Ferrari hat Fernando Alonso den Rennsitz vor die Tür gestellt. Statt Alonso wird in der kommenden Saison Sebastian Vettel am Lenkrad der Italiener drehen. Die Fortsetzung der Karriere des Spaniers ist zurzeit offen. Die meisten Beobachter sehen Alonso bei McLaren-Honda. Andere schreiben ihn in das Le Mans Cockpit von Toyota. Doch es gibt ein anderes Gedankenspiel. Alonso ist gern der Chef. Warum kauft der Spanier nicht einfach das insolvente Team von Caterham?

Zugegeben, die „Option“ ist im Moment reine Spekulation. Doch sie hätte zweifelsfrei Charme. Und sie könnte funktionieren. Denn Caterham ist zweifelsfrei eine gute Basis, um ein eigenes Formel-1-Team zu betreiben. Die Briten sind seit 2010 in der Formel 1 am Start. Auch wenn sie noch keinen Punkt gewonnen haben, 94 gefahrene Grand-Prix sind ein solides Fundament. Zudem verfügt das Team über Pläne für ein 2015er-Fahrzeug. Und es verfügt über die Infrastruktur, um das auch zu bauen. Für die Teile, die das Team nicht in der heimischen Fabrik in Leafield bauen kann, verfügt das Team über ein bewährtes Zulieferer-Netz.

Nach der Insolvenz ist Caterham „günstig“ zu haben.

Die bisherigen Eigentümer haben nach fünf Jahren die Lust verloren und sich dem Fußball zugewandt. Sie störte, dass das Team zuletzt alleine 38 Millionen für seine Motoren bezahlen musste. Ein Kostenblock, den Fernando Alonso zumindest in den nächsten Jahren reduzieren könnte. Denn sicherlich wäre Ferrari froh, wenn das beiderseitige Einvernehmen der Vertragsauflösung nicht zu einem sofortigen Abfluss finanzieller Mittel führt. Die Alternative in Form der Lieferung von Motoren würde die Kasse der Italiener schonen. Charmant auch, dass Ferrari nach dem Ausfall seines bisherigen Kunden Marussia über freie Kapazitäten verfügt.

Für Fernando Alonso hätte die Übernahme den Vorteil, endlich Herr im eigenen Haus zu sein. Nach zwei Titeln mit Renault wechselte Alonso 2007 zu McLaren. Dort eckte der Asturier schnell bei der Teamleitung an. Nach nur einer Saison einigten sich Fahrer und Team auf eine Vertragsauflösung. Insofern ist das, was Alonso jetzt bei Ferrari erlebt, keine Premiere. Auch das zweite Engagement bei Renault (2008/09) war wenig erfolgreich. Anders als erwartet, fuhr der Spanier auch am Steuer der roten Göttin aus Italien in fünf Jahren nicht dauerhaft auf die Siegerstraße zurück.

Fernando Alonso gilt als der schnellste Pilot der Gegenwart und ist trotzdem seit 2006 titellos.

Das nagt offensichtlich an dem Spanier. Spätestens als die Konkurrenzfähigkeit auch in diesem Jahr bei Ferrari ausblieb, wurde Alonso zum Motzkopf. Mehrfach kritisierte der Pilot sein Team. Der Rauswurf war seit dem Sommer ein offenes Geheimnis. Das Ziel, ein drittes Mal zum Titel zu fahren, wird dadurch nicht einfacher zu erreichen. Red Bull zeigte kein Interesse an den Diensten des Ex-Champions. Die mögliche Zusammenarbeit mit McLaren wäre keine Liebesheirat. Sie wäre eher das Ergebnis der fehlenden Alternativen.

Denn es ist im Moment völlig unklar, ob der Honda-Motor, den McLaren im kommenden Jahr einsetzt, von Anfang an konkurrenzfähig ist. Das weiß vermutlich auch Alonso. Fraglich ob der Spanier Lust und Zeit hat, einem neuen Motor das Laufen beizubringen. Das macht die Übernahme von Caterham interessant. Im eigenen Team wäre Alonso endlich uneingeschränkter Herr im Haus. Mit der Übernahme würde sich der Spanier auf eine Stufe mit fahrenden Teamchefs wie Jack Brabham, Bruce McLaren oder Graham Hill stellen.

Ich bin sicher, dass das Projekt bei Fans und Sponsoren viel Aufmerksamkeit geniessen würde. In einem „Alonso“ wären – im ersten Jahr – selbst Mittelfeld-Platzierungen ein Erfolg. Das würde den Druck senken und es gäbe dem Teamchef die Möglichkeit, in Ruhe etwas aufzubauen. Etwas, womit der Spanier kräftig an der eigenen Legende stricken würde. Und etwas, dass wo der Egomane Alonso endlich alles unter Kontrolle hätte.

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