Normalerweise pendeln die Nahverkehrshelden im Ruhrgebiet, um ihre Arbeitsstätten in Dortmund oder ihr zu Hause zu erreichen. Vor einigen Tagen bot eine Dienstreise nach Frankfurt, die einmal auch mit der Bahn absolviert wurde, Stoff für dieses Blog.

Die Reise begann mit einem Regional Express, der einen der Nahverkehrshelden pünktlich nach Düsseldorf brachte. Dort hatte er 10 Minuten Zeit, um den ICE nach Frankfurt zu erreichen. Das klappte auch ohne Probleme. Kaum den reservierten Sitzplatz eingenommen, setzte sich der Zug in Bewegung.

Schnell flog Leverkusen an den Fenstern vorbei. Als Geschwindigkeitsfan hatte unser Nahverkehrsheld stets einen Blick auf das Display, das die gefahrene Geschwindigkeit den Fahrgästen näherbringt. Kaum 20 Minuten später erreichten wir Köln. Da wird man doch traurig, dass der Transrapid wohl nie zum Metroradid werden darf und daher nur in Shanghai seinen Dienst verrichtet.

In Köln stoppte der Zug nur kurz am Bahnhof Deutz und beschleunigte anschließend schnell wieder auf die angestammte Reisegeschwindigkeit. So ging die Reise jedoch leider nur kurze Zeit weiter. Denn nach wenigen Minuten verringerte der ICE seine Geschwindkeit merklich. Das Tacho-Display pendelte sich auf 160 km/h ein. Das sollte also die berühmte Ausbaustrecke Köln Frankfurt sein?

Nach wenigen Minuten „Schleichfahrt“ offenbarten die Lautsprecher des ICE dann die Lösung. Man erklärte den Fahrgästen, dass das ICE-Team die Geschwindigkeit aus Sicherheitsgründen auf 160 km/h reduziert habe. Der Nahverkehrsheld überlegte, wie wohl im ICE-Team eine Entscheidungsfindung aussieht. Sollten bei der Bahn nach den Abgang von Hartmut Mehdorn jetzt Kollektive und Räte das Kommando übernommen haben?

Nach kurzer Überlegung erschien diese Gegenbewegung zu den Börsenplänen des Unternehmens Zufall dem Nahverkehrshelden dann doch unwahrscheinlich. Unvermittelt stoppte der Zug ganz. Man habe sich entschlossen, im Bahnhof Montabaur einen außerplanmäßigen Stopp einzulegen, um das Fahrzeug einer Sicherhetskontrolle zu unterziehen. Irgendwie beruhigend, wobei bei solchen Durchsagen immer der Gedanke mitschwingt, dass das Fahrzeug jetzt doch der Servierwagen ist, den die Schaffner nutzen, um den Gästen Kaffee zu reichen.

Warum sagen die nicht: „Uner Zug liegt heute komisch in der Kurve, wird machen einen Boxenstopp in Montabaur.“ Wobei dann die englische Übersetzung, an der sich die Servicekräfte der Bahn zunehmend versuchen, erst richtig komisch werden würde. In unserem Traum klang „Our Train is laying funny, so we make an Pitstopp at M.“ an unser Ohr vor.

Doch die Realität ist anders

Nach 20 Minuten Halt im Westerwald ging die Fahrt einfach weiter. Die Sicherheitsinspektion habe nichts ergeben – was immer das heißen mag. Deshalb gehe ich Fahrt jetzt mit Richtgeschwindigkeit nach Frankfurt weiter.

Fazit: Fast 45 Minuten für das Verspätungskonto und irgendwie nicht so das richtige Gefühl von Sicherheit.

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