Toyota stellt den Roboter Kirobo Mini vor. Der kleine Roboter soll seine Besitzer im Alltag begleiten und emotional unterstützen. In einem Alltag, zu dem auch das Autofahren gehört. Für mich ist dies das Überflüssigste, was ich seit Langem gesehen habe.

Karaokebars in denen radebrechende Besucher englischsprachige Lieder vergewaltigen. SB-Automaten zum Verkauf gebrauchter Unterhosen. Dazu die Vision einer Armada von Pflegerobotern, an der Unternehmen im Land der untergehenden Sonne mit Begeisterung arbeiten. Kurzum, Japaner sind uns Europäern in ihrem Verhalten oft fremd und müssen verdammt einsam sein.

Toyota stellt den Roboter Kirobo Mini vor

Das weiß offensichtlich auch die japanische Autoindustrie. Toyota präsentiert daher jetzt den Roboter Kirobo Mini. Der knuddelige Roboter misst im Sitzen gerade einmal zehn Zentimeter. Damit passt Kirobo Mini problemlos auf die Handfläche und lässt sich überall hin mitnehmen.

Das ist beabsichtigt. Denn seine Entwickler verstehen den kleinen Kirobo als ständigen Begleiter und Kommunikationspartner. Während eines Gesprächs blickt das umgerechnet 350 Euro teure Spielzeug sein menschliches Gegenüber an und beteiligt sich auch aktiv an der Konversation.

Mit Hilfe seiner integrierten Kamera wertet Kirobo den Gesichtsausdruck seines Gesprächspartners aus. Wobei Kirobo allerdings die Hilfe einer externen Smartphone-App benötigt. Dort lagert der zugegebenermaßen süße Kerl umfangreiche Berechnungen aus, um sein Verhalten an den emotionalen Zustand seines Besitzers anzupassen.

Kirobo als Besserwisser auf dem Beifahrersitz

Im Auto sammelt Kirobo auch Fahrzeugdaten und baut sie in die Kommunikation mit dem Fahrer ein. Kirobo kann seinen Begleiter für energiesparende Fahrweise loben oder auf längeren Fahrten aufmuntern. Bei abrupten Bremsmanövern oder gefährlichen Überholvorgängen kann Kirobo auch sein Missfallen zum Ausdruck bringen.

Versuche, das Autofahren mit Technik zu limitieren, gibt es immer wieder. Ford bietet Autoschlüssel, die bestimmte Funktionen für den Nachwuchs limitieren. Aber eine quäkende Handtasche, die mein Fahrverhalten kommentiert, hat mir gerade noch gefehlt. Ich halte solche Begleiter für völlig überflüssig und kann in ihnen absolut keinen Nutzen erkennen.

Im Gegenteil, Spielzeuge bei der Autofahrt sind gefährlich! Denn sie sind geeignet, vom Treiben auf der Straße abzulenken. Und nicht ohne Grund klebte früher im Schulbus immer eine Plakette mit der Aufschrift „Nicht mit dem Fahrer sprechen.“ Inzwischen muss es wohl heißen: „Nicht mit dem Roboter sprechen!“

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