Gerüchte hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder mal gegeben. Die „Ehe“ zwischen dem Getränkekonzern Red Bull und Sebastian Vettel endet am Ende dieser Saison. Obwohl eine offizielle Bestätigung von den Beteiligten aussteht, es gilt als ausgemacht, dass der viermalige Weltmeister im kommenden Jahr bei Ferrari am Lenkrad drehen wird.

Trotzdem ist der Wechsel ein typischer Vettel. Denn der Deutsche verhandelt seine Verträge selbst. Auch nach vier Titeln in der Königsklasse des Motorsports gibt es keinen Vettel-Manager. Natürlich gibt es Anwälte, die die Verträge des Deutschen gestalten. Und es gibt – wie Vettel in Interviews verriet – einen namentlich nicht benannten Freund, der ihn berät. Im Formel-1-Fahrerlager wissen viele, dass damit Bernie Ecclestone gemeint sein könnte. Denn Vettel und Ecclestone spielen oft Backgammon im Motorhome des Briten.

Mit dem Schritt zu Ferrari kann Vettel seine Karriere krönen – Erfolg bei den Roten vorausgesetzt. Denn bisher litt das Image des Deutschen darunter, dass er seine Erfolge mit einem meist völlig überlegenen Red Bull herausfuhr. Die vier Titel waren auch Titel von Adrian Newey, dem genialen Konstrukteur des Teams. In diesem Jahr läuft es bei dem Rennstall aus dem Getränkekonzern nicht. Der Motor von Renault kann nicht mit Aggregat von Mercedes-Benz mithalten. Vettel wirkte oft lustlos und verlor das teaminterne Modell gegen Daniel Ricciardo bisher deutlich. Der Australier fuhr bisher zu drei Siegen. Vettel bisher sieglos.

Vettel am Ziel seiner Träume

Der Wechsel zu Ferrari, den die Roten in Kürze bekannt geben werden, ist ein Reset für die Motivation. Vettel schwärmte als Kind für Michael Schumacher und Ferrari. Mit dem Wechseln nach Italien vollendet Sebastian Vettel seinen Traum und nimmt die Chance Ferrari an. Auch wenn Ferrari im Moment nicht in der Lage ist, um den Titel zu kämpfen. Das macht Vettel sympathisch. Und erinnert an Vorbild Michael Schumacher. Denn auch beim Wechsel Schumachers zu den Roten fuhr Ferrari hinterher. Der Rest ist Geschichte. Es wird spannend, ob Vettel und Ferrari zu ähnlichen Erfolgen fahren werden.

Und was ist mit den bisherigen Ferrari-Piloten?

Kimi Räikkönen gilt als gesetzt. Zumal der Finne und Vettel eng befreundet sind. Trotzdem heißt der Wechsel von Sebastian Vettel die Spekulationen an. Schon länger gibt es Schwierigkeiten zwischen Fernando Alonso und Ferrari. Viele Stimmen sehen den Spanier zurück bei McLaren. Denn der Vertrag der Briten mit ihrem neuen Motorenpartner Honda sieht die Verpflichtung eines Top-Piloten vor. Vettel wird es nicht. Andere wollen wissen, dass sich Alonso bei Lotus als Teilhaber einkauft. Dazu würde Alonso ein Start in Le Mans reizen. Angeblich gibt es Kontakte zu Toyota.

Fernando Alonso
Fernando Alonso (Foto: GP GIAPPONE – 02/10/2014
© FOTO STUDIO COLOMBO X FERRARI)

Bei all diesen Gerüchten wird oft übersehen, dass in der Formel 1 mehreren Teams das Wasser bis zum Hals steht. Der Abgang von Caterham gilt als sicher. Das Team von Gene Haas steht als Ersatz bereit. Doch angeblich wackeln auch die Ferrari-Kunden Sauber und Marussia. Dafür ist kein Ersatz in Sicht. Die Fernsehverträge sehen jedoch mindestens 22 Autos vor. Dann müssten die Top-Teams mit drei Autos antreten. Insofern ist nicht ausgeschlossen, dass Ferrari im nächsten Jahr mit drei Weltmeistern antritt.

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