Seit dem Rauswurf von Jeremy Clarkson wurde viel spekuliert, wem die BBC die Auto-Sendung Top Gear anvertraut. Klar war, dass der Brite Chris Evans die Rolle des Leitwolfs übernimmt. Evans hat in Großbritannien Kultstatus. Zudem bewies der Brite mit der Gründung seines CarFest bereits in der Vergangenheit eine gewisse Nähe zum Auto.

An seiner Seite übernimmt Matt LeBlanc eine Rolle als Top Gear Moderator. Auch das war bereits seit einer Woche bekannt. Der Amerikaner „spielte“ bisher vor allem in der TV-Serie Friends einen wenig intelligenten arbeitslosen Schauspieler. Schon die Verpflichtung des Schauspielers LeBlanc gab einen Fingerzeig darauf, wie strategisch die BBC die Verpflichtung der Moderatoren angeht. Es ist anzunehmen, dass die Verpflichtung von Matt LeBlanc die Männersendung Top Gear stärker als bisher für Frauen interessant machen soll.

Die BBC wehrt sich: sechs statt drei

Auch die weiteren Verpflichtungen folgen strategischen Überlegungen. Denn gestern gab die BBC bekannt, dass – zusätzlich zu (den Hauptmoderatoren?) Chris Evans und Matt LeBlanc – auch Sabine Schmitz, Youtube-Star Chris Harris, Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan und der Motorjournalist Rory Reid zum Moderatorenteam der Sendung gehören werden. Das deutet auch auf eine Neuausrichtung des Erfolgsformats hin.

Schließlich produziert die bisherige Mannschaft rund um Topstar Jeremy Clarkson inzwischen eine Auto-Sendung für Amazon. Zu dieser Sendung, die auf Amazon Prime verfügbar sein wird, gibt es bisher noch keine Details. Trotzdem halten viele Fans bereits jetzt das Amazon-Format mit Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond für das wahre Top Gear.

Um die einzigartigen Drei zu ersetzen, schickt die BCC in Zukunft also ein Team von gleich sechs Moderatoren ins Rennen. Sabine Schmitz war bereits vor ein paar Jahren in der Sendung zu Gast. Dabei trieb sie einen Ford Transit in gut zehn Minuten über die Nordschleife. In Interviews ist die Rennfahrerin oft herzerfrischend unterhaltsam. Mal gucken, ob sich Schmitz diesen Charme auch auf Englisch bewahren kann.

Chris Harris wurde mit seinen Youtube-Videos bekannt. Dort treibt der Brite seine Testwagen bevorzugt quer durch die Landschaft. Es ist anzunehmen, dass Harris die fahrdynamische Komponente des Moderatoren-Sextetts darstellt. Der Motorjournalist Rory Reid ging aus einem Casting für jedermann hervor. Das schlägt – in den Augen der Verantwortlichen – sicher eine Brücke zum Publikum. Nebenbei ist Reid der erste Farbige, der bei Top Gear moderiert.

Und auch Eddie Jordan ist beim neuen Top Gear dabei. Der Nordire war schon als Rennfahrer und Teamchef immer auch ein Paradiesvogel, ist bis heute in der Welt der Stars und Sternchen zu Hause. Gut möglich, dass Good old Eddie für etwas Glamourfaktor sorgen soll.

Auf der Suche nach dem wahren Top Gear

Trotzdem bin ich gespannt, ob das alles funktioniert! Als ich die Pressemitteilung der BBC gestern in meinem E-Mail-Postfach fand, musste ich spontan die Geschichte von den vielen Köchen und dem Brei denken. Bisher lebte Top Gear von seinen drei Moderatoren und ihrer klaren Rollenverteilung. Das sorgte dafür, dass der im Zentrum stehende Jeremy Clarkson weltweit zum Star aufstieg.

Zeitweilig überstrahlte Clarkson die altehrwürdige BBC. Trotz der Millionen, die der öffentlich-rechtliche Sender dank Top Gear verdiente, sorgte das immer wieder für Spannungen. Die Verpflichtung eines Sextetts ist in meinen Augen auch ein klares Signal dafür, das man bei der BBC in Zukunft keinen Superstar wünscht. In Zukunft soll es wohl, die Show ist der Star, heißen.

Mal gucken, ob das funktioniert. Und wenn nicht, dann habe ich ja zum Glück Amazon Prime. Dort gibt es dann zwar nicht den Stig, aber wenigstens Jeremy Clarkson, James May und Richard Hammond.

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