam „James Bond 007: Spectre“ in unsere Kinos. Im bisher letzten Kino-Film rund um den im Wattenscheid geborenen Geheimagenten, steuerte Bond-Darsteller Daniel Craig natürlich einen Aston Martin DB10. Am Steuer dieses Fahrzeugs lieferte sich Bond in Rom eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit Mister Hinx von der Spectre-Organisation. Der Dave Bautista gespielte Hinx bewegte dabei am Tiber einen seltenen Jaguar C-X75.

Das passt zum Jaguar-Motto „good to be bad“. Unter diesem Hashtag bewarb der britische Autobauer vor einigen Jahren in den USA für seine Fahrzeuge. Insofern hatten die Verantwortlichen bei Jaguar auch kein Problem mit dem Einsatz des Jaguar C-X75 als Gefährt eines Bond-Gegenspielers. Zumal der mit dem Auftritt endlich die Aufmerksamkeit fand, die dem Sportwagen zuvor verwehrt blieb.

Jaguar C-X75 als Star auf dem Pariser Autosalon 2010!

Denn eigentlich wollte Jaguar den C-X75 auf die Straße bringen. Premiere feierte das Hypercar bereits 2010 auf dem Pariser Autosalon. Mit dem ungewöhnlichen Hybrid-Sportwagen begleitete Jaguar das 75. Firmenjubiläum. Schon vier Radnabenmotoren wirkten vor neun Jahren relativ futuristisch. Dabei baute bereits 1897 Ferdinand Porsche Elektromotoren in die Naben der Felgen ein.

Jaguar C-X75
Der Jaguar C-X75, den Jaguar 2010 in Paris präsentierte, war ein Elektroauto. Doch geplante die Serienumsetzung scheiterte. (Foto: Jaguar)

Im Jaguar C-X75 glänzten die vier Motoren mit einer Leistung von 778 PS und einem maximalen Drehmoment von 2.139 Newtonmetern. Die Lithium-Ionen-Akkumulatoren-Batterie des C-X75 speichern 15 kWh, was für eine Reichweite von rund 110 Kilometern reichen sollte. Weshalb Jaguar dem Sportwagen zwei Mikrogasturbinen als Reichweitenverlängerer spendierte. Die mit Diesel befeuerten Turbinen erzeugen Strom, um die Batterie nachzuladen.

Gut neun Monate nach der Premiere gab Jaguar bekannt, eine Straßenversion des Sportwagens zu planen. Bei ihr sollte ein aufgeladener Ottomotor an die Stelle der Gasturbinen treten. Zudem verzichtete Jaguar beim geplanten Serienmodell auf die Radnabenmotoren. Stattdessen gab es je einen Elektromotor pro Achse. In Zusammenarbeit mit Williams F1’s Advanced Engineering, einem Ableger des Formel-1-Teams von Frank Williams sollten 250 Exemplare entstehen.

Comeback im Film!

Im Dezember 2012 stellte Jaguar das Projekt ein. Jaguar rechnete mit einem Nettopreis rund einer Million Euro pro Stück. Den Managern fehlte der Glaube, bei diesem Preis 250 zahlende Kunden zu finden. Kurz nach der Einstellung des Projekts feierte der C-X75 eine Auferstehung. Denn für die Dreharbeiten zu „James Bond 007: Spectre“ entstanden sieben weitere Fahrzeuge. Sie haben aber mit dem ursprünglichen Fahrzeug nur die äußere Form gemeinsam.

Jaguar C-X75 Heckansicht
Statt des Serienmodells entstanden sieben Exemplare für die Dreharbeiten von „James Bond 007: Spectre“. (Foto: Amy Shore © 2019 Courtesy of RM Sotheby’s)

Unter dem Kleid der Karosserie steckt im Fall der Filmautos ein solider Gitterrohrrahmen. Den Antrieb der fünf fahrfähigen Autos übernimmt ein modifizierter V8-Motor aus dem Jaguar F-Type. Das Trockensumpf-Aggregat leistet 492 PS. Beim Fahrwerk vertrauten die Entwickler auf Komponenten der Rallye-Version des Porsche 911 GT3 Cup sowie eine AP-Bremsanlage. Die Kraft des Motors fließt über ein sequentielles Getriebe und die Hinterräder auf die Straße.

Nur bei den beiden Standmodellen, die für Aufnahmen des Fahrers entstanden, verfügen über ein vollständig ausgestattetes Cockpit. Die Stuntmodelle verfügen nur über Attrappen. Nach und nach tauchen die Filmfahrzeuge jetzt auf dem Markt auf. Denn bereits vor gut einem Jahr bot ein Händler in Großbritannien eines der Filmfahrzeuge an. Am 30. November versteigert RM Sotheby’s ein weiteres Filmfahrzeug.

Die Versteigerung in Abu Dhabi wird spektakulär!

Der Schätzpreis des nicht straßentauglichen Autos liegt bei 800.000 bis 1.200.000 US-Dollar. Das angebotene Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 2015.001 führte Felipe Massa vor der Film-Premiere im Rahmenprogramm des Gran Premio de México auf der Strecke aus. Später zeigte Jaguar den Filmstar bei ausgewählten Veranstaltungen in Großbritannien. Nach einer umfangreichen Inspektion bei Williams Advanced Engineering versteigert RM Sotheby’s den Kinostar jetzt.

Wobei die erste Auktion von RM Sotheby’s im Mittleren Osten spektakulär wird. Denn die Versteigerung findet am Vorabend des Saisonfinales der Formel-1-Weltmeisterschaft in der Boxengasse des Yas Marina Circuit statt. Neben dem Jaguar C-X75 versteigert RM Sotheby’s ausgewählte Grand-Prix-Rennwagen sowie Sportwagen. Weitere Informationen zur RM Sotheby’s Abu Dhabi Auktion gibt es unter rmsothebys.com.

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