Wir haben bereits Februar und das Motorsportjahr kommt langsam in Schwung. Letztes Wochenende standen mit der Rallye Monte Carlo und den 24 Stunden von Daytona gleich zwei Klassiker an. An diesem Wochenende blickt die Motorsportwelt nach Barthurst. Im nächsten Monat rennt dann endlich auch wieder die Königsklasse. Mitte März findet in Australien der Saisonauftakt der Formel 1 statt. Dabei werden die Rennwagen von Sauber als Alfa Romeo Racing in der Startaufstellung stehen, wie die italienische Marke jetzt bekannt gab.

Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Übernahme des Teams durch Alfa Romeo. Alfa Romeo steigt „nur“ vom Titelsponsor zum Namensgeber auf. Die Unternehmen der Sauber-Gruppe gehören weiter ihren bisherigen Eigentümern. Die Sauber Motorsport AG, die das Formel-1-Team betreibt, hat sich in der sogenannten Bewerberlizenz „nur“ für den Teamnamen „Alfa Romeo Racing“ entschieden.

Eine Praxis, die im Motor in vielen Klassen üblich ist, um Sponsoren ins rechte Licht zu rücken. So rannte vor ein paar Jahren in Le Mans ein Oreca-Nissan aus Marketing-Gründen als Alpine. In der Formel 1 trat 2010 der britische Rennstall Manor Racing unter dem Namen Virgin Racing an. Doch das sind die Ausnahmen. Denn in der Regel bleibt bei diesen Konstruktionen der eigentliche Teamname irgendwie erhalten. Beispiele wie „Scuderia Ferrari Marlboro“ oder „Vodafone McLaren Mercedes“ gibt es massenweise.

Mal gucken, wie die Fans reagieren!

Ich bin mal gespannt, wie die Fans auf die Umbenennung der Rennaktivitäten von Sauber reagieren. Denn die Schweizer Truppe hat gerade im deutschsprachigen Raum viele treue Fans. Nach der Verkündung der Umbenennung äußerten einige bereits ihren Unmut darüber, dass der Name Sauber aus der Öffentlichkeit verschwindet. Den Fans von Alfa Romeo gefällt der Schritt sicher besser. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass die Marke mit dem vierblättrigen Kleeblatt ihr Quadrifoglio durch ein unabhängiges Team in der Formel 1 präsentiert.

Anfang der 1980er-Jahre kam das Werksteam Autodelta in der Königsklasse des Motorsports auf keinen grünen Zweig. Alfa Romeo übertrug das Formel-1-Engagement daher ab 1983 an Euroracing. Das Team von Gianpaolo Pavanello gewann zuvor für Alfa Romeo dreimal hintereinander die Formel-3-Europameisterschaft. Das überzeugte die Verantwortlichen des damals noch unabhängigen Autobauers davon, ihr Formel-1-Projekt in die Hände des unabhängigen Teams von Euroracing zu legen.

Anfangs hatte die Partnerschaft mit Euroracing sogar Erfolg!

Denn Alfa Romeo belegte 1983 mit 18 Punkten Platz sechs in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Andrea de Cesaris fuhr in Deutschland und in Südafrika sogar als Zweiter aus Podest. Doch schon 1984 holte Euroracing nur noch elf Punkte und fiel damit auf Platz acht der Konstrukteure zurück. Ein Jahr später bleibt das Team sogar punktlos. Alfa Romeo zieht daraufhin die Notbremse und lässt die Verträge mit Euroracing Ende 1985 auslaufen. Für Euroracing ist dies das Aus in der Königsklasse. Teamchef Pavanello findet kein Geld, um das Abenteuer Formel 1 fortzusetzen.

Motorsport-Fans wissen, nichts ist unendlich, Werke kommen und gehen! Irgendwann wird auch FIAT seine Marke Alfa Romeo vermutlich nicht mehr in der Formel präsentieren wollen. Wann das sein wird, ist bisher übrigens nicht öffentlich. In der Pressemitteilung spricht Alfa Romeo nur von einer mehrjährigen Partnerschaft. Informationen über eine Laufzeit des Vertrags fehlen. Doch ich bin sicher, dass es die gibt. Bleibt zu hoffen, dass dem Sauber Team dann das Schicksal von Euroracing erspart bleibt. 

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