Toyota wird 75 Jahre alt, zunächst dachte ich gar nicht daran, zu diesem Jubiläum hier zu schreiben. Doch dann musste ich feststellen, dass der Name Toyota für mich immer noch überwiegend positiv besetzt ist. Wobei ich das einschränken muss, denn wer mich nach den aktuellen Produkten des Hauses befragt, kann kein längeres Gespräch mit mir führen.

Natürlich weiß ich, dass die Japaner mit dem Prius recht erfolgreich ein Hybridfahrzeug vermarkten und mit dem IQ einen Kleinwagen anbieten, den man auch als Aston Martin kaufen kann. Dazu bauen die, wie ich bei Jens neulich gelesen habe, Nähmaschinen. Doch zum Rest der Modellpalette kann ich (ausnahmsweise) einmal nicht mitreden, weil ich da irgendwie den Anschluss verloren habe.

Das war nicht immer so

Denn als Schüler war ich fast ein Toyota-Fan. In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre habe ich gierig jede Nachricht aufgesogen, die ich zu den Produkten des Unternehmens finden konnte. Verantwortlich dafür war die Celica, die sich mein Vater 1976 kaufte. Es war das erste Auto, bei dessen Auswahl ich mich aktiv beteiligt fühlte. Wahrscheinlich hatte die Celica schon deshalb für mich einen großen Coolnessfaktor.

Allenfalls dank seines Targa-Dachs lag der Porsche meiner Tante in meinem auch damals schon ausgeprägten automobilen Wertesystem an manchen Tagen ein kleines Stück vor dem Toyota. Doch der Targa der Tante war Urlaub, war Ferien. Denn von Kiel nach Fürstenfeldbruck ist man schon etwas unterwegs. Im Alltag war der Toyota für mich unschlagbar.

Lenkrad im Toyota Celica TA22 (Foto: Toyota)
Lenkrad im Toyota Celica (Foto: Toyota)

Besonders schön fand ich das Lenkrad. Toyota hatte der Celica ein filigranes Drei-Speichen-Lenkrad mit insgesamt sechs Hupknöpfen spendiert. Dass der Kranz des Lenkrads nur nach Holz aussah, tatsächlich aber auch Kunststoff gefertigt wurde, nahm ich damals gar nicht wahr. Für mich war klar, wenn ich groß bin, will ich genau so ein cooles Lenkrad in den Händen halten.

Auto kommen, Autos gehen, Erinnerungen bleiben

Die Celica gehört fest zu meinen Kindheitserinnerungen. Ich erinnere mich, dass wir mit der Celica viele weite Reisen unternommen haben. Wir waren mit dem kleinen Coupé in Norwegen und in Spanien. Zwischendurch, die Eltern wollten wohl einmal Ruhe vor mir haben, reisten meine Eltern mit dem Toyota sogar bis nach Griechenland. Und wenn mich heute daran erinnere, glaube ich fast, dass die Celica eigentlich ein verkappter Kombi gewesen sein muss.

Denn der kleine Sportler hat sich auf all diesen Urlaubsfahrten als echtes Raumwunder erwiesen. Neben meinen Eltern und mir fanden auch Dackel Caspar und reichlich Gepäck in der Ponycar-Kopie aus Japan Platz. Irgendwo in Spanien passte dann sogar noch ein umfangreiches Geschirr-Set, das seitdem den Hausstand der Eltern zeitlos vervollständigt, in den Innenraum.

Trotz dieser schönen Erinnerungen bin ich bisher noch nie Toyota gefahren. Als ich rund zehn Jahre nach den weiten Touren in der Celica endlich selbst in Lenkrad greifen durfte, hätte mich vielleicht ein Corolla AE86 gereizt. Doch damals musste es unbedingt ein Golf sein und ich wurde nie zum Toyota-Fahrer. Wenn man mal von wenigen Metern mit dem Crown Kombi von Ronny aus Bordesholm absieht.

Toyota feiert seinen 75. Geburtstag

Inzwischen ist der Autobauer Toyota stolze 75 Jahre alt. Als mein Vater seine Celica kaufte, waren die Japaner  noch nicht lange in Deutschland aktiv. Erst 1971 hatte Toyota den Schritt nach Deutschland gewagt. Da war das Unternehmen selbst noch keine 40 Jahre alt. Damit gehörte Toyota damals noch zu den jungen Wilden, den Herausforderern des Automarkts.

Entstanden ist Toyota Mitte der 1930er Jahre. Auf Initiative seines Sohnes Kiichiro Toyoda gründete der Webstuhlfabrikant Sakichi Toyoda innerhalb des Textilunternehmens Toyoda Automatic Loom Works eine Automobilsparte. Als sich zeigte, dass das Geschäft mit den Autos funktioniert wird aus der Abteilung ein selbstständiges Unternehmen, die Toyota Motor Company. Obwohl der eigentliche Geburtstag erst am 3. November ansteht, hat Toyota bereits jetzt mit den Feierlichkeiten begonnen.

Ein Teil der Party steigt in Paris, weitere Teile der Party folgen virtuell. In Paris zeigt Toyota bis Dezember im Showroom auf dem Champs-Élysées eine spezielle Geburtstagsausstellung. Bestandteil dieser Ausstellung sind zum Beispiel ein Land Cruiser FJ25 von 1958, ein Corona von 1964, ein 1965er Sports 800, ein 2000GT von 1967, ein Corolla Sprinter von 1968 und ein 1970er Celica Coupé 1600 GT (siehe oben!!!).

Was nicht live in Paris steht, ergänzt die Geburtstagsausstellung als Modellauto. Denn Toyota zeigt im Rahmen dieser Geburtstagsausstellung eine umfangreiche private Modellautosammlung. Sie spannt den Bogen vom ersten Pkw des Unternehmens, dem Modell AA bis zu den Toyota-Modellen der Gegenwart. Berücksichtigt werden – im Maßstab 1:43 – auch Kleinigkeiten der Toyota-Geschichte. Wer hätte sonst gewusst, dass Ayrton Senna die britische F3 Meisterschaft 1983 mit einem Toyota-Motor gewann? Die Sammlung umfasst einen Ralt RT3-Toyota des West Surrey Racing, nun wissen wir es.

Wer in den kommenden Wochen nicht nach Paris reisen kann, hat Gelegenheit die Geburtstagsparty virtuell zu verfolgen. Toyota wird dazu – ebenfalls bis zum Dezember – in den kommenden Wochen jeden Tag einen anderen Höhepunkt der Unternehmenshistorie präsentieren. Um am virtuellen Streifzug teilzunehmen, bitte @toyota_europe bei Twitter folgen oder auf den Hashtag #Toyota75 achten.

4 Kommentare

  1. Ist es immer noch so, dass man sich als Deutscher schon fast schämen muss, Toyota-Fan zu sein? Oder zumindest einmal „fast“ zu einem geworden wäre? 😉

    L

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