Toyota traut sich und bringt 2015 als erster Autohersteller serienmäßig ein Auto mit Brennstoffzelle auf den Markt. Ich habe im Juni bereits über den Toyota FCV geschrieben. Doch bei der damaligen Ankündigung fehlten weitere Details. Selbst bei den Bildern lies Japans Nummer eins uns nur mit einer Computerzeichnung an der Zukunft teilhaben.

Jetzt geht Toyota einen Schritt weiter. Und was für einen! Denn der Toyota FCV tritt an diesem Wochenende als Vorausfahrzeug bei der „Shinshiro Rally“ an. Dazu gibt es jetzt auch Fotos von dem Vorserienfahrzeug, das in der in der japanischen Präfektur Aichi für Aufmerksamkeit bei den Fans sorgen soll. Das ist alles mehr oder minder Marketingstandard.

Trotzdem ist die erneute Nähe von Toyota zum Rallye-Sport zumindest bemerkenswert. Schon im August tauchte Toyota-Präsident Akio Toyoda zusammen mit Tommi Mäkinen bei der Rallye-Finnland auf. Das sorgte Gerüchte, dass die Japaner an einem Comeback in der WRC arbeiten. Denn Mäkinen betreibt eine Firma, die sehr professionell Rallye-Fahrzeuge vorbereitet. Und verfügt zweifelsfrei über das Know-How, einen R5-Boliden auf die Räder zu stellen.

Natürlich passt der Toyota FCV nicht in die bisher bekannten Regelwerke. Denn in der WRC und den Klassen R1 bis R5 sind Verbrennungsmotoren vorgeschrieben. Bisher finden alternative Antriebskonzepte im Motorsport nur in speziellen Wettbewerben Verwendung. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Toyota FCV im Rallye-Trimm
Toyota FCV im Rallye-Trimm (Foto: Toyota)

Ich kann mir vorstellen, dass die FIA in der Rallye-Weltmeisterschaft eine Klasse für alternative Antriebe ausschreibt. Auch wenn die Rallye-Läufe der Gegenwart nichts mehr mit den früheren Marathon-Wettbewerben gemeinsam haben, Rallyes sind auch heute noch echte Zuverlässigkeitsprüfungen. Kaum eine Motorsportart geht so sehr auf das Material.

Damit wäre der Rallye-Sport eine optimale Bühne, um die Alltagstauglichkeit der neuen Technik zu beweisen. Wenn die FIA wirklich etwas für die Vermarktung von alternativen Antrieben tun will, ist der Schritt überfällig. Denn anders als KERS in der Formel 1 oder als die in vielen Teilen unsägliche Formel-E hätte das endlich mal wieder einen echten Bezug zur Serie.

Bei den Langstreckenrennen des ACO treten auch sehr unterschiedliche Konzepte an. Dort wird die Performance über die Energiemenge gesteuert. Ich denke, dass das auch auf den Schottenpisten möglich wäre. Und dann fahren plötzlich BMW i3, Toyota FCV und ein Tesla um die Wette. Warum nicht? Das könnte spannend werden.

1 Kommentar

  1. eigentlich eine coole idee, das wäre dann bei vielen fahrzeugen völlig ohne schadstoffemissionen, und beim rest zumindest schadstoffarm und würde damit den kritikern den wind aus den segeln nehmen tun

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.