Das britische Unternehmen Tour de Force Engineering bietet Motorsport-Freunden ein Fahrzeug an, das an aktuellen Formel-1-Rennwagen erinnert. Dabei verfügt der TDF-1 über ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Denn den Briten treibt ein Turbomotor an, was es so bisher bei keinem vergleichbaren Fahrzeug gibt.

Wo Geld keine Rolle spielt, kommen Bedürfnisse auf, die Normalverdienern zwangsläufig fremd bleiben. Doch es gibt Dinge, die auch mit sehr viel Geld nicht zu haben sind. So ist der Besitz eines fahrfähigen aktuellen Formel-1-Boliden praktisch nur noch möglich, wenn jemand gleich das ganze Team kauft. Wer nur selbst ein paar Runden mit einem schnellen Spielzeug drehen will, geht leer aus, weil ihm ein Motor fehlt. Denn alle in der Formel 1 aktiven Autobauer Daimler, Ferrari, Renault und Honda vermieten ihre aktuellen Antriebseinheiten nur.

Die 1,6 Liter großen V6-Motoren der Kundenteams gehen in der Regel am Saisonende sofort an ihre Hersteller zurück. Der unabhängige Motorenbauer Cosworth verließ die Königsklasse mit Beginn der aktuellen Turbo-Ära. Auch bei Rennmotor-Spezialisten wie AER oder Mecachrome ist kein passendes Triebwerk verfügbar. Diese Motorbauer fanden niemanden, der die Entwicklung der Antriebseinheiten, zu der neben dem Verbrenner zwei Systeme zur Energierückgewinnung gehören, finanziert. Weshalb modere Formel-1-Motoren für Privatfahrer nicht zugänglich sind.

Tour de Force Engineering schließt diese Lücke mit dem TDF-1

Der TDF-1 von Tour de Force Engineering ist das jüngste Mitglied im Klub der „F1-artigen“ Fahrzeuge. Vor zehn Jahren bot Lotus bereits ein ähnliches Auto an. Doch der Lotus T125 war ein Misserfolg, kostet heute gebraucht nur noch einen Bruchteil seines Ursprungspreis von 650.000 britischen Pfund. Der britische Sportwagenhersteller schaffte es nie, die geplanten 25 Fahrzeuge zu verkaufen. Inzwischen erwarb Kleinserienhersteller Rodin Cars aus Neuseeland die Rechte an der Konstruktion und bietet den überarbeiteten T125 als Fzed an. Wobei im Heck, wie schon bei Lotus, ein Saugmotor von Cosworth steckt.

Der aufgeladene 1,8 Liter Vierzylinder im TDF-1
Der aufgeladene Vierzylinder von Tour de Force Engineering leistet 600 PS bei 9.000 Umdrehungen pro Minute. (Foto: Tour de Force Engineering)

Tour de Force Engineering geht einen anderen Weg und verschiebt damit die Grenze des Möglichen. Mehr modernes Formel-1-Gefühl als der TDF-1 bietet zurzeit kein anderes Fahrzeug. Zumal auch die Boliden bei AGS inzwischen einige Jahre auf dem Buckel haben. Das Chassis des modernen Boliden basiert wahlweise auf Monocoques von Marussia (MVR02, 2011) oder Sauber (C32, 2012). Damals saß im Heck des Fahrzeugs ein 2,4-Liter-V8-Saugmotor. Das zum TDF-1 gereifte Fahrzeug treibt ein von Tour de Force Engineering entwickelter 1,8 Liter großer Turbo-Motor an.

600 PS und ein Hightech-Getriebe

Der Reihenvierzylinder glänzt mit einer so einfachen Bedienung, wie wir das von den Motoren unserer Brot- und Butter-Autos kennen. Anders als die Aggregate der Formel-1-Teams, deren Warmlaufprozess mehrere Stunden in Anspruch nimmt, heißt es beim TDF-1: „einsteigen, anschnallen, starten und losfahren“. Wobei der Rennwagen dank eines halbautomatischen, sequenziellen Sechsgang-Getriebes sowie einer elektronisch gesteuerten Kupplung auch für weniger geübte Piloten anspricht. Bei Bedarf ist der leer knapp 657 Kilogramm leichte Bolide bis zu 320 Kilometer pro Stunde schnell.

TDF-1 in den Boxen
Zum Lieferumfang des TDF-1 gehören ein umfangreiches Ersatzteilpaket und ein Fahrertraining. (Foto: Tour de Force Engineering)

Die auf dem dynamischen Stempel-Prüfstand des Multimatic Technical Centre Europe im britischen Thetford erarbeitete Basisabstimmung sorgt dafür, dass das Fahren einfach und sicher von der Hand geht. Gute Piloten erreichen mit dem TDF-1 ungefähr 95 Prozent des Leistungsvermögens eines aktuellen Formel-1-Fahrzeugs. Auf dem Weg dahin hilft die aktive Aerodynamik des Rennwagens. Bewegliche Flügel unterstützen dem TDF-1 automatisch beim Bremsen und stabilisieren bei Kurvenfahrt. Pirelli stellt die benötigten Reifen zur Verfügung. Wie in der Königsklasse des Motorsports kann der Pilot zwischen mehreren Mischungen wählen.

Zwei Millionen britische Pfund für einen TDF-1

Bei diesem Preis tröstet, dass der Vierzylinder im Heck des Boliden nur alle 3.000 Kilometer zum Service muss. Zum Lieferumfang gehören ein Transport-Kit, einige Ersatzteile sowie ein Fahrertraining mit Einzeltraining. Hier kann der Besitzer seinen TDF-1 auf dem Circuit de Catalunya oder in Paul Ricard in Ruhe kennenlernen. Insgesamt ist der TDF-1 zwar sicher kein Schnäppchen. Aber er Rennwagen bietet im Moment momentan die größte mögliche Annäherung an die Königsklasse.

Wie heißt es so schön, Gutes hat seinen Preis!

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