Wie wird die neue Formel 1 eigentlich klingen? Zugegeben, die Formel 1 hat ganz andere Probleme als den Klang der Motoren. Bekanntlich endete beim Rennen in Brasilien vor einigen Wochen die Ära der Saugmotoren. Stattdessen wird es in der kommenden Saison 1,6 Liter große V6-Turbomotoren geben.

Weil die Formel 1 sich auch in ihrer vielleicht größten Krise als Königsklasse des Motorsports versteht, werden die neuen Motoren mit zwei Systemen zur Energierückgewinnung bestückt. Die neue Motorengeneration, die wir bereits 2011 angekündigt haben, sorgt im Moment für zahlreiche offene Fragen.

  • Wie lange werden die Motoren halten – kommt ein Pilot mit den fünf erlaubten Aggregaten über die Saison?
  • Wie werden die Rennen ablaufen – gibt es – wie 1986 als Alain Prost seinen McLaren in Hockenheim über die Ziellinie schob – Benzinsparmeisterschaften oder weiter echtes Racing?
  • Wie werden die Motoren klingen – was für einen Sound erzeugt ein V6 mit Turbo?

Zumindest die Frage nach dem Sound wird im Januar bei den geplanten Testfahrten beantwortet werden. Bis dahin bleibt jedoch noch eine Menge Raum für Spekulationen – oder auch nicht!

Denn auf der Hausstrecke von Ferrari in Fiorano drehte jetzt ein Sportwagen seine Runden, der möglicherweise mit dem neuen Formel 1 Motor der Italiener bestückt war. Ein Spionage-Video, das bei YouTube verfügbar ist, zeigt den Supersportwagen LaFerrari in Fiorano.

Angetrieben wird der im März dieses Jahres in Genf vorgestellten LaFerrari hauptsächlich von einem 6,3-Liter großen V12-Motor. Der leistet 800 PS, zwei Elektromotoren stellt weitere 163 PS bereit. Insgesamt stehen im LaFerrari 963 PS zur Verfügung. Weil die Leitungsdaten des LaFerrari beeindruckend klingen, soll McLaren bisher so ein Geheimnis um die genauen Zeiten des P1 auf der Nordschleife machen. Es besteht die Angst, dass Ferrari die Zeit des P1 demonstrativ genau unterbietet.

Doch im Video aus Fiorano passt der Sound nicht zu einem V12. Der Motorsound ist etwas zu kreischend. Die Drehzahl dürfte deutlich über den im LaFerrrai möglichen 9.250 Umdrehungen pro Minute liegen. Verdächtig ist auch das Pfeifen eines Ablassventils, das auf einen Turbo hindeutet. Kenner der Szene vermuten deshalb, dass Ferrari in diesem Prototypen den neuen Formel 1 Motor für die Saison 2014 testet.

Möglich wäre das, denn die FIA verbietet nur den Test in einem Formel 1 Fahrzeug. Es gibt scheinbar eine „Regellücke“, die den Test in einem Seriensportwagen nicht ausschließt. Es wäre Ferrari zuzutrauen, dass die Italiener diese Lücke genutzt haben. Allerdings arbeitet Ferrari auch an einer Sportversion des LaFerrari, dessen Standardversion manche für Autokunst halten. Die Sportversion soll über 1.000 PS verfügen und zum Preis von drei Millionen Euro genau in zehn Exemplaren gebaut werden. Wer weiß, wie viel Drehzahl Ferrari dem FFX-Nachfolger zutraut.


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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

2 Comments

  1. Ohja, wie der Prost in Hockenheim sein Auto schob, legendär! Das wollen die Fans bestimmt sehen. In der Formel E gibt es sogar zusätzliche einen Sprint beim Wechsel des Fahrzeugs. Alles so richtig Rennsport; fährt dann der Usain Bolt?

  2. Pingback: Alpine-Renault, Ferrari – kommen die jetzt alle nach Le Mans? Hoffentlich! » AutoNatives.de

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