Na, wer hätte das gewusst? US-Rennlegende Danny Sullivan spielte in einer Folge der TV-Serie Miami Vice mit. Über seine Leistung als Schauspieler schweigen wir lieber. Dafür glänzt diese Folge der TV-Serie mit einigen interessanten Aufnahmen des Miami Grand Prix.

1986 spielte US-Rennfahrer Danny Sullivan in einer Episode der Krimi-Serie Miami Vice mit. (Screenshot Amazon Prime)

Von Zeit zu Zeit gönne auch ich mir vor dem TV-Schirm eine Auszeit. Aktuell gehören zu meinem Freizeit-Programm gerne mal Folgen der TV-Serie Miami Vice. Amazon Prime streamt die Kult-Serie aus den 1980er-Jahren. Kult-Serie, ein oft zu einfach genutzter Begriff, passt hier zweifelsfrei. Denn Miami Vice setzte mit seiner Bildwelt, der Musik und den Schnittfolgen seinerzeit neue Standards. Die Serie traf nicht nur Zeitgeist, sie definierte ihn neu! Zum Konzept der Serie gehörten ab der zweiten Staffel Promis, die nicht Schauspieler waren, trotzdem aber Rollen übernahmen und nicht nur einen kurzen Cameoauftritt absolvierten.

Phil Collins spielte beispielsweise schon Ende 1985 in Folge elf der zweiten Staffel von Miami Vice einen schmierigen Gauner. Wobei mich damals statt des Musikers eher der Lamborghini Jalpa begeisterte, den der von ihm dargestellte Gauner fuhr. Einige Folgen danach stolperte der ehemalige Formel-1-Pilot und Indy-500-Gewinner und spätere CART-Champion Danny Sullivan durch die Episode „Florence Italy“. Auch in dieser Folge gab es wieder jede Menge Autos. Denn die Story der Folge, in der ehemalige Tyrrell-Pilot mitwirkte, spielt im Umfeld des Miami Grand-Prix.

Danny Sullivan „spielte“ – welch Überraschung – einen Rennfahrer!

Lasst Euch von dem Namen Miami Grand-Prix nicht verwirren. Der Grand Prix in Miami war zeitweise ein Rennen für Sportprototypen und GT-Fahrzeuge. Hier traten die IMSA GTP und GTO an. Die Rennen fanden ab 1983 auf zwei unterschiedlichen Straßenkursen in Miami statt. Der Immobilien-Unternehmer Ralph Sanchez, selbst ehemaliger Hobby-Rennfahrer, holte die Rennen damals nach Miami. Highlight der Strecke, die zunächst im Bayfront Park lag, die auch über den berühmten Biscayne Boulevard führte, war ihre Lage unmittelbar am Meer. Das erinnert an die Straßenkurse von Monaco und Long Beach.

Szene vom Miami Grand Prix 1987 – da fand das Rennen allerdings im Bicentennial Park eine Block nördlich der ursprünglichen Strecke statt. (Foto: Formulanone / Wikimedia CC3.0)

Die Handlung der Miami Vice Episode mit Danny Sullivan ist schnell erzählt. Vor dem Miami Grand Prix ermordet jemand eine jugendliche Prostituierte. Die Ermittler wissen, dass der Täter einen Porsche 906 Carrera fährt. Schnell ist klar, dass das damals gut 20 Jahre alte Auto einem von Danny Sullivan gespielten Rennfahrer gehört. Aus zunächst nicht nachvollziehbaren Gründen unternimmt dieser nur wenig, um den Verdacht gegen ihn zu entkräften. Soweit zum Plot, bei dem der Miami Grand Prix dann die glanzvolle Kulisse bietet. Dabei ist es, wie so oft, wenn sich TV-Serien sich in die Realität einbetten. Als Rennsport-Nerd rollen sich einem bei der Darstellung des Renngeschehens schnell die Fußnägel auf.

Danny Sullivan, ach ne Tepper ist – natürlich – unschuldig … und gewinnt – natürlich – den Miami Grand Prix!

Denn der von Sullivan gespielte Rennfahrer Danny Tepper feiert beim Miami Grand Prix sein Debüt im professionellen Motorsport. Als Pilot eines Porsche 962 sitzt der Neuling gleich in einem Spitzenauto. Womit Tepper am Ende auch zum Sieg fährt, ohne hier mehr zu spoilern. Das ist alles natürlich alles reichlich absurd. Wobei es durchaus liebenswert ist, wie hölzern Danny Sullivan durch die Folge der TV-Serie Miami Vice stolpert. Die Dialoge sind – im Original wie in der deutschen Synchronfassung – teilweise sogar echte Hirnplatzer. Sullivan, der im Jahr der Dreharbeiten beim Indy 500 zum Sieg fuhr, fällt das Spielen offensichtlich schwer.

Doch das macht nichts!

Denn Miami Vice entschädigt den Zuschauer mit einigen netten Aufnahmen vom Miami Grand Prix. Mir gefallen besonders die Eindrücke aus dem Fahrerlager. Denn dabei kann der Zuschauer mehrfach den heißen Mustang IMSA GTO unter die Haut der Karosserie schauen. Dazu gibt es fast eine ganze Onboard-Runde mit Porsche 962. Der Rennwagen, den der Rennfahrer Danny Tepper in der Handlung steuert, stammte übrigens von Holbert Racing. Das US-Team baute übrigens im Auftrag von Porsche die Chassis seiner Fahrzeuge selbst. In der Realität des echten Miami Grand Prix teilten sich Teamchef Al Holbert und Derek Bell auf dem Weg zum Sieg im Cockpit die Arbeit.

Danny Sullivan trat 1985, als die Dreharbeiten stattfanden, nicht in Miami an. Erst ein Jahr später saß der Amerikaner in Miami tatsächlich in einem IMSA-Prototyp. Allerdings zog Organisator Sanchez inzwischen mit seinem Rennen auf eine semi-permanente Anlage im nahen Bicentennial Park, etwas nördlich der ursprünglichen Strecke gelegen, um. Zusammen mit US-Legende AJ Foyt fuhr Sullivan in Miami 1986 auf Platz zwei. Schon vier Monate zuvor siegte Sullivan zudem beim CART-Rennen in Miami. Dieses Rennen fand allerdings auf einer Strecke im Tamiami Park im Westen der Stadt statt. Was zeigt, wo das wahre Talent des Amerikaners liegt.

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