Michael Münzenmaier und Peter Pech waren für viele bereits die sicheren Sieger der Planai Classic 2011. Denn normalerweise ändert sich auf der abschließenden Planai-Bergprüfung nur noch wenig. Der Sieger der Planai Classic steht in den meisten Fällen nach dem ersten Tag, wenn der abendliche Nachtprolog absolviert wurde, fest. Doch an diesem Jahr war es anders!

Pius Weckerle und Werner Gassner hatten in ihrem Mini Cooper S aus dem Jahr 1966 nach dem Nachtprolog 18 Strafpunkte mehr als die führenden Michael Münzenmaier und Peter Pech im Opel Ascona A Rallye, Bj.1971 auf dem Konto. Bei der abschließenden Prüfung auf der Planai Bergstraße sorgten sie dann für den großen Coup. Zweimal mussten die 41 noch im Wettbewerb verbliebenen Teams hier die schwierige Bergprüfung absolvieren. Die Aufgabe dabei, in den beiden Läufen zwei möglichst gleiche Zeiten zu produzieren.

Dem führenden Münzenmaier gelang mit einer Abweichung von 26 Hundertstelsekunden ein – wie er sagt – „üblicher Wert“. Doch das Duo
Weckerle/Gassner fuhr zwei beinahe identische Zeiten. Es erzielte eine Abweichung von lediglich einer Hundertstelsekunde! Mit diesem Glanzstück konnten die Mini-Treter den Sieg noch an sich reißen und anschließend ihren ersten Sieg bei der Planai Classic bejubeln. In den Vorjahren hatte Pilot Pius Weckerle bei der Kult-Winterrallye bereits zweimal den zweiten Platz errungen.

“Reine Glückssache“

Weckerle jubelte über seinen Premierensieg, räumte aber auch ein: „Es war eine reine Glückssache – dass man nur eine Hundertstelsekunde Abweichung hat, das kann man nicht planen. Gegen Münzenmaier zu gewinnen, ist eine gute Leistung. Doch wenn er beispielsweise nur 16 Hundertstelsekunden Abweichung gehabt hätte, wäre es sich bereits nicht mehr ausgegangen.“

Münzenmaier gratulierte herzlich und erklärte: „Dass man auf der Planai Bergprüfung nichts gewinnen, sondern nur verlieren kann, wie es so oft heißt, ist nicht ganz richtig, wenn man die gestrigen Zweitplatzierten und nunmehrigen Sieger betrachtet. Die sind einfach sensationell gefahren und haben den Sieg sicher verdient. Ein Hundertstel Unterschied – da möchte ich ganz herzlich gratulieren, das war toll. Unsere Abweichung von 26 Hundertstel ist normal auf dieser Prüfung, aber wenn jemand nur eine Hundertstel Differenz hat, dann hat er verdient gewonnen.“

“Tolle Sonderprüfungen“

Sieger Weckerle zeigte sich von der 15. Ausgabe der Planai Classic begeistert: „Der Schnee und das Eis haben sicher einen großen Reiz ausgeübt – im Vorjahr, bei nahezu trockenen Bedingungen, war es sicher einfacher.“ Er sprach den Veranstaltern Helmut Zwickl und Michael Glöckner ein großes Lob aus: „Es gab wirklich tolle Sonderprüfungen, die Kontrolleure sind auch nicht wirklich ‚böse’ gestanden. Am schwierigsten war für mich die Prüfung Vorberg, was aber an unserem Auto liegt.“ Lachend fügte Weckerle hinzu: „Der Mini Cooper S ist für mich sicher nicht das optimale Auto für die Planai Classic.“

Der zweitplatzierte Michael Münzenmaier zeigte sich hingegen begeistert von seinem Boliden: „Der Opel Ascona war eine Sensation – ich habe das Auto zwei Tage vor der Rallye bekommen, das ist eigentlich unvorstellbar. Ich hatte also überhaupt keine Übung mit diesem Auto – ich hatte vor der Hinterachse, auf der Rückbank rund 50 Kilogramm Gewicht liegen und das Auto verhielt sich dermaßen ausgeglichen. Die 150 PS brauchst du – und er hat eine kleine Lenkübersetzung, das ist so spielerisch zu fahren, wirklich sensationell.“

Aaltonen knapp vor Waldegaard

Das viel beachtete Duell der Rallye-Legenden konnte Rauno Aaltonen – ebenfalls mit einem Mini Cooper S unterwegs – für sich entscheiden. Aaltonen konnte die Planai Classic 2011 trotz kleiner Pannen auf Platz zehn beenden, während sein „Gegenspieler“ Björn Waldgaard knapp dahinter auf Rang elf ins Ziel kam. Aaltonen erzählte, was ihm und seinem Navigator Manfred Huber auf der Planai-Bergprüfung passierte: „Unser Entfernungsmessgerät hat versagt. Einmal lagen wir sogar sechs Sekunden zurück, doch wir haben es geschafft, und ich glaube sogar recht gut.“

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