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Saab wird aufgelöst – eine Legende ist am Ende

Die Bemühungen von General Motors (GM), seine schwedische Tochter Saab als Ganzes zu verkaufen, sind gescheitert. Saab wird aufgelöst. Die 4.000 verbliebenen Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Denn ihre Produktionsanlagen stehen in Kürze in China. GM verkaufte die Rechte an den aktuellen SAAB-Modellen an einen chinesischen Staatskonzern.

Ich kann mich noch gut an die IAA 2003 in Frankfurt erinnern. Der „Ursaab“ am Opel-Stand wirkte damals auf mich wie ein Fremdkörper. Hier schmückte sich jemand mit falschen Federn. Wie beim peinlichen Bestreben von BMW, den Mini als Teil der eigenen Firmengeschichte zu präsentieren, gilt auch hier: Tradition kannst Du nicht kaufen! Inzwischen sehen das wohl auch die Manager in Detroit anders. Denn es war ein offenes Geheimnis, dass sie sich von SAAB trennen möchten.

Das war schwieriger, als erwartet. Die großen europäischen Hersteller verneinten von vornherein jedes Interesse an der Marke aus Trollhättan. Automobile Leichtgewichte witterten eine Chance, Die Sportwagenhersteller Koenigsegg und Spyker Car träumten von der Übernahme. Doch realistisch betrachtet können sich diese Firmen die marode GM-Tochter, die seit 1989 stets Verluste einfuhr, gar nicht leisten. Jetzt sah auch General Motors die Sinnlosigkeit seines Unterfangens ein.

Saab wird aufgelöst – BAIC aus China übernimmt die Reste

Die „Saab Automobile AB“, die 1947 als Pkw-Sparte der Svenska Aeroplan Aktiebolaget (woraus später das Akronym „Saab“ entstand) anfing, geht in die Liquidation. General Motors betont, dass die Abwicklung in verantwortlicher und geregelter Weise erfolgen soll. Man werde, so GM, die Ersatzteilversorgung sicherstellen und für Garantieleistungen einstehen. Trotzdem verloren mit der Auflösung mehr als 4000 Mitarbeiter ihre Jobs. Denn neue Autos sollen in Trollhättan nicht mehr vom Band laufen.

Bereits Anfang der Woche verkaufte Saab die Rechte und die Technologie der Modellreihen 9-5 und 9-3 an den chinesischen Autokonzern BAIC. Der staatliche Konzern BAIC, der sich auch für eine Übernahme der General Motors Tochter Opel interessieren soll, erwarb dabei auch Teile der Produktionsanlagen. Nach dem Abbau, verschifft BAIC sie nach China verschifft. Das erinnert an das Ende des deutschen Zweiradherstellers Zündapp. Auch dessen Produktionsanlagen gingen 1984 nach China, um die chinesische Zweiradindustrie zu modernisieren. Scheinbar wiederholt sich das „Spiel“ jetzt im Autobereich.

2 Kommentare

  1. Naja, die neuen Saab sind ja nicht so der Knaller. Da ist zu viel Opel drin. Aber zum Glück bringt das die Chinesen auch nicht weiter 😉

  2. General Motors hat den Laden völlig kaputt gemacht. Früher waren das echt schöne Autos. Heute hat ein Saab doch keine eigene Identität mehr und geht glatt als Opel durch.

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