Ende Oktober startet die 44. Tokyo Motor Show. Das Heimspiel ist besonders für die japanischen Hersteller die wichtigste Automesse des Jahres. Toyota, Japans Nummer eins, präsentiert in Tokyo 2015 mit dem Toyota S-FR eine erfreulich seriennahe Sportwagen-Studie.

Natürlich musste ich als gelernter Versicherungskaufmann beim Namen S-FR zunächst an „Schadenfreiheitsrabatt“ denken. Doch für Toyota haben die drei Buchstaben eine andere Bedeutung: „sportscar with front engine and rear drive“. Und beschreibt damit dem 3,99 Meter kurzen Sportwagen zumindest technisch bereits vollständig. Denn der unter einer langen Motorhaube sitzende Frontmotor des S-FR treibt die Hinterräder an.

Bilder vom Toyota S-FR

Damit nimmt der kleine Sportler eindeutig Bezug zu den Sportwagen der 1960er und 1970er-Jahre. Ein Konzept, das der japanische Konkurrenz Mazda mit dem MX-5 zurzeit mit großem Erfolg bedient. Während der Mazda MX-5 eine Würdigung des Lotus Elan ist, folgt der Toyota S-FR den Grundzügen des von 1965 bis 1980 gebauten MGB GT. Gemeinsam verfügen beide über eine lange Motorhaube und eine entsprechend weit nach hinten versetzte Fahrgastkabine.

Im Zeitalter der quereingebauten Frontmotoren ist eine so lange Motorhabe selten. Im Falle des Toyota S-FR deutet sie auf einen wie beim Mazda MX-5 längs eingebauten Motor hin. Positioniert hinter der Vorderachse. Ein solches Front-Mittelmotorkonzept ist traditionell ein gutes Mittel, um eine sportlich ausgewogene Gewichtsverteilung auf die Räder zu stellen.

Wie einst beim historischen Briten ist auch die Fahrgastkabine der japanischen Studie als 2+2 Sitzer ausgelegt. Wobei die beiden hinteren Sitze nicht mehr als Notsitze sind. Sie dürften auch in Zukunft – wie schon in der Vergangenheit – eher für Kinder als für Erwachsene geeignet sein. Und der Einstieg sicherlich ein paar Turnübungen erfordern.

Vergleich Toyota S-SF und MGB GT

Toyota S-FR MGB GT
Länge 3,99 Meter 4,02 Meter
Breite 1,70 Meter 1,52 Meter
Höhe 1,32 Meter 1,30 Meter
Radstand 2,48 Meter 2,31 Meter
Motor 1,5 Liter 4-Zylinder Benziner 1,8 Liter 4-Zylinder Benziner
Leistung 130 PS 95 PS

Wobei sich Toyota bisher zur Motorisierung des S-FR offiziell noch bedeckt hält. Bestätigt ist bisher nur, dass der kleine Sportler über ein 6-Gang-Schaltgetriebe verfügt. Insider gehen davon aus, dass der Toyota S-FR rund 130 PS aus 1,5 Liter Hubraum schöpfen darf. Wobei die genauen Leistungsdaten letztlich im Moment auch unerheblich sind. Denn im Moment geht es Toyota sicherlich nur darum, wie das gesamte Design des Fahrzeugs beim Publikum ankommt.

Deshalb hält sich Toyota auch beim Gewicht des S-FR bedeckt. Es gibt nur den Hinweis, dass das Leistungswicht auf dem Niveau des großen Bruder Toyota GT86 liegt. Der hat offiziell ein Leergewicht von 1.237 Kilogramm und verfügt über 220 PS. Das ist ein Leistungsgewicht von 6,2 kg/PS. Sollten Toyota S-FR-Fahrer tatsächlich 150 PS zur Verfügung haben, dann dürfte ihr Sportwagen nur 930 Kilogramm schwer leicht sein. Bei einer Studie sicherlich möglich. Im Alltag der umfangreichen Sicherheitsvorschriften wären wohl auch 1.000 Kilogramm (Leistungswicht 6,6 kg/PS) ein guter Wert.

Denn mag das Publikum den keinen Sportwagen, dann könnte in gut zwei Jahren die Serienproduktion des Toyota S-FR anlaufen. Sollte sich Toyota für diesen Schritt und unterhalb des GT86 einen weiteren Sportwagen entscheiden, dann wäre der Mazda MX-5 im Segment der kleinen und leichten Einsteiger-Sportwagen kein Alleinunterhalter mehr. Und dann wird es wirklich spannend, ob dann auch andere Hersteller in das Segment zurückkehren.

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