Vor 30 Jahren stand auf der Tokyo-Motor Show der Toyota 4500GT. Wie bei vielen seiner Artgenossen blieb es bei der Präsentation. Aus der Studie wurde kein Serienfahrzeug. Auch wenn der spätere Lexus SC 400 auf der Technik der Studie basierte.

Strenggenommen sind wir ein paar Wochen zu spät, um an den Toyota 4500GT zu erinnern. Das Heimspiel in Tokyo, das heute 30 Jahre zurückliegt, war der zweite Auftritt der Studie. Zuvor stellte Toyota die Studie auf der IAA in Frankfurt vor. Vor 30 Jahren gehörte die Messe im Autoland Deutschland noch zu den wichtigsten Automessen der Welt. Weshalb die Studie zur Sportwagen-Zukunft in Europa Premiere feiern durfte.

Toyota 4500GT von 1989
Die Studie Toyota 4500GT stand 1989 zunächst in Frankfurt auf der IAA und anschließend auf der Tokyo-Motor Show. (Foto: Toyota)

Nach dem Auftritt bei der IAA holte Toyota die Studie zurück in die Heimat. Auf der Tokyo-Motor Show durfte das 2+2-Sitzige Coupé erneut den Messestar geben. Wie zuvor in Frankfurt fiel der 4500GT in Tokyo zunächst mit seiner ungewöhnlichen Karosserie auf. Auf dem einzigen überlieferten Foto fällt sofort die tief sitzende Schnauze auf. Daneben glänzt die Karosserie mit einem guten Luftwiderstandsbeiwert von 0,29.

Im Toyota 4500GT war der Motor der Star!

Unter der Haube stecke ein neukonstruierter V8 mit 4,5-Litern-Hubraum. Beide Zylinderbänke glänzten mit zwei oberliegenden Nockenwellen, die pro Zylinder fünf Ventile betätigten. Das Triebwerk war vor 30 Jahren absolut auf der Höhe der Zeit. Auf dem Prüfstand leistete es 295 PS bei 6.600 Umdrehungen pro Minuten. Bei 4.800 Umdrehungen pro Minute stemmte es freundliche 390 Newtonmeter Kraft auf die Kurbelwelle des Motors.

Das reichte, um den 4500GT in sieben Sekunden auf ein Tempo von 100 Kilometern pro Stunde zu beschleunigen. Eine exakte Messung der Beschleunigung führte Toyota nicht durch. Die Verantwortlichen leiteten diesen Wert von den technischen Daten ab. Das Gleiche gilt für die Höchstgeschwindigkeit, die Toyota in den Presseunterlagen optimistisch mit 300 Kilometern pro Stunde angab.

Die Kraft des Motors floß über ein an der Hinterachse verbocktes 6-Gang-Getriebe und die Hinterräder auf die Straße. Kenner wissen, dass diese Transaxle-Bauweise für ein neutrales Fahrverhalten sorgt. Die Klassiker Alfa Romeo GTV, Porsche 944 und Porsche 928 zeigen heute noch, wie das geht. Und der Toyota 4500GT wirkt in vielen Punkten wie die japanische Weiterentwicklung des Letztgenannten.

Der 4500GT war der Vorbote des Lexus SC!

Bei der Premiere war Beobachtern klar, dass die Studie nicht in das damalige Toyota-Programm passte. Mit einem 4,5 Liter großen V8 überragte der 4500GT die anderen Toyota-Modelle deutlich. Toyota bot mit der Celica und Supra zwei andere Sportcoupés an. Mit der Celica trat Japans Nummer eins  in der Rallye-Weltmeisterschaft an. Dort dominierte allerdings der Lancia Delta Integrale die Szene.

Von 1989 bis 1992 belegte Toyota viermal „nur“ den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung der Rallye-Weltmeisterschaft. Erst 1993 und 1994 holte Toyota dort den lange angestrebten Titel. Mit der größeren Supra trat Toyota in der DTM an. Dem Schweizer Einsatz-Team Bemani Motorenbau gelang es nicht, die Supra im Vorderfeld der DTM zu platzieren. Das passt nicht zum Führungsanspruch des japanischen Autobauers, der vor 30 Jahren nach mehr strebte.

Trotzdem schaffte es der Toyota 4500GT nicht auf die Straße. Stattdessen entstand bei Toyota die Edelmarke Lexus. Sie startete 1989 mit zwei Limousinen. 1991 stellte Toyota diesen den Lexus SC 400 zur Seite. In diesem Coupé der Oberklasse steckte unter dem Blech und im Innenraum einiges, was zuvor im Toyota 4500GT Premiere feierte.

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