Die Fahrt zur Arbeit ist, wenn man einen Zug des öffentlichen Personennahverkehrs nutzt, immer auch ein gutes Stimmungsbarometer. Man kann den Mitreisenden – frei nach Martin Luther – aufs Maul schauen. Heute belauschten die Nahverkehrshelden so wieder eine ganz besondere Weltsicht.

Schräg gegenüber der Nahverkehrshelden saßen zwei Frauen, die morgens regelmäßig zusammen unterwegs sind. Optisch geben die Beiden ein relativ seltsames Paar ab. Irgendwie kommt man, wenn man die beiden beobachtet, mit seinen Gedanken sehr schnell zu Dick und Doof.

Sofern die Zugauslastung es ermöglicht, setzen sich die Zwei immer auf gegenüberliegenden Plätzen hin. „Dick“ holt dann die Zeitung meist mit den sehr großen Buchstaben heraus, um diese sofort konzentriert zu lesen. „Doof“ liest dann offensichtlich die Rückseite dieser Zeitung und stößt mit zaghaften Kommentaren zum Inhalt immer wieder ein Gespräch an. Dieser Kommunikationswunsch wird allerdings meistens von „Dick“ nur recht einsilbig beantwortet. Nur in sehr seltenen Außnahmefällen läßt „Dick“ dann ihre Zeitung sinken, um seiner Reisepartnerin mit kräftiger Stimme die Welt zu erklären.

Heute war es wieder so weit!

„Doof“ hatte die Schweinegrippe angesprochen. Sie habe schon überlegt, lieber mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Doch dies würde ja ihr Mann benötigen. Deshalb habe sie den Gedanken wieder verworfen. Allerdings sei ihr in diesem Zug, der ja auch am Düsseldorfer Flughafen hält, wegen der Ansteckungsgefahr nicht ganz wohl.

„Dick“ riss die Zeitung herunter und brüllte: „So ein Quatsch! Da musst Du keine Angst haben. Hier kann nichts passieren!“ Während sich die Nahverkehrshelden noch fragten, ob die Dame dieses Wissen gerade aus der uns verborgenen Seite ihrer Zeitung bezogen hatte, setzte sie ihre Ausführungen fort.

„Ich habe mich auch schon mit der Schweinegrippe beschäftigt und deshalb die Schweineohren, die der Benny so gerne knabbert, weggeworfen. Ich will ja nicht, dass der Hund krank wird.“ erklärte sie ihrer Mitreisenden.„Ja, man kann nie wissen. Wann machst Du heute Feierabend?“ antwortete diese.

Doch „Doof“ hatte die Zeitung wieder hochgenommen und antwortete nicht. Und die Nahverkehrshelden fragen sich nun, was für ein Hund da auf seine geliebten Schweineohren verzichten muss.

1 Kommentar

  1. Alle FuYballvergleiche heiknn. Habe jahrelang den Kicker gelesen, ohne dass sich mein Spiel nennenswert verbessert hatte.Mit einer Prognose uber die Schach-Zeitung ware ich vorsichtig. Das ist sehr kostengunstig produziert und voller Werbung. Und hat einen gewissen Trash-Faktor.

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