In der kommenden Woche startet in Genf der Internationale Autosalon. Traditionell ein Ort, an dem die Autohersteller mit Studien und Konzeptfahrzeugen in die eigene Zukunft blicken. VW zeigt mit der Studie T-ROC wie man sich in Wolfsburg einen Lifestyle-Mini-SUV vorstellt – als Coupé unter den Mini-SUV.

Europas Nummer 1, Volkswagen, ist längst mehr als die soliden Golf und Passat. Mit dem Tiguan und dem Touareg bieten die Wolfsburger zwei recht erfolgreiche SUV an. Doch die Idee SUV hat sich weiterentwickelt. Die Marketingabteilungen sprechen gern vom Fahrzeug für den „Urban Jungle“. BMW hat mit dem Mini Countryman einen kleinen SUV für Lifestyler am Markt etabliert. Der Nissan Juke oder der Opel Mokka finden auch in Deutschland vergleichsweise leicht ihre Kunden. Das weckt offensichtlich auch in Wolfsburg Begehrlichkeiten.

Auftritt VW T-ROC

Bekannt war, dass VW ab 2016 den auf Basis des up! entwickelten Taigun auch nach Deutschland bringt. Doch zwischen dem Taigun und dem Tiguan sehen die Verantwortlichen offensichtlich noch eine Lücke in ihrem Modellprogramm. Diese würde eine mögliche Serienversion der in Genf präsentierten Studie T-ROC füllen. Vermutlich schneller als der Konkurrenz lieb ist, denn VW arrangiert beim T-ROC die im Konzern vorhandene Technik in einer neuen attraktiven Hülle. Das macht kurze Entwicklungszeiten möglich und sorgt später – in der Produktion – für günstige Kosten.

Heckansicht der Volkswagen SUV-Studie T-ROC
Heckansicht der Volkswagen SUV-Studie T-ROC – (mehr …) Foto: Volkswagen

Die Gestaltung der Studie verbindet – ganz Volkswagen – die eigene Tradition mit einem Ausblick in die Zukunft. Ok, über das Heck, das mich an den aktuellen Scirocco erinnert, kann man streiten. Die großen runden Frontscheinwerfer würdigen den legendären Volkswagen Karmann Ghia Typ 34. Können aber – natürlich – mehr als damals. Denn sie sind im T-ROC – da sind wir in der Zukunft – als universelles Sichtinstrument ausgelegt. Der Einsatz der LED-Technik ermöglicht es, einen Nebelscheinwerfer, das Fahrlicht sowie das Fernlicht mit einem beweglichen Suchscheinwerfer und einer Kamera in einer Einheit zusammenzufassen.

Frontansicht der Studie T-ROC
Frontansicht der Studie T-ROC – (mehr …) – Foto: Volkswagen

Auffällig ist das bullige, ja fast aggressive Design der Studie. Wer die Serien-SUV aus Wolfsburg vor Augen hat, der glaubt nicht, dass das so in der Serie Bestand haben wird. Mit 19“-Rädern der Dimension 245/45 bestückt, lebt die Studie T-ROC auf großem Fuß. Auf dem Weg zur Serie werden die Reifen sicherlich schrumpfen und der T-ROC – wie immer er dann heißen mag – an Aggressivität verlieren. Das Serienmodell wird braver werden, keine Frage. Offen ist, wie viel Anleihen an erfolgreiche Mini-SUV Konzepte erhalten bleiben. Beim ersten Blick auf die Frontpartie haben mich die Stoßstangen des T-ROC spontan an den Nissan Juke erinnert.

Innenraum der Studie T-ROC
Innenraum der Studie T-ROC – (mehr …) – Foto: Volkswagen

Neue Wege – in dieser Fahrzeugklasse – geht VW beim Dach. Auch wenn genau das so vermutlich nur geringe Chancen auf eine Umsetzung in der Serie hat. Das Mittelteil des Dachs besteht aus zwei Hälften, die sich herausnehmen lassen. Wenn dann auch noch die Seitenscheiben versenkt werden, strömt viel Frischluft in den Innenraum. Wobei die hinteren Passagiere wegen der stark gewölbt nach vorne verlaufenden C-Säule nicht ganz im Freien sitzen. Ein „Problem“, das von vielen coupéartigen Fahrzeugen bekannt ist. Allerdings in dieser Fahrzeugklasse keine wesentliche Rolle spielen dürfte. Denn wer regelmäßig vier (ausgewachsene) Personen transportieren will, greift nicht zu einem Mini-SUV.

Der Antrieb der Studie VW T-ROC

Der T-ROC verfügt über einen sich selbstständig zuschaltenden Allradantrieb. Im normalen Fahrbetrieb treibt der zwei Liter große TDI mit 184 PS Leistung die Vorderräder an. Erst wenn dort Schupf auftritt, bezieht eine Haldex-Kupplung die Hinterräder in den Antrieb ein. 4Motion nennt VW dieses Prinzip. Es ist, wie der Motor, aus zahlreichen anderen Produkten des Hauses bekannt. Im T-ROC weist VW auf die Möglichkeit hin, das Verhalten der Kupplung zu beeinflussen. Auf losem Untergrund oder Schnee kann eine Antriebsverteilung von 50:50 festeingestellt werden.

Ich bin gespannt, wann – und in welcher Form – VW aus dem T-ROC ein Serienmodell macht. Ein guter Ort und Zeitpunkt könnte die IAA im kommenden Jahr in Frankfurt sein. Aber vielleicht überrascht uns VW auch schon zur Mondial de l’Automobile, die im Oktober in Paris stattfinden wird, mit einem neuen Modell.

1 Comment

Write A Comment

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.