Im Rahmen der Monterey Car Week präsentiert Daimler-Benz zurzeit ein aufsehenerregendes Luxus-Coupé. Mit dem Vision Mercedes-Maybach 6 kündigt sich nach dem AMG GT der zweite große aktuelle Designentwurf aus Stuttgart an.

Schon auf den ersten Blick erinnert die Studie an legendäre Stromlinien-Coupés der 1930er-Jahre. Erinnert an Fahrzeuge wie den Mercedes-Benz 540 K Stromlinienwagen oder das BMW 328 Touring Coupé. Und das völlig unverkrampft. Denn der 2+2 Sitzer ist kein Retrofahrzeug, stellt nicht krampfhaft Bezüge zur Vergangenheit her. Stattdessen überführt die Vision eher die Tradition der Aero-Coupés souverän in die Moderne und schafft eine Ikone der Gegenwart.

Das ist nicht selbstverständlich!

Denn das Design bei Daimler-Benz war lange eine betont sachliche Geschichte. Im Vordergrund stand die Funktion. Das Beste oder gar nichts, der aktuelle Wahlspruch der Stuttgarter, bezog sich – das müssen selbst Daimler-Fans zugeben – primär auf die Technik. Atemberaubende Fahrzeuge entstanden lange bei anderen Herstellern.

Highlights wie der erste Mercedes-Benz SL und auch dessen Pagode genannten Nachfolgers mal ausgenommen. Denn auch diese Sportwagen waren zweifelsfrei wahre Designstücke. Auch in der Ära des legendären Design-Chefs Bruno Sacco gab es Highlights. Doch das bezog sich oft nur auf Details. Inzwischen gab es in Stuttgart offensichtlich ein Umdenken. Auch bei Mercedes hat das Design an Gewicht gewonnen.

In jüngster Vergangenheit tragen die Karosserien bei Mercedes sehr modische Linien. Doch wie immer in einer Findungsphase, manchmal wirkt das alles etwas übertrieben. Kritiker sehen zu viel Ornamentik und bemängeln an den aktuellen Karosserien aus Stuttgart zu viel Strass und Tand.

Doch schon mit dem Mercedes AMG GT gelang ein ganz großer Wurf. Nicht nur meiner Meinung nach ist der AMG GT zurzeit der mit Abstand schönste deutsche Sportwagen. Die lange Schnauze und die kleine Kanzel des Greenhouse sorgen für ein aufregendes Spannungsfeld. Vor drei Jahren gab es mit dem zunächst nur virtuellen Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo den ersten Hinweis zum Aussehen des SLS-Nachfolgers.

Trotzdem, als ich 2013 über die Materialisierung der virtuellen Studie schrieb, hätte ich nicht geglaubt, dass das Serienmodell so visionär wird. Die Messepremiere des AMG GT 2014 in Paris belehrte mich eines Besseren. Jetzt stellt Daimler-Benz eine weitere Vision vor. Sie lässt sich mit drei Worten beschreiben: cool, technoid und reduziert. Mercedes ist sich dessen bewußt und verwendet genau diese Begriffe in der Pressemitteilung, die das Luxus-Coupé zur Vorstellung begleitet.

Doch seht selbst:

Mein Fazit ist einfach: Bitte bauen!

Wobei beim Antrieb für mich gern auch ein Verbrennungsmotor zum Einsatz kommen darf. Denn so ein Coupé benötigt einen V12 und nicht einen Elektromotor. So ein Auto muss klingen! Ein lautloser Elektroantrieb ist in meinen Augen nur etwas für Lehrer und andere Gutmenschen, die mit ihrem Prius bevorzugt elektrisch unterwegs sind.

Zumindest meiner Meinung nach. Natürlich leben Blogs auch von den Diskussionen mit ihren Lesern. Wie findet Ihr die Gestaltung des – ich wiederhole mich – großartigen Luxus-Coupés? Was für ein Motor muss Eurer Meinung nach in der Realität unter der langen Motorhaube dieses Coupé für Vortrieb sorgen? Seht Ihr dort einen Verbrennungsmotor? Oder doch einen Elektroantrieb, wie die Studie bei der Vorstellung in Kalifornien vorweist?

4 Kommentare

    • Hakan Alemdaroglou Reply

      Alter bei dem Auto kommt das nicht auf Umwelt an, sonst must du auch Formel 1 verbieten

  1. Herrman Röhrig Reply

    Eine wirklich gelungene Studie, aber ob der wirklich in Serie geht?

    • Gunnar Hansohm Reply

      Warum denn nicht? Auf jeden Fall hübscher als das Maybach 57 S Coupé. Für mich der perfekte Sidekick zum Maybach S 600

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