Meinung und Kommentar

Was wurde eigentlich aus den automobilen Visionen von Nicolas Hayek?

Nicolas Hayek veränderte den Uhrenmarkt und hatte zahlreiche Ideen, unsere Mobilität zu verändern. Heute vor drei Jahren verstarb der Schweizer. Welche seiner Ideen wurden eigentlich inzwischen umgesetzt?

Vor 30 Jahren machte Nicolas Hayek die Swatch-Uhr zum Welterfolg. Weil der Schweizer mit den verspielten, bunten Plastikuhren Abschied vom üblichen Statusdenken nahm, wurden die Uhren schnell zum Statussymbol einer ganzen Generation. Bis heute verkaufte Swatch weltweit rund eine halbe Milliarde Uhren. Bis zum Jahr 2033 will Swatch 1.111 Millionen Uhren verkaufen.

Abseits der Uhren erdachte Nicolas Hayek Ende der 1980er-Jahre das Konzept für einen kleinen, leichten, zweisitzigen Stadtwagen. Ausgerüstet mit einem umweltfreundlichen Elektro- oder Hybridantrieb und begleitet von zahlreichen weiteren Ideen wollte Hayek mit dem Gefährt auch den Automarkt verändern.

Aus dem Swatch-Auto wurde der Smart

Die Umsetzung seiner Vision ging Hayek zunächst gemeinsam mit Volkswagen an. Doch innerhalb des Konzerns gab es von Anfang an Kritiker, die das Projekt nicht verstanden. Das Vorhaben scheiterte, Volkswagen ging mit den 1-Liter-Autos eigene Wege.

Hayek führte das Projekt zusammen mit der Daimler-Benz AG weiter. Hier wurde das Swatch-Auto als zweisitziges Stadtauto der Automarke Smart realisiert. Allerdings ohne den Elektro- und Hybridantrieb, den der Schweizer Ideengeber ursprünglich geplant hatte. Stattdessen orientierte sich der erste Smart technisch stark an der Studie NAFA. Diese hatte Daimler-Benz bereits 1986 vorgestellt.

Auch Konzepte für – ähnlich den Swatch-Uhren – auswechselbare Karosserieteile oder Car-Sharing setzte rund um den Smart damals niemand um. Ebenso wie eine Kooperation mit der Bahn, die den Kunden gemeinsam mit seinem Swatch-Auto über weitere Strecken transportieren sollte. Hayek kehrte dem gemeinsamen Unternehmen daher bald den Rücken zu.

Einige seiner Entwickler gründeten in der Schweiz die Cree AG, um dort das zweisitzige und dreirädrige Elektroleichtfahrzeug Sam Cree zu entwickeln. Und auch Hayek verfolgte seine Ideen weiter. Rund fünf Jahre vor seinem Tod im Jahr 2012 gründete Hayek die Belenos Clean Power. Im Heute von Hayeks Sohn Nick geführten Unternehmen entstand inzwischen der Belenos ELV2.

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Vielleicht wieder etwas zu früh

Denn bei der Stromversorgung des Elektroantrieb des viersitzigen Kleinwagens setzt Belenos statt auf Batterien auf eine Brennstoffzelle. Angetrieben wird die Brennstoffzelle im ELV2 von Wasserstoff. Um den gesamten Energiekreislauf abzudecken, gehört zur Ideenwelt des Unternehmens eine umweltfreundliche Tankstelle. Solarzellen auf dem Dach der Tankstelle erzeugen dabei den für die Elektrolyse von Wasser notwendigen Strom.

Es bleibt spannend, wie viel Swatch-Auto noch Realität wird. Bis es soweit ist, blicken wir auf die Studie Toyota ME.WE. Denn die Studie zeigt zumindest eindrucksvoll, wie das Swatch-Auto vielleicht heute aussehen würde.

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1 Kommentar

  1. Smarts und Swatch Uhren sind aus der heutigen Welt praktisch nicht mehr wegzudenken! Wahnsinn was ein einzelner Mensch mit tollen Ideen verändern kann.

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