Über den Käfer sagte man: er läuft, und läuft und läuft … Das funktionierte solange, dass der Käfer-Hersteller Volkswagen an der Monokultur fast kaputtgegangen wäre. Mit dem vor 40 Jahren vorgestellten VW Golf fuhr Volkswagen aus der Krise und festigte innerhalb weniger Jahre seinen Status als unumstrittene Nummer 1 in Europa.

Dabei waren die Vorzeichen nicht einfach. Gewartet hat – fast auf dem Höhepunkt der Ölkrise – niemand auf den Golf. Eine durchaus wichtige Rolle bei der erfolgreichen Markteinführung des Golfs spielte der Journalist Fritz B. Busch. Der hatte es mit einer Serie „Für Männer, die Pfeife rauchen“ in der Autozeitschrift „Auto, Motor und Sport“ zu einer großen Bekanntheit gebracht und diese als Mitarbeiter des STERN noch ausgebaut.

Denn vor 40 Jahren waren Zeitungen und Zeitschriften, das mag sich manch Jugendlicher heute gar nicht mehr vorstellen, echte Meinungsführer. Busch, der zu seiner Autoleidenschaft auch über eine oft satirische Schreibe verfügte, war ein Star der Branche. Das machte Busch zum geeigneten Protagonisten für eine Fahrt von Alaska nach Feuerland – in einem weitestgehend serienmäßigen VW Golf der ersten Stunde wohlgemerkt.

Vor 40 Jahren: Mit dem Golf von Alaska bis Feuerland
Vor 40 Jahren: Mit dem Golf von Alaska bis Feuerland – Fotos: Volkswagen

Denn die beiden identischen VW Golf mit einem 1,5 Liter großen und 70 PS starken Vierzylinder-Motor liefen im Juli 1974 vom Band. Abgesehen von einem Unterfahrschutz für Motor, Ölwanne und Getriebe sowie Nebelleuchten und Halogen-Zusatzscheinwerfern blieben sie nahezu unverändert. Zur Sonderausstattung gehörten außerdem ein Radio „Emden“, ein Drehzahlmesser und ein Öldruckmesser von VDO. Die serienmäßige Rückbank entfernte man, um Laderaum für Ersatzteile und Verpflegung zu schaffen.

30.514 Kilometer in 94 Tagen!

Los ging der – heute nennen Blogger schon kürzere Touren so – Roadtrip im Oktober 1974 in Fairbanks, Alaska. Durch den Yellowstone-Park, über den Großen Salzsee, durchs Tal des Todes führte die Route immer in Richtung Süden. Durchquert wurden fast alle Staaten Mittelamerikas. In den Anden bewältigten die zwei Golf Passüberfahrten auf bis 4.800 Metern Höhe, um nach 94 Tagen im Januar 1975 das Ziel im chilenischen Ushuaia auf Feuerland zu erreichen.

Bis auf Kleinigkeiten hatten die beiden Golf – sowie der als Begleitfahrzeug eingesetzte T2b – alle Strapazen gut überstanden. Obwohl es auf dem Weg einige Beulen, abgerissene Zierleisten und zerstörte Scheinwerfer gab. Selbst der in den Anden aufgerissene Tank eines Golfs wurde auf dem Weg repariert. Fritz B. Busch und Frank Müller-May verarbeiteten die Fahrt im lesenswerten Reisebericht „Der große Test. Mit dem Auto von Alaska nach Feuerland.“

Beide Golf sind übrigens erhalten. Ein Exemplar (WOB-V 587) steht heute in dem von Fritz B. Busch gegründeten Automuseum Busch in Wolfegg im Allgäu. Der andere Golf (WOB-V 645) gehört zur Sammlung der Stiftung AutoMuseum Volkswagen in Wolfsburg.

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