Meinung und Kommentar

Schon mal darüber nachgedacht, warum Du eigentlich ein Blog betreibst?

Über die Frage, was ist ein Blog, wird immer wieder gern diskutiert. In Nuancen hat sich diese – oft auch überhöhte – Diskussion im Laufe der Zeit sicherlich immer wieder etwas verändert. Aktuell hört man zum Beispiel oft, ob eine Plattform, die von mehreren Autoren mit Inhalt gefüllt wird, überhaupt ein Blog sein kann? Oder ist sie bereits ein Magazin?

Ich halte diese künstliche Unterscheidung für völlig sinnlos. Zumal in der Frage eben immer ein „noch“ und ein „schon“ mitschwingt. Mich stört, dass die Frage von den Inhalten, die ich für wirklich wichtig halte, ablenkt. Aus den Zeiten, wo es einfach nur cool war, ein Blog zu betreiben, sind wir hoffentlich heraus. Natürlich soll bloggen Spaß machen. Doch wenn man intensiverer bloggt oder gar vom bloggen leben möchte, dann sollte das Geschäftsmodell nicht nur daraus bestehen, ein Blog zu betreiben.

Wie bei jeder Unternehmung sollte man dann zumindest einen groben Geschäftsplan vorweisen können. Wer das nicht kann, der wird irgendwann in einer Sinnkrise landen. Im besten Fall hält sich unser Blogger mit Aktionismus noch eine gewisse Zeit über Wasser. Doch langfristig wird er scheitern, weil sich am Ende des Tages eben auch Online-Journalismus rechnen muss. Daher gehören für mich in den Geschäftsplan eines Bloggers, der nicht nur zum Spaß bloggt, mindestens die zwei groben Rubriken Inhalte und Einnahmen.

Worüber will man eigentlich schreiben?

Nur wer diese Frage sauber beantworten kann, wird langfristig Leser binden. Denn Inhalte sind für mich das wichtigste Element überhaupt. Ich bin der festen Überzeugung, dass es besser ist, sich auf eine klare Nische zu konzentrieren und nicht auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen. Daher stehen hier bei AutoNatives.de Youngtimer, Oldtimer und vor allem der historische Motorsport im Mittelpunkt – übrigens nicht erst seit gestern, sondern inzwischen seit fast sechs Jahren! Warum? Weil uns diese Autos interessieren.

Diese klare inhaltliche Schwerpunktsetzung ist auch dafür verantwortlich, dass wir uns für AutoNatives.de nicht um Testwagen bemühen und auch an Veranstaltungen der Autohersteller meist nicht teilnehmen. Denn Themen, die nicht zu unserem festgelegten Schwerpunkt passen, finden nur dann Berücksichtigung,

  • wenn uns das Thema interessiert,
  • wir uns genügend in dem Thema auskennen, um ggf. eine eigene Meinung vertreten können
  • und wir in der Lage sind, eigene Inhalte schaffen können.

Punkte, die ich persönlich bei vielen Blogs leider vermisse. Oftmals wird einfach drauflos geschrieben. Vielleicht weil ein Thema gerade in Mode ist, vielleicht weil das Themengebiet von außen irgendwie lukrativ erscheint. Der Außenstehende merkt dann schnell, dass dem Schnellschuss die Substanz fehlt. Auch wenn dem Blogger selbst diese Erkenntnis fehlen mag.

Blogger hört die Signale!

Typisch ist der Fluchreflex, der einsetzt, wenn solche Blogger auf offensichtlich unerwartete Widerstände stoßen, beispielsweise in einem Gespräch mit dem Presseverantwortlichen eines Autoherstellers. Ich kenne viele Beispiele, wo in solchen Fällen frustiert bei anderen Bloggern Luft abgelassen wird. Beliebter Tenor dabei: „Wie kann der? Weiß der nicht was Blogs sind? Wir sind die Zukunft! Der ist doch Vergangenheit! …“

Bullshit! Wer so handelt, der verpasst gerade eine großartige Chance. Da gibt es mal ein extrem wertvolles Feedback zur eigenen Arbeit und der Blogger zieht sich beleidigt in die Schmollecke zurück. Besser ist es, bei so einer Gelegenheit sein Angebot mal von außen zu reflektieren und sich der Frage zu stellen, was den Gesprächspartner zu dieser ablehnenden Haltung veranlasst hat. Ich persönlich habe extrem gute Erfahrungen gemacht, diese Frage direkt mit dem Kritiker, ob dieser nun das Blog, einen Beitrag oder vielleicht eine meiner Werbeaktion kritisiert, zu erörtern. Wenn man dabei seinem Kritiker wirklich zuhört, kann man mit Sicherheit in Zukunft ein besseres Blog betreiben.

Bei den Einnahmen haben wir hier bei AutoNatives.de die glückliche Situation, dass die beteiligten Blogger nicht darauf angewiesen sind, mit den Erlösen aus dem Blog ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Unser Ziel ist, dass das Blog seine Kosten einspielt. Denn nur für ein Hobby nimmt auch der Betrieb von AutoNatives.de inzwischen einfach zu viel Zeit in Anspruch und kostet, wenn man die Reisen zu den Veranstaltungen des historischen Motorsports berücksichtigt, auch zu viel Geld.

Trotzdem machen wir nicht alles mit. Wenn ein Reifenhändler mit extrem bekannten und sportlichen Testimonial hier für einmalig 80 € einen unendlich laufenden Banner mit Link buchen will, ist das keines weiteren Kommentars wert. Das ist eine Unverschämtheit. Offensichtlich gibt es Leute, die das machen. Aber das ist ein anderes Thema, das wir gern in einem anderen Post aufnehmen können.

Warum bloggst Du eigentlich?

Im Moment interessiert mich warum andere Blogger bloggen. Ich habe wirklich versucht, in anderen Blogs eine Antwort auf diese Frage zu finden. Es ist mir nur im Ausnahmefall gelungen. Nur sehr selten gehen auch Blogger, die sonst zu allem eine Antwort wissen, auf diese Frage ein.

Dabei würde mich die Antwort auf diese Frage im einen oder anderen Fall wirklich brennend interessieren – und Eure Leser, liebe Blogger, bestimmt auch. Das Blog, das diese Frage in den nächsten Wochen mit einem neuen Blog-Beitrag in meinen Augen am besten beantwortet, bekommt daher am 2. März 2013 eine Überraschung von mir.

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Themen in diesem Artikel:

Als Kind der 1970er-Jahre hatte Tom das große Vergnügen, in einem ausgesprochen automobilen Umfeld aufzuwachsen. Das war der optimale Nährboden, um heute über Autos zu schreiben und regelmäßig am Mikrofon über Autos zu sprechen. Denn Tom Schwede moderiert seit 2010 bei großen Oldtimer- und Klassik-Veranstaltungen in Deutschland. So ist Tom unter anderem bei den Classic Days auf Schloß Dyck oder dem 1.000 Kilometer-Rennen am Nürburgring zu hören.