Zur Freunde des Publikums, denn bei den Läufen zum „Kampf der Zwerge“ erklingen von den Zuschauertribünen regelmäßig Sätze wie „Guck, den hatte ich auch mal“ oder „Damit hat die Oma mich früher zur Schule gebracht“. Und da die meisten der sportlichen Kleinwagen auf der Strecke heute fixer bewegt werden, als Oma das auf dem Schulweg konnte, begeistert der „Kampf der Zwerge“ auch sportlich.

Der Ursprung der schnellen Rennsportgemeinschaft „Kampf der Zwerge“ rund um Chef-Organisator Klaus Kleber reicht bereits 25 Jahre zurück. 1986 gründeten Freunde italienischer Kleinwagen mit der „Abarth Coppa Mille“ eine Motorsportserie, die für Zuschauer attraktiven Motorsport mit einem günstigen Kostenrahmen für die Teilnehmer verbinden sollte. Später schlossen sich auch die Teilnehmer der „British Car Trophy“ und der „NSU TT Trophy“ dieser Idee an. Der „Kampf der Zwerge für Tourenwagen bis 1300ccm“ war geboren, auch wenn die „Abarth Coppa Mille“, die „British Car Trophy“ und die „NSU TT Trophy“ bis heute als Klassenbezeichnungen im „Kampf der Zwerge“ weiterleben.

„Kampf der Zwerge“: Mehr als 25 Jahre auf der Strecke unterwegs

Beim „Kampf der Zwerge“ geht es grundsätzlich sehr freundschaftlich und familiär zu. Für die Teilnehmer steht bis heute der Spaß an Motorsport im Vordergrund. Verbissene Erfolgsstrategen sind hier absolut fehl am Platz. Da lässt der Meister der letzten Saison auch mal die Arbeit an seinem Wagen ruhen, wenn ein Neuling technische und moralische Unterstützung braucht. Es gehört zum guten Ton, sich tagsüber gegenseitig beim Schrauben zu helfen und abends gemeinsam zu feiern – und es dafür dann gemeinsam auf der Strecke richtig „brennen“ zu lassen.

Keimzelle „Abarth Coppa Mille“

Die Fahrzeuge von Carlo Abarth füllten einst in den 1960er und 1970er-Jahren ganze Starterfelder. Ihnen ist heute bis heute die „Abarth Coppa Mille“ gewidmet. Die meisten Teilnehmer dieser Wertungsgruppe vertrauen auf den Fiat-Abarth 850 TC oder den Fiat-Abarth 1000 TC. Dieser Rennwagen dominierte in den 1960er Jahren weltweit die damalige Gruppe 2. Ebenfalls beliebt ist der Autobianchi A112.

„best fun racing – Die British Car Trophy“

Obwohl in der Wertungsgruppe „British Car Trophy“ alle britischen Fahrzeuge vom Tourenwagen, über die GTs oder bis zum Sportwagen zugelassen sind, ist das Regelwerk der „British Car Trophy“ ausgeprägt auf den Mini ausgerichtet. Schließlich gewann der Mini gleich dreimal die Rallye Monte Carlo und fuhr auch auf der Rundstrecke zahlreiche Siege ein. Spätere Formel 1 Piloten, wie der dreifache Weltmeister Niki Lauda oder der fünffache Grand Prix Sieger Clay Regazzoni, bestritten ihre ersten Rennen am Steuer des legendären Briten. Heute rollen die Minis mit bis zu 130 PS an den Start. Mit kundiger Hand bewegt erreichen die Minis damit Rundenzeiten, die auch manch modernen Renner in Bedrängnis bringen würden.

Die Luftgekühlten der NSU TT Trophy

In der „NSU TT Trophy“, die seit 2002 als Partnerserie zum „Kampf der Zwerge“ gehört, treffen sich die Freunde des sportlichen NSU-Tretens. Damit bietet die „NSU TT Trophy“ Besitzern des Erfolgsmodells aus Neckarsulm mit der großen Tradition im Rennsport eine sportliche Heimat auf der Rundstrecke. Wie überall im „Kampf der Zwerge“ stehen auch in der „NSU TT Trophy“ Spaß und Sportlichkeit im Vordergrund. Diese Ausrichtung wird auch durch das Reglement dokumentiert, das teure Aufrüstungen, wie beispielsweise mit einer Benzineinspritzung konsequent ausschließt.

