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Habt Ihr Euch eigentlich schon mal gefragt, was die ganzen Zeichen und Beschriftungen auf der Flanke von Autoreifen bedeuten? Rallye-Profil Armin Schwarz erklärt das jetzt bei uns im Blog in einem Video. Zudem gibt es die wichtigsten Infos auch zum Nachlesen.

Denn auf modernen Auto-Reifen finden sich einige Informationen, die Ihr als verantwortungsvolle Autofahrer spätestens beim Reifenkauf kennen solltet. Doch der Reihe nach. Fangen wir mal mit dem Einfachen an:

  1. Hersteller-Name … praktisch alle namhaften Reifenhersteller prägen ihren Namen auf die Seite des Reifens. Sie stehen so mit ihrem Namen für die Qualität ihrer Produkte ein. In den Vergleichstest der Auto-Zeitschriften und Automobil-Club zeigt sich übrigens oft, dass die Markenprodukte besser als eher unbekannte Produkte abschneiden.
  2. Name des Reifenmodells … ein Attribut, das die Hersteller meistens recht groß auf die Flanken ihrer Pneus drucken. Bei Michelin heißen die Winterreifenmodelle zum Beispiel Alpin 5 oder CrossClimate.
  3. Winterkennzeichnung … Winterreifen tragen auf ihrer Flanke das Symbol der Schneeflocke. Dazu den Text M+S. In Deutschland steht das für Matsch und Schnee. Gemeint ist aber das englische „mud and snow“. Auf in Deutschland nicht mehr laubten Spikereifen heißt es übrigens „M+SE“.

Was heißt eigentlich 195/55 R 16 85 H?

Jetzt wird es schon komplizierter.

  1. Nennbreite in mm … die Breite eines Straßenreifens – sofern es ein heute üblicher Radial- oder Gürtelreifen ist – findet Ihr ebenfalls praktisch auf allen Reifen. Sie wird in Millimetern angegeben. 195 oder 205 heißt dann, dass der Reifen 19,5 oder 20,5 Zentimeter breit ist. Bei den – heute seltenen – Diagonalreifen wird der Wert in Zoll mit zwei Nachpunktstellen angegeben.
  2. Querschnittsverhältnis … direkt hinter der Nennbreite und durch einen / getrennt nennen die Hersteller das Verhältnis der Höhe des Reifens zur Breite. Der Wert wird al Prozentangabe auf den Reifengedruckt. 195/55 heißt demnach, dass der Reifen rund 10,7 Zentimeter hoch ist. Steht dort 205/55 ist der Reifen 11,2 Zentimeter hoch.
  3. Bauart … auf fast allen Reifen, die Autofahrer in Europa auf moderne Autos ziehen, steht an dieser Stelle nur ein R. Diese Abkürzung kennzeichnet einen sogenannten Radial-Reifen. Spätestens seit den 1980er-Jahren sind sie Standard. Nur bei Landwirtschaftsfahrzeugen, Oldtimern oder Motorrädern gibt es heute noch die vorher üblichen Diagonalreifen mit den weichen Flanken.
  4. Felgendurchmesser … direkt hinter dem R steht der Felgendurchmesser in Zoll, den der Reifen benötigt.
  5. Tragfähigkeitsindex … der nächste Wert gibt an, wie viele Kilo der einzelne Reifen tragen darf. Die 85 in unserem Beispiel oben steht für eine zulässige Last von 515 Kilogramm. Eine vollständige Tabelle dazu findet Ihr bei Wikipedia.
  6. Geschwindigkeitsindex … im Rahmen der Zulassung eines Reifens, muss der Hersteller die Höchstgeschwindigkeit dokumentieren, bis zu der ein einwandfreier Dauerbetrieb des Reifens garantiert ist. Sofern der Luftdruck korrekt eingestellt ist. Weshalb Ihr auch den Luftdruck Eures Fahrzeugs regelmäßig prüfen solltet. Das H in unserem Beispiel bedeutet, dass die Höchstgeschwindigkeit des Reifens bei 210 Kilometern pro Stunde liegt. Auch dazu findet Ihr bei Wikipedia natürlich eine vollständige Tabelle.

Doch es gibt noch viel mehr, was auf der Reifenflanke steht. So könnt Ihr dort zum Beispiel finden, wann der Reifen die Fabrik verlassen hat. Das ist eine sehr wichtige Information. Denn das Gummi der Reifen unterliegt einem Alterungsprozess. Spätestens wenn der Reifen zehn Jahre alt ist, verweigert der Tüv-Prüfer Eurem Auto bei der Prüfung das Siegel. Soweit würde ich es jedoch gar nicht kommen lassen. Experten empfehlen Reifen spätestens nach sechs Jahren zu erneuern. Egal, wie viel Profil dann noch auf den Reifen ist.

  1. Schlauchlos … moderne Reifen benötigen keinen Schlauch, um die Luft zu halten. Damit der Reifendienst das sofort erkennt, das steht in diesem Fall „Tubbeless“ auf der Flanke.
  2. Herstellungswoche und -jahr … dieser Wert wird oft als DOT-Kennzahl bezeichnet. Hintergrund ist, dass das Departement of Transportation in den USA als Erster von den Reifenherstellern verlangte, die Herstellungswoche und das Herstellungsjahr zu vermerken. Bis zum Jahr 2000 reichte dazu eine Zahl mit drei Stellen. So hieß hier 229, dass der Reifen in der 22. Kalenderwoche des Jahres 1999 hergestellt wurde. Seit 2000 verfügt der Code über vier Stellen. Ein Reifen, der in dieser Woch gefertigt wurde, trägt also den Code 4215.
  3. Maximale Belastung … doppelt hält besser? Denn schon mit den Traglastindex wird die maximale Belastung gekennzeichnet. Doch die USA verlangen diese Angabe im Klartext. Deshalb ist sie als Kilogramm und in Pound (LBSI) auf der Reifenflanke vermerkt.
  4. Maximaler Druck … wie stark darf man seinen Autoreifen eigentlich aufpumpen? Auch das steht auf der Reifenflanke.
  5. ECE-Prüfzeichen … Und zumindest in der EU findet sich auf jedem Reifen auch das obligatorische ECE-Prüfzeichen.

Das ist noch längst nicht alles!

Mit den US-Kennzeichen (TREADWEAR, TRACTION und TEMPERATURE) finden sich weitere Kennzeichen auf fast jedem in Deutschland verkauften Reifen. Insgesamt hat ein handelsüblicher Reifen somit locker mehr als 20 Merkmale und Kennzeichen, die auf seiner Reifenflanke vermerkt sind. Und dank dieser Anleitung könnt Ihr jetzt die Wichtigsten problemlos entziffern.

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