Erst vorgestern habe ich über eine Rallye-Version des Toyota GT86 berichtet. Bei der ADAC Deutschland Rallye wird das R3-Fahrzeug noch im August als Vorausfahrzeug erstmals im Umfeld der Rallye-Weltmeisterschaft auftauchen. Jetzt gibt es Anzeigen dafür, dass Toyota sich mehr vorgenommen hat. Denn Toyota-Präsident Akio Toyoda tauchte bei der zurzeit laufenden WM-Rallye in Finnland in Begleitung von Tommi Mäkinen auf.

Der Finne war selbst ein großartiger Rallye-Pilot. Mäkinen gewann in seiner aktiven Zeit viermal die Rallye-Weltmeisterschaft. Ende 2003 hängte Mäkinen seinen Helm an den Nagel, blieb dem Sport jedoch eng verbunden. Denn seine Firma „Tommi Mäkinen Racing Oy Ltd“ entwickelte und vertreibt die R4-Version des Subaru Impreza. Die R4-Klasse bietet den Herstellern deutlich mehr Freiheiten als die Klasse R3, für die Toyota zurzeit ein Auto baut. Zudem ist in der R4 Allradantrieb erlaubt, der in den Klassen R1 bis R3 verboten ist.

Damit verfügt Tommi Mäkinen Racing über aktuelle Erfahrungen in einem Bereich in dem Toyota zurzeit nicht aktiv ist. Insofern ist kaum zu glauben, dass der Besuch des Geschäftsführers des größten japanischen Autobauers bei Tommi Mäkinen nur eine private Sommerreise ist. Obwohl Akio Toyoda ein echter Petrolhead ist. Unter dem Namen „Morizo Kinoshita“ trat Akio Toyoda dreimal bei den 24-Stunden auf dem Nürburgring an.

Daher bin ich mal gespannt, wann Tommi Mäkinen einen Rallye-Toyota für die Klasse R5 präsentieren wird. Das aktuelle WRC-Reglement läuft Ende 2016 aus. Es gibt gewichtige Stimmen, die fordern, dass in der Königsklasse des Rallye-Sports anschließend mit R5-Fahrzeugen gefahren wird. Die VW-Verantwortlichen, die die Rallye-Szene zurzeit ohne echte Konkurrenz dominieren, lehnen diese Forderung seit einigen Wochen auffällig offen ab.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass die R5 zur Top-Klasse des Sports wird. Dann würde es für einen potenziellen Neueinsteiger wie Toyota ziemlich viel Sinn machen, schon 2015 mit einem R5 anzutreten, um Erfahrung zusammeln. Gut möglich, dass Akio Toyoda und Tommi Mäkinen an diesem Wochenende in Finnland genau dies vereinbart haben.

3 Kommentare

  1. Warum glaubst du, dass die R5 die WRCs ablösen werden?
    Die R5 sind durch Standardteile so im Preis gedrückt, dass kein Hersteller hier einen echten Testträger für neue Technologien hat. Das sollte beim Motorsport in den Spitzenklassen ja ein wenig im Hintergrund stehen und nicht nur die Vermarktung eines bestimmten Modells.
    In R5 sehe ich, wie auch bei S2000 und RRC eher Fahrzeuge für den Kundensport und die Spitze der regionalen Meisterschaften.

    • Tom Schwede Reply

      Ich sehe den Rallye-Sport in den vergangenen 30 Jahren bei den Herstellern ausschließlich als Marketingplattform etabliert/verstanden. Entwicklung oder Test neuer Technologien lässt das Reglement mit seinen engen Beschränkungen nicht mehr zu. Gleichzeitig gibt es heute kaum noch die Möglichkeit für Nachwuchsfahrer, auf eigene Faust in die WM einzusteigen. Da kannst Du eigentlich nur noch einen Ford mieten, sonst sind die Fahrzeuge kaum zugänglich/bezahlbar. Die Entwicklung siehst Du ja sehr deutlich bei den inzwischen sehr kleinen WM-Feldern (teilweise < 10 WRC). Auch das Solo von VW ist IMHO nicht im Sinne der WM. Siege, die ohne echte Konkurrenz herausgefahren werden, sind IMHO wertlos.

      Insofern würde ein WRC-Reglement, das auf der R5 basiert, Sinn machen. Denn es würde helfen, die Zahl der Starter und den Wettbewerb zu erhöhen. Warum sollen in Italien nicht mal ein paar lokale Asphaltcracks die WM-Spitze ärgern? Oder warum sollen in Finnland nicht ein paar Lokalhelden in die Spitze springen? Wenn die R5 zur WM-Klasse machst, kommt das automatisch. Wobei das auch mit einer R5+ gehen würde. Auto identisch inkl. Allrad, aber in der WM mit einem anderen Lufteinlass und Extra-Leistung. Das wäre dann für Gaststarts änderbar und sorgt in der WM für höhere KM-Schnitte. Wobei es das wahrscheinlich gar nicht braucht. Man sieht doch auf der Rundstrecke in der GT3 gerade, dass die Werke am Ende immer schneller sind. Das würde sich also selbst regulieren.

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