Immer öfter geben auch bekannte Piloten der Gegenwart ein Stelldichein im historischen Motorsport. Dabei zeigen sie, zu welchen Leistungen historische Fahrzeuge fähig sind. Bei den Silverstone Classsics glänzte Nic Minassian mit einem Jaguar XJR-14.

Die Silverstone Classsics sind der absolute Hotspot des historischen Motorsports. Das Oldtimer-Festival auf der britischen Grand Prix Rennstrecke gilt als das größte seiner Art. Die Veranstalter verstehen es, ihr Festival mit besonderen Highlights von den anderen Meetings im historischen Motorsport abzuheben. Das lockt Teilnehmer aus aller Welt. Alle Fahrzeugklassen sind in Silverstone traditionell überdurchschnittlich gut besetzt.

Mir gefallen besonders die Sportprotypen der Gruppe C. Bei den Silverstone Classsics trat Sabine Schmitz mit einem Porsche 962 in dieser Kategorie an. Das langjährige Bewegen des BMW-Ring-Taxis hat die 44-Jährige aus der Eifel längst zu einer Nürburgring-Legende gemacht hat. Seit ihrem Auftritt in der britischen TV-Sendung Top Gear ist die Deutsche auch auf der Insel keine Unbekannte. Ein Umstand, den auch die Veranstalter der Silverstone Classsics im Vorfeld reichlich beworben haben.

Doch Sabine Schmitz war nicht der einzige Profi bei den Silverstone Classsics. Auch Sportwagen-Experte Nic Minassian trat im Rennen der Gruppe C an. Am Steuer des einzigen noch existierenden Jaguar XJR-14 gewann der Franzose das Rennen deutlich. Dabei setzte Minassian in Silverstone auch einen neuen Rundenrekord für historische Rennwagen. 1:36,712 Minuten benötigte Minassian für eine Runde auf dem 5,901 langen Silverstone Grand Prix Circuit. Minassian, der als Peugeot-Werksfahrer bereits zweimal bei den 24 Stunden von Le Mans auf das Podium fahren konnte, war dabei im Schnitt 197 km/h schnell.

Der Jaguar XJR-14, den Minassian in Silverstone bewegte, wurde 1991 von Ross Brawn für Jaguar entwickelt. Anders als seine Vorgänger, die mit echten Jaguar-Motoren unterwegs waren, wird der XJR-14 von einen 3,5 Liter Cosworth V8-Saugmotor aus der Formel 1 angetrieben. Teo Fabi wurde mit dem Jaguar XJR-14 1991 Sportwagen-Weltmeister. Der Rennwagen, den Nic Minassian in Silverstone fuhr, setzten 1991 Martin Brundle und Derek Warwick ein.

Insgesamt baute das Jaguar-Werksteam TWR des Schotten Tom Walkinshaw drei Jaguar XJR-14. Ein Fahrzeug wurde 1992 beim Warm up zum Rennen in Road America vollständig zerstört. Ein weiteres Chassis nutzte TWR 1994 beim Bau des Porsche WSC95 Spyder. Auch der von Nic Minassian genutzte Jaguar XJR-14 hatte 1992 einen Unfall. Das Fahrzeug wurde jedoch 2003 von TWR restauriert. Damit ist er heute der einzige noch verfügbare Jaguar XJR-14 – und immer noch sauschnell.

Ergebnisse bei den Silverstone Classics 2013

Balvenie Trophy for Historic Formula Ford

1) Callum Macleod (Merlyn Mk20): 9 Laps
2) Callum Grant (Merlyn Mk20a): +6.028
3) Sam Mitchell (Merlyn Mk20): +6.384

Royal Automobile Club Woodcote Trophy for Pre ’56 Sports Cars

1) John Pearson/Gary Pearson (Jaguar D-type): 23 Laps
2) John Young/Chris Ward (Jaguar C-type): +0.429
3) Andrew Smith/John Young (Cooper Jaguar T33): +9.055

Peter Arundell Trophy for Historic Formula Junior

1) Sam Wilson (Lotus 20/22): 9 Laps
2) Andrew Hibberd (Lotus 22): +2.590
3) Jonathan Milicevic (Cooper T59): +2.873

Royal Automobile Club Tourist Trophy for Historic Cars

1) Jackie Oliver/Gary Pearson (Ferrari 250 SWB): 18 Laps
2) Wolfgang Friedrichs/Simon Hadfield (Aston Martin DP212): +13.544
3) James Cottingham/Andrew Smith (Jaguar E-type): +15.158

Group C Endurance

1) Nicolas Minassian (Jaguar XJR14): 21 Laps
2) Gareth Evans (Mercedes C11): +1:48.191
3) Steve Tandy (Nissan R90CK): +1 Lap

Frolian Gonzalez Trophy for HGPCA Pre ’61 Grand Prix Cars

1) Julian Bronson (Scarab Offenhauser): 9 Laps
2) Tony Wood (Maserati TecMec): +1.487
3) Rod Jolley (Lister Jaguar Monzanapolis): +29.670

Super Touring Car Trophy
1) Frank Wrathall (Vauxhall Cavalier): 8 Laps
2) Stewart Whyte (Honda Accord): +6.214
3) Craig Davies (Ford RS500): +33.963

FIA Masters Historic Formula One
1) Michael Lyons (RAM Williams FW07): 10 Laps
2) Joaquin Folch (Brabham BT49C): +25.462
3) Steve Hartley (Arrows A4): +31.737

Trans-Atlantic Touring Car Trophy
1) Leo Voyazides (Ford Falcon): 8 Laps
2) Henry Mann (Ford Mustang): +16.324
3) Roger Wills (Mercury Comet Cyclone): +19.915

Jim Clark Trophy for HGPCA Pre ’66 Grand Prix Cars
1) Jason Minshaw (Brabham BT4): 9 Laps
2) Miles Griffiths (Cooper T51): +17.810
3) Jonathon Hughes (Cooper T53): +21.196

The Peter Gethin Trophy for Formula 5000 and Formula 2 Cars
1) Michael Lyons (Lola T400): 11 Laps
2) Lee Dwyer (March 782): +35.888
3) Mark Dwyer (March 742): +1:18.683

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