Mit einem Portrait des Briten Stirling Moss setzen wir heute unsere Serie „Formel-1-Legenden“ fort. Mit 16 Siegen bei Formel-1-Rennen gilt der Brite als der beste Formel-1-Fahrer, der nie Fahrer-Weltmeister werden konnte.

Stirling Crauford Moss wurde am 17. September 1929 in London als Sohn motorsportbegeisterter Eltern geboren. Seine Mutter Aileen nahm erfolgreich an Geländewettbewerben teil. Sein Vater Alfred, eigentlich Zahnarzt bestritt unter anderem das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis. Kein Wunder, dass der junge Moss ebenfalls im Motorsport aktiv wurde. Mit einem Cooper ging er ab 1948 zunächst in der Formel 3 an den Start. Nur ein Jahr später konnte Moss die ersten internationalen Rennen gewinnen. Angetrieben von einem 500-cm³-Motorradmotor trieb er seien trocken ca. 250 kg schweren Monoposto in Zandvoort und am Gardasee zum Sieg.

Das Debüt in der Formel 1 folgt schnell

Bereits mit 21 Jahren, 9 Monaten und 8 Tagen feierte der Brite mit einem achten Platz beim Großen Preis der Schweiz sein Formel-1-Debüt. In der Gegenwart gibt mit Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Lewis Hamilton oder Fernando Alonso zahlreiche Piloten, die in diesem Alter bis in die Formel 1 vorgedrungen sind. 1951 war das eine Sensation!

Nach drei durchwachsenen Jahren mit Fahrzeugen von HWM, ERA und Connaught kaufte Familie Moss 1954 einen Maserati 250F. Unter den Namen „Equipe Moss/AE Moss“wurde dieser schöne Bolide fortan bei den Grand Prix an den Start gebracht. Mit dem dritten Platz beim Großen Preis von Belgien sprang erstmals ein Podiumsplatz heraus. Dadurch wurde Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer auf Moss aufmerksam. Mit einer satten Gage lockte er 1955 den Jungstar in einen seiner Silberpfeile. In England gewann Moss endlich sein erstes Formel-1-Rennen. Am Ende der Saison reichte es hinter seinem Teamkollegen Juan Manuel Fangio zu Platz zwei in der Fahrer-Weltmeisterschaft.

Neben der Formel 1 fuhr Moss für Mercedes erfolgreich Sportwagenrennen. Er siegte sowohl bei der Mille Miglia als auch bei der Targa Florio. Nach dem schlimmen Unfall von Le Mans zog sich Mercedes vom Motorsport zurück. Moss wechselte wieder zu Maserati und siegt weiter. Am Ende der Saison sprang – hinter Fangio – wieder der „Titel“des Vize-Weltmeisters heraus. Moss wechselte zu Vanwall und wurde – trotz dreier Siege – 1957 wieder Vize-Weltmeister, hinter Fangio.

1958 konnte er diesen Erfolg wiederholen. Trotz seiner vier Saisonsiege verliert er den Titel an Ferrari-Piloten Mike Hawthorn. Der konnte zwar nur ein Rennen gewinnen, wurde jedoch fünfmal Zweiter und hatte am Saisonende einen Punkt mehr auf dem Konto.

„Aber ich würde das jederzeit wieder tun, weil es fair war“

Beim Grand Prix von Portugal sollte Hawthorn disqualifiziert werden. Moss setzte sich für ihn ein und verhinderte die Disqualifikation. Moss sagte später einmal: „Wenn ich mich nicht so für ihn eingesetzt hätte, wäre ich jetzt Champion. Aber ich würde das jederzeit wieder tun, weil es fair war.“

Nach den vier Vize-Titeln folgen 1959 bis 1961 in der Formel-1-Weltmeisterschaft drei dritte Platze. Auf den Fahrerstrecken wie in Monaco (1960 und 1961) oder am Nürburgring (1961) feierte er in dieser Zeit seine wohl wichtigsten Formel-1-Erfolge.

Am 23. April 1962 endete die Karriere von Stirling Moss. Bei einem nationalen Formel-1-Rennen in Goodwood verunglückte Moss schwer. Mit zahlreichen Knochenbrüchen und einem Hirntrauma lag Moss im Koma. Die ersten Wochen nach dem Unfall ist er zunächst halbseitig gelähmt. Es sollte über ein Jahr dauern, bis Moss sich wieder vollständig erholt hat. Anschließend kehrte er für einen Test nach Goodwood zurück. Obwohl er sofort konkurrenzfähige Rundenzeiten fahren konnte, erklärte er anschließend seinen Rücktritt.

Der sympatische Moss bestritt von 1948 bis 1962 insgesamt 497 Autorennen. Wobei er bei 194 Rennen siegreich war. Sein Sportsgeist und sein Kampfgeist machten ihn zur Legende und zum Vorbild.


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