Heute sind unsere Autos rollende Computer. Ob Motorsteuerung, die zahlreichen Assistenzsysteme  oder die Unterhaltungselektronik und Fahrer-Informationssysteme, in neuen Autos geht praktisch nicht mehr ohne Bits und Bytes. Dank Kameras, Radarsensoren und viel Software können Autos sogar autonom fahren. Vor 60 Jahren war das alles noch ein utopisches Zukunftsbild das allenfalls in der Science-Fiction-Literatur stattfand.

Damals regierte die Hardware!

Motorleistung gewannen die Tuner über größere Vergaser und vielleicht auch andere Kolben. Wer die Steuerzeiten seines Motors ändern wollte, der benötigte eine andere Nockenwelle. Nicht verändert hat sich das Streben, Gewicht zu sparen. Wer sich Rennwagen von gestern und heute ansieht, der findet viele Gemeinsamkeiten. Bei den 24 Stunden von Le Mans geht es wie seit 1923 darum, in 24 Stunden möglichst viele Kilometer abzuspulen. Wer die größte Distanz zurücklegt, der hat gewonnen.

Dabei interessiert nicht, wie schnell die Boliden auf der Strecke im Einzelnen unterwegs sind. Die Anzeige der Höchstgeschwindigkeit erfreut allenfalls die Fans. Für Rennfahrer ist das beim Fahrern eine nutzlose Information. Deshalb verzichteten die Entwickler im legendären Jaguar D-Type auf einen Tacho. Dabei folgten sie der Maxime, was nicht da ist, das wiegt auch nichts.

Wie schnell sind wir eigentlich?

Doch wenn der dreimalige Le Mans Gewinner (1955, 1956 und 1957) heute bei Oldtimer-Veranstaltungen antritt, dann handelt es sich oft um Gleichmäßigkeitsprüfungen. Diese zu absolvieren, erfordert die Kenntnis der Geschwindigkeit und der zurückgelegten Strecke. Viele Fahrer vertrauen dabei auf einen Rallye-Computer. Doch in der Sanduhrklasse sind nur Tachometer, Wegstreckenzähler und eine Stoppuhr gestattet.

Da ist guter Rat teuer, wenn dem historischen Rennwagen ein Tacho fehlt. Doch Kenner wissen, aus Drehzahl und Gang lässt die Geschwindigkeit berechnen. Damit das beim Fahrern klappt, gibt es im Cockpit dieses Jaguar D-Type, den ich vor ein paar Jahren beim AvD Oldtimer Grand Prix sah, eine Umrechnungstabelle. Dank ihr, der Kenntnis des eingelegten Gangs und einem Blick auf den Drehzahlmesser kann die Fahrzeugbesatzung so immer bestimmen, wie schnell der zweisitzige Sportwagen gerade unterwegs ist.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Neulich am Strassenrand: Geschwindigkeitstabelle im Jaguar D-Type

Neulich am Strassenrand: Geschwindigkeitstabelle im Jaguar D-Type

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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