Insgesamt 24.700 Zuschauer strömten am vergangenen Wochenende zur „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ auf dem Hockenheimring. Ihnen wurde ein Bilderbuch-Wochenende mit Motorsport zum Anfassen geboten. Bei strahlendem Sonnenschein jagte ein Highlight das andere. Insgesamt standen zehn Rennserien und vier Präsentationsläufe auf dem spannenden Programm.

Gleich neun Formelrennserien waren am Hockenheimring zu Gast. Den historischen Motorsport vertraten die „Historic Formula One“ für Formel 1 Fahrzeuge der Baujahre 1966 bis 1985, ihre kleine Schwester „Historic Formula 2 Championship“ (1967 bis 1978), die „FIA Lurani Trophy“ für die Rennwagen der Formel Junior (1958 bis 1963) sowie ein Präsentationslauf von mehr als 50 Formel V-Boliden und die rund 40 Fahrzeuge der Rennvereinigung „Race History on Track“. Diese Fahrervereinigung präsentierte in zwei Demoläufen Formel-Rennwagen aus mehr als 60 Jahren Rennsportgeschichte. Die Spanne der Fahrzeuge reichte dabei von Vorkriegsrennwagen wie dem Alfa P3 aus dem Jahr 1936 bis zum relativ modernen Formel 1 Rennwagen Arrows A22 von 2001.

Panoz DP01 aus der US-Champcar Serie
Panoz DP01 aus der US-Champcar Serie

Ebenfalls in Hockenheim zu Gast waren die Formelfahrzeuge der „BossGP“. Hier traten Formelfahrzeuge der späten 80er, 90er und 00er Jahre zum Rennen an. Highlight des Felds war neben einem Panoz DP01 der leider nicht mehr existierenden Champcar-Rennserie der von Nick Wirth entworfende Benetton B197. Mit den Startern der „NEC Formula Renault 2.0“, der „LO formel lista junior“ und der „AvD Interserie“ hatten die Veranstalter außerdem drei Formelrennserien des modernen Motorsports engagiert.

Das Jubiläum „40 Jahre Interserie“ gehörte für Sportwagenfreunde zu den Highlights des Wochenendes auf dem Hockenheimring. Die Interserie wurde 1970 als Gegenstück zu der in den USA so beliebten „CanAm-Serie“ als Serie für Sport-Prototypen aus der Taufe gehoben. Zur Hockenheim Historic organisierte die Solitude GmbH mit dem „Interserie Revival“ Demonstrationsläufe dieser faszinierenden Boliden.

Dabei drehte zum Beispiel auch der Interserie-Sieger von 1970, Jürgen Neuhaus, nochmals aktiv am Lenkrad. Das Kremer Racing-Team stellte dem 70-jährigen einen Sportprototyp mit Porsche 956-Triebwerk zur Verfügung. Helmut Bross, Interserie-Sieger von 1977, fuhr einen Brackley LM 3000C, einen Gruppe C-Renner aus dem Jahr 1988. Die Gruppe C-Fahrzeuge waren die letzte Gattung Rennsportwagen, welche um die Interserie-Meisterschaft fuhren. Heute werden unter dem Namen „AvD Interserie/Austria Formel 3 Cup“ Meisterschaftsläufe überwiegend mit Formelrennwagen ausgetragen.

Porsche 908 Baujahr 1968
Porsche 908 Baujahr 1968 im „Interserie Revival“

Doch im „Interserie Revival“ lies man die gute alte Zeit wiederaufleben, als die Interserie die europäische Sportwagen-Serie war. Allein vier Porsche 917 und vier Porsche 908 traten zum Revivial an, teilweise waren die Fahrzeuge mit Stars aus den Gründungstagen der Interserie wie zum Beispiel David Piper oder Kurt Ahrens besetzt. Da dieser am gestrigen Montag seinen 70. Geburtstag feierte, wurde Kurt Ahrens im Rahmen der „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“ übrigens – wie die Interserie – mit einer Ehrenparade geehrt. Am Sonntag-Mittag führten die Veranstalter ein Feld zusammen, das aus den Fahrzeugmodellen bestand, die der sympathische Braunschweiger in seiner Rennkarriere bewegt hat.

Die absoluten Publikumslieblinge waren übrigens auch an diesem Wochenende wieder die Fahrzeuge im „Kampf der Zwerge“. Hier kämpften Fahrzeuge mit kleinem Hubraum wie die schnellen Mini Cooper und die schönen Abarth in zwei Läufen um die Positionen auf der Strecke. Dieses Magazin hat bereits direkt auch Hockenheim gesondert von den beiden Läufen der Zwergentruppe in Wort [1,2] und Bild berichtet. Abgerundet wurde das interessante Rennwochenende durch den „Orwell SuperSportsCup“ sowie den gemeinsamen Auftritt des „Yokohama FHR Langstreckencups“ und der „Classic Trophy“.

Boxenscene bei der Hockenheim Historic
Boxenscene bei der Hockenheim Historic
(Foto: Axel Mitter)

Bei allen Serien und Präsentationsläufen konnten die Zuschauer in den Boxen hautnah am Geschehen dabei sein und den Mechanikern bei größeren und kleineren Reparaturen über die Schulter schauen. Ebenfalls gut besucht war das Clubareal an der Mercedes-Tribüne. Die Fahrzeuge, die hier zu Gast waren, hatten in den Mittagspausen und am Samstagabend die Möglichkeit, den Hockenheimring zu befahren. Dabei demonstrierten ihre Besitzer mit Freude Schmuckstücke vom Schlage eines BMW M1, einer Chevrolet Corvette oder eines Ford Mustang auf der Rennstrecke.

Unter Federführung von Professor James Kelly prämierten 30 Studenten der Designschule Pforzheim die schönsten Rennwagen – übrigens völlig unabhängig vom Fahrzeugwert oder einer Platzierung bei den Rennen. Bei Formelrennwagen gewann der Maserati 250 F aus dem Jahr 1957, den sein Besitzer Dr. Klaus Lehr im Rahmen der „Race History on Track“ ausführte. Mit einem Porsche 907 Kurzheck aus dem Jahr 1967 brachte Hans Peter Richrath den schönsten Rennsportwagen in Hockenheim an den Start.

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