Meinung und Kommentar

Stoppt den Nürburgring-Verkauf! Verkauft nicht das Tafelsilber!

Ich kann es nicht begreifen, warum der Staat sein Tafelsilber verkauft. Ich bin gewiss kein Sozialist. Aber, der letzte Depp müsste doch langsam begriffen haben, dass die Privatisierung des öffentlichen Guts Grenzen haben sollte. Wer Zweifel an dieser Aussage hat, sollte mal eine der Gemeinden fragen, die sich vor 15 Jahren auf Sale-and-Lease-Back ihrer Infrastruktur eingelassen haben. Die Mehrheit dieser Gemeinden würde die ehemals groß gefeierten Verträge heute nicht nochmals abschließen. Ich denke, das sagt alles!

Deshalb kann doch niemand ernsthaft glauben, dass der Verkauf einer Sportanlage, die seit ihrer Eröffnung vor fast 80 Jahren im Besitz des Staats ist, an einen Finanzinvestor eine gute Idee ist. Diese wunderbare Rennstrecke wurde Jahrzehnte als Infrastrukturprojekt verstanden. Die meiste Zeit hat das funktioniert. Von Konrad Adenauer bis zu Helmut Kohl haben Politiker den Wert der Rennstrecke erkannt. Der Ring funktionierte und erfreut Zuschauer, Fahrer und Industrie.

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„Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!“

Erst als vor ein paar Jahren die Sozialdemokraten um Kurt Beck der Größenwahn packte, ging alles  schief. Insofern könnte ein Schlachtruf der KPD aus den Hungerdemonstrationen 1929/30 auf traurige Art und Weise auch auf den Nürburgring passen. Denn mit den sinnfreien Bauten, die für den Betrieb einer Rennstrecke nicht notwendig sind, hat die SPD-geführte Landesregierung den Nürburgring in den Abgrund geführt.

Die Insolvenz des als GmbH geführten „Staats-Unternehmens Nürburgring“ war die Folge. Mit der Pleite setzte eine verhängnisvolle Automatik ein. Sie könnte wohl direkt zum Nürburgring-Verkauf führen. In den vergangenen Tagen häufen sich die Meldungen, dass der amerikanische Finanzinvestor HIG Capital die Rennstrecke übernehmen könnte. Damit würde eine sogenannte „Heuschrecke“, die ihren Sitz – zumindest formal – in George Town auf den Cayman Inseln haben soll, Herr des Rings werden.

Zum Schnäppchenpreis würde eine Sportstätte, die wir fast 80 Jahre mit unseren Steuergeldern aufgepäppelt haben, in die Hände eines profitorientierten Unternehmens fallen. Je mehr ich darüber nachdenke, halte ich das für keine gute Idee. Mike Frison, ein großer Freund des Nürburgrings, sieht das offensichtlich ähnlich und hat deshalb gestern zehn Gründe aufgelistet, die aus seiner Sicht gegen den Nürburgring-Verkauf sprechen. Selten hat Mike mir so aus der Seele gesprochen.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Ginetta G12

Ginetta G12 auf dem Nürburgring (Foto: Karla Schwede)

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1 Kommentar

  1. Das sollen gefälligst die bezahlen, die dort ihre Runden drehen. Daher ist der Kauf durch einen privaten Betreiber schon eine gute Angelegenheit, denn wir als Gesellschaft sollten nicht für den Privatspass einer Minderheit den finanziellen Weg bereiten.

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