Auto-News

Bundeskabinett vereinfacht die Zulassung von Fahrzeugen

Die Zulassung oder Abmeldung von Fahrzeugen ist für Autofreunde meist kein Vergnügen. Zunächst heißt es „Nummer ziehen“. Dann gilt es gemeinsam mit vielen anderen Betroffenen zu warten, um schließlich kurz Bekanntschaft mit einigen Beamten zu machen, die den Verwaltungsakt durchführen. Das Bundeskabinett will diese Bürokratie nun verändern – zumindest ein bisschen.

Bürokratie neigt dazu, auch gutmütigen Menschen gehörig auf die Nerven zu gehen. René Goscinny und Albert Uderzo haben dies im Film „Asterix erobert Rom“ hervorragend karikiert. Asterix und Obelix sollen in einer Episode den „Passierschein A 38“ in einer Behörde, das die Bürger „das Haus, das Verrückte macht“ nennen, besorgen.

Die Gallier stoßen dabei auf nicht enden wollende bürokratische Formalitäten. Die Beamten verlangen immer wieder andere Formulare, was andere Antragsteller regelmäßig in den Wahnsinn treibt. Das Bild ist vielleicht etwas übertrieben. Trotzdem erkennen die Zuschauer in der Geschichte meist eigene Erlebnisse im Umgang mit Behörden wieder.

Weil zu viel Bürokratie das Wachstum der Wirtschaft behindert, gehört der Abbau von Bürokratie seit Jahren zu den Sonntagsreden der Politiker. Wer ein Auto an- oder abmeldet, kann davon noch nicht allzu viel spüren. Im Gegenteil in den vergangenen Jahren gab es sogar Rückschritte. Denn im Zeitalter elektronischer Datenübermittlung ist es nicht nachvollziehbar, warum ein Kurzzeitkennzeichen nur am Wohnort des Nutzers ausgestellt werden kann.

Mit zwei Neuregelungen ist nun Besserung in Sicht

Denn das Bundeskabinett hat in dieser Woche zwei Entscheidungen getroffen, die zumindest etwas Bürokratie bei der Zulassung von Fahrzeugen abbauen sollen. Zunächst will die Bundesregierung die Pflicht zur Umkennzeichnung von Fahrzeugen bei Wohnsitz- oder Halterwechseln aufheben. Sofern der Bundesrat dieser Neuregelung zustimmt, sollen Autos und Motorräder ab dem 1. Juli 2014 ihr Kennzeichen sowohl beim Wechsel des Wohnortes als auch beim Halterwechsel behalten.

Dabei ist ausdrücklich vorgesehen, dass ein Fahrzeugkäufer selbst dann das Kennzeichen nicht tauschen muss, wenn das neue Fahrzeug aus einem anderen Zulassungsbezirk stammt. Wobei die Neuregelung keine Auswirkungen auf die Kfz-Versicherungen haben soll. Denn die Gesellschaften wollen sich bei der Berechnung der Schadenwahrscheinlichkeit, die Einfluss auf die Höhe der Prämie hat, weiter am Wohnort des Halters orientieren.

Mit einer weiteren Neureglung macht das Bundeskabinett den Weg frei für eine internetbasierte Zulassung von Fahrzeugen. Ab Mitte 2014 soll zunächst möglich sein, Fahrzeuge über ein neues Internet-Portal des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) online abzumelden. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass der Bürger den neuen elektronischen Personalausweis hat. In einem zweiten Schritt soll später dann auch die Wiederzulassung durch den gleichen Fahrzeughalter in dem Portal möglich werden.

Da aber auch mit diesen Neuregelungen „A 38“ in unseren Zulassungsbehörden weiterlebt, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, ob auch Besitzerwechsel oder Neuzulassungen über das Online-Portal verwaltet werden können. Aber immerhin machen unsere Politiker jetzt einen Schritt in die richtige Richtung.

1 Kommentar

  1. Hi,

    das vorhaben klingt ja schon mal gut, in der Theorie, aber bei der Deutschen Bürokratie sieht die Praxis dann meist anders aus. Leider war es bislang immer so, dass wenn etwas vereinfacht werden sollte, nachher mehr Chaos herrschte.

    Bleibt also abzuwarten was wird.

    Gruß Heiko

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