Der Unfall von Kimi Räikkönen macht mich nachdenklich. Silverstone ist eine großartige Anlage. Ich hatte bereits einige Male das Vergnügen, in Silverstone Rennen zu besuchen. Aber warum die im Jahr 2014 immer noch diese jämmerlichen Brücken haben, wird wohl immer das Geheimnis der Verantwortlichen bleiben.

Natürlich benötigt das Fahrerlager eine Zufahrt. Doch während alle anderen wichtigen Strecken heute untertunnelt sind, leisten sich die Briten immer noch zwei Brücken aus den Anfangstagen der Strecke. Selbst als vor vier Jahren die Streckenführung grundlegend geändert wurde, fand sich offensichtlich kein Geld, um die Brücken zu verbreitern.

Dabei ist der Unfall von Kimi Räikkönen nicht der erste schwere Unfall, der in Silverstone an einer der Brücken passiert. 1994 verunglückte Pedro Lamy beim Testen an einer der zwei Brücken schwer. Nach einem Defekt an seinem Lotus verlor der Portugiese die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Lotus brach beim Aufprall an der Engstelle in zwei Teile.

Die Brücke, die Lamy zum Verhängnis wurde, gehört nicht mehr zum aktuellen Streckenverlauf der Formel 1. Doch auf der alten Kurzanbindung, die 2010 in das Layout der Grand Prix Variante der Strecke integriert wurde, gibt es eine weitere Brücke. Unter ihr verengt sich die Auslaufzone deutlich. Ausgerechnet kurz vor dieser Engstelle verlor Kimi Räikkönen die Kontrolle über seinen Ferrari.

Bereits kurz vorher war dem Finnen die Straße ausgegangen. Untersteuernd verlies der Ferrari die Strecke. Dank der großzügigen Asphaltflächen kein Problem. Doch bei der Rückkehr auf die Strecke nebelte eine Bodenwelle den Ferrari aus. Der Rennwagen bog spontan nach rechts ab. Dabei wäre Kimi Räikkönen der mangelnde Auslauf fast zum Verhängnis geworden.

Denn wegen der Brücke sind die Auslaufzonen an dieser Stelle kaum ein Fahrzeug breit. Fast senkrecht schlug der Ferrari in die Leitschienen ein, um von diesen zurückgeworfen zu werden. Fast wie ein Flummi prallte der Finne mit seinem Ferrari zwischen beiden Leitplanken hin und her. Nur die Geistesgegenwart von Felipe Massa verhinderte wohl (noch) Schlimmeres. Denn der Brasilianer zwang seinen Williams in einen Dreher. Damit vermied Massa, in den stark beschädigten Ferrari von Kimi Räikkönen zu knallen.

Nach dem Unfall wurde der Finne in Medical Center an der Strecke eingeliefert. Das Team sprach davon, dass Räikkönen eine Prellung am Sprunggelenk erlitten habe. Die Verzögerung habe bei 47 G gelegen. Angesichts dieses Werts, ist der Unfall mit einer Knöchelprellung vergleichsweise glimpflich ausgegangen. Trotz der blöden Brücken.

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