1969 war ein interessantes Jahr. Vor 50 Jahren flogen erstmals Menschen zum Mond. Daneben veränderten die Concorde das Fliegen innerhalb der Erdatmosphäre und der Porsche 917 den Motorsport. Porsche stellt diese beiden Meilensteine der Technikgeschichte jetzt in einem Video gegenüber.

In den 1960er-Jahren veränderte sich die Welt rasant. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des folgenden Wirtschaftswunders war vorbei. Die Bundesrepublik erlebt 1967 erstmals in ihrer Geschichte ein „negatives Wirtschaftswachstum“. Das führt schnell zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Mit dem Schlagruf „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ protestierten Studenten gegen leitete Strukturen und fragwürdige Traditionen.

Manch Protestant rutschte anschließend in die Kriminalität ab. Die Baader-Meinhof-Bande und die RAF entstanden, während die Mehrzahl der Protestierenden ihren Marsch durch die Institutionen begann. In Frankreich kam es im Frühjahr 1968 nach den Studentenprotesten in Paris zu einer landesweiten Streikwelle. Der Generalstreik legte das Land lahm, weshalb die 24-Stunden von Le Mans 1968 statt in Juni im September stattfanden.

Der Protest wirkte, 1969 kam es in Deutschland, den USA und in Frankreich zu Regierungswechseln. Gleichzeitig sicherten sich die Mondlandung (20. Juli 1969) und das Woodstock-Festival (15 bis 18. August) ihren Platz in den Geschichtsbüchern. Technologisch wichtig war der Start des Internet-Vorläufers ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) im November des Jahres.

Von der Königin der Lüfte zu einem überirdischen Rennwagen!

Ein gutes Dreivierteljahr hoben mit der Boeing 747 (9. Februar) sowie dem Überschall-Verkehrsflugzeug Concorde (2. März) innerhalb weniger Woche gleich zwei revolutionäre Flugzeuge erstmals vom Boden ab. Während mit dem Jumbo-Jet das Fliegen endgültig zum Transportmittel für die Masse wurde, ließ die Concorde den Überschallflug Wirklichkeit werden.

Der „Supersonic Transport“ galt seit den 1950er-Jahren als „Next Big Thing“. Trotz hoher Kosten, die dafür sorgten, dass Boeing sein Überschallflugzeug Model 2707 nicht realisierte. Der Concorde halfen üppige Subventionen in die Luft. Da glich das Produkt des Kapitalismus seinen sowjetischen Konkurrenten Tupolew Tu-144. Wirtschaftlich war die Concorde ein Flop, flog weder ihre Betriebskosten noch ihre Entwicklungskosten ein.

Game Changer unter sich!

Zum Gewinn wurde die „Königin der Lüfte“, weil ihre Erbauer im Streben nach Perfektion und Top-Speed die Luftfahrttechnologie insgesamt weiterentwickelten. Das macht die Concorde zum perfekten Widerpart für den Porsche 917. Schließlich verschob auch der Rennwagen aus Zuffenhausen Grenzen und veränderte sein Metier. Wie gut der Porsche 917 war, zeigte kürzlich die TV-Sendung The Grand Tour bei Amazon Prime. Dort hielt der Oldtimer in den Händen von Richard Attwood erstaunlich gut gegen einen aktuellen Porsche 911 GT2RS mit.

„Dickie“ Attwood gehört zum Team der Markenbotschafter von Porsche. Kaum jemand könnte den 917 besser in der Gegenwart begleiten, als der rüstige Brite. Attwood gewann 1970 an der Seite von Hans Herrmann im 917 die 24 Stunden von Le Mans. Es war ein historischer Triumph. Mit dem Sieg stieg Porsche beim Rennen an der Sarthe endlich vom Klassensieger zum Gesamtsieger auf.

Ein Jahr später stellte der Porsche 917 einen Distanzrekord auf, der erst 2010 fiel. Zudem umrundete mit dem 917 erstmals ein Pilot den Circuit des 24 Heures mit einem Schnitt von mehr als 250 Kilometern pro Stunde. Insofern paßt der 917 eindrucksvoll zur Concorde. Weshalb Porsche diese beiden Ikonen in einem sehenswerten Video jetzt gegenüberstellt, wobei auch Richard Attwood sowie der Pilot Tim Orchard eine Rolle. Orchard war als Senior First Officer im Cockpit, als die Concorde 1996 in zwei Stunden 52 Minuten und 59 Sekunden von Paris nach New York flog und einen Weltrekord für die Ewigkeit setzte.

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