60 Rennwagen auf der Strecke – da kommt keine Langeweile auf

Seit knapp einem Jahrzehnt mischt die bunte Kampfgemeinschaft nun bereits gemeinsam die Strecken auf. Bei den Veranstaltungen ist man mit zu 60 Renntourenwagen auf den Strecken unterwegs. Damit bietet der „Kampf der Zwerge“ eines der größten Teilnehmerfelder des historischen Motorsports. Doch nicht nur die Quantität des Teilnehmerfeldes ist herausragend, auch die Qualität kann sich sehen lassen. Alle Fahrzeuge verfügen über einen vom DMSB bzw. der FIA ausgestellten Wagenpass (Gruppe H, CTC oder HTP) oder haben eine Straßenzulassung. Sie sind zudem mit modernen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet, zu der der vorgeschriebene Überrollkäfig ebenso wie zertifizierte Sitze und Sicherheitsgurte sowie ein Feuerlöscher gehören.

Pro Veranstaltung tritt der „Kampf der Zwerge“ in der Regel zu zwei Gleichmäßigkeitsprüfungen an. Und da es sich am Gleichmäßigsten – wie jeder Motorsportler weiß – am Limit fahren lässt, ist dabei allerbeste Motorsport-Unterhaltung garantiert. Alleine die Fülle der Fahrzeuge sorgt für viel Abwechselung. Niemand muss befürchten, dass beim „Kampf der Zwerge“ auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommen könnte. Denn überall im Feld werden die Kleinwagen am Limit bewegt, auch wenn die in den kleinen Rennern vorhandenen Motorleistungen heute von fast jedem Kompaktwagen auf dem Zuschauerparkplatz überboten werden. Zur besten Unterhaltung der Zuschauer wird die fehlende Leistung mit umso mehr Einsatz ausgeglichen. Dies gewährleistet den Teilnehmern großen Fahrspaß und fasziniert damit fast automatisch auch das Publikum.

Zu Gast auf aktuellen und ehemaligen Grand Prix Rennstrecken

Wie in den Vorjahren eröffnete der „Kampf der Zwerge“ seine Motorsportsaison 2011 mit einem Auftritt bei der „Hockenheim Historic – In Memory of Jim Clark“. Als die geballte Horde der Kleinwagen durch das Motodrom hetzte, schwelgten nicht nur Nostalgiker am Rande der badischen Formel 1 Strecke in Erinnerungen an längst vergangene Renntage.
Fortsetzung fand die Saison der Zwerge mit zwei Veranstaltungen in Belgien. Gemeinsam mit der „Youngtimer Trophy“ ging man zunächst Ende Mai in Zolder an den Start. Anschließend stand im Juli die legendäre Rennstrecke von Spa-Francorchamps auf dem Programm.

Übersicht der GLP – Gesamtsieger beim Kampf der Zwerge 2011

Hockenheim Hubert Nagl – Abarth 1000 TC
Zolder Hans van Beem – Steyr Puch 650 T
Spa-Francorchamps Roland Müller – NSU TT 
Osnabrück  Hubert Nagl – Abarth 1000 TC
Eifelrennen  Marco van den Broek – NSU TT
Westfalen Trophy Harald Peter – Steyr 650 TR

Weiter ging es beim Bergrennen in Osnabrück, das allerdings nicht in allen Wertungsgruppen Eingang in die Meisterschaftswertung fand, sodass nur vergleichsweise wenige Zwergentreter im August den „Uphöfener Berg“ hinaufstürmten.
Nach dem „Bergfest“ von Osnabrück folgten zum Abschluss noch zwei Veranstaltungen auf dem Nürburgring. Zunächst war der „Kampf der Zwerge“ beim „Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal“ des „Düsseldorfer Automobil- und Motorsport Club 05“ und dann bei der „ADAC Westfalen-Trophy“ des MSC Bork zu Gast.

Die Titelträger 2011

Für sie sportliche Qualität spricht, dass die Meisterschaftsentscheidungen in allen drei Wertungsgruppen „Abarth Coppa Mille“, „British Car Trophy“ und „NSU TT Trophy“ erst beim letzten Rennwochenende auf dem Nürburgring gefallen sind.

Sieger der Wertungsgruppen 2011

Thorsten Babon (Fiat 127), Sieger Abarth Coppa Mille 2011

Thorsten Babon (Fiat 127), Sieger Abarth Coppa Mille 2011

Marco Teuscher (Mini), Sieger British Car Trophy 2011

Marco Teuscher (Mini), Sieger British Car Trophy 2011

Roland Müller (NSU TT), Sieger NSU TT Trophy 2011

Roland Müller (NSU TT), Sieger NSU TT Trophy 2011

1 Comment

  1. Hi Tom, toller Artikel. Hast du super geschrieben . Vielen Dank und guten Rutsch !!

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