Wie wahrscheinlich ist eigentlich, dass Autodiebe Dein Auto klauen? Das kommt darauf an. Denn wer Land Rover oder Porsche fährt, der wird deutlich eher Opfer eines Diebstahls als Besitzer eines Seat oder Fiat. Dazu spielt auch eine Rolle, wo Eurer Auto „übernachtet“. In Berlin ist das Diebstahlrisiko deutlich größer als in Düsseldorf.

Versicherungen wissen, dass Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung Risiken kalkulierbar machen. Denn Versicherungen organisieren Risikogemeinschaften. Die Mitglieder dieses Kollektivs zahlen in einen gemeinsamen Topf ein. Aus diesem bezahlt die Versicherung dann die den Mitgliedern entstehenden Schäden. Um das zu organisieren, benötigen Versicherungen eine möglichst konkrete Vorstellung davon, wie wahrscheinlich der Eintritt eines bestimmten Schadens ist. Mit diesem Wissen lässt sich der für die auftretenden Schäden notwendige Kapitalbedarf relativ einfach auf die Kunden umlegen.

Wie praktisch, dass fast alle in Deutschland tätigen Versicherer Mitglied im Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) sind. Um die statistische Datenlage für die Versicherer zu verbessern, führt der GDV einige Statistiken. So melden die im GDV vereinten Versicherungen dem GDV anonymisiert, wenn ein Auto abhandenkommt und was sie das kostet. Auf dieser Grundlage erstellt der GDV jedes Jahr im Herbst die „Hitparade des Auto-Diebstahls“.

Wobei die Bezeichnung „Hitparade“ nicht ganz korrekt ist. Denn der GDV führt natürlich „nur“ Buch über den Diebstahl von kaskoversicherten Fahrzeugen. Ein Auto, das seinem Besitzer keine Diebstahlversicherung wert war, taucht in der Statistik des GDV nicht auf. Trotzdem gibt die Statistik einen guten Einblick, welche Autos Autodiebe bevorzugt klauen und wo das passiert. Zudem haben die Zahlen Einfluß auf die Orts- und Typklassen, die Eure Versicherungsvertreter für die Kalkulation des Beitrags nutzen.

Welche Marken bevorzugen Auto-Diebe?

Insgesamt stahlen Diebe in Deutschland im vergangenen Jahr 18.965 kaskoversicherte Autos. Nach Marken und in absoluten Zahlen ergibt sich folgendes Bild:

  1. Volkswagen mit 4.429 Diebstählen.
  2. Audi mit 3.245 Diebstählen.
  3. BMW (inkl. Mini) mit 2.688 Diebstählen.
  4. Mercedes-Benz mit 1.376 Diebstählen.
  5. Mazda mit 817 Diebstählen.

Teilweise spiegeln diese Zahlen die Marktanteile. Deshalb ist Volkswagen ganz vorne. Mit einer Sortierung nach relativen Zahlen pro 1.000 kaskoversicherter Fahrzeuge sieht das Ranking schon etwas anders.

  1. Land Rover mit 2,1 geklauten Fahrzeugen pro 1.000 kaskoversicherter Pkw.
  2. Porsche mit 2,0 Diebstählen von 1.000 kaskoversicherten Pkw.
  3. Audi mit 1,3 Diebstählen von 1.000 kaskoversicherten Pkw.
  4. Mazda mit 1,2 Diebstählen von 1.000 kaskoversicherten Pkw.
  5. BMW (inkl. Mini) Diebstählen mit 0,9 von 1.000 kaskoversicherten Pkw.

Volkswagen, nach absoluten Zahlen noch „Marktführer“ bei Diebstählen, landet in dieser Statistik „nur“ auf Platz acht. Von 1.000 kaskoversicherten Volkswagen stahlen Diebe im zurückliegenden Jahr nur 0,6 Exemplare. Von 1.000 versicherten Land Rover wurden aber 2,1 Stück geklaut. Das Risiko, Opfer eines Diebstahls zu werden, ist für Besitzer eines Land Rover also mehr als dreimal so hoch wie für Volkswagen-Fahrer.

Interessant ist der „Aufstieg“ von Mazda. 2014 stahlen Diebe noch 0,5 von 1.000 kaskoversicherten Mazda. Ein Jahr später lag der Wert schon bei 0,9. Jetzt kamen von 1.000 kaskoversicherten Mazda 1,2 abhanden. Für die Diebstähle erstatteten die im GDV zusammengeschlossenen Versicherungsunternehmen den Fahrzeugbesitzern übrigens 299,2 Millionen Euro. Durchschnittlich bezahlen die Versicherer also gut 16.400 Euro pro entwendetes Fahrzeug.

Welche Auto-Modelle werden gern geklaut?

Auch diese Zahlen lassen sich am Besten relativ vergleichen. Spitzenreiter ist dann der Toyota Land Cruiser. Keine Ahnung, ob das auch damit zusammenhängt, dass dieser Toyota gern in Kriegsgebieten eingesetzt wird. Aber die Chance ist groß, dass ein geklauter Land Cruiser den Rest seines Autolebens statt auf dem Kuhdamm oder der Kö in der arabische Wüste verbringt. Denn Experten davon aus, dass ein Großteil der in Deutschland entwendeten Fahrzeuge im Ausland neue Besitzer findet.

  1. Toyota Land Cruiser 3.0D (Type J15TM) mit 14,1 von 1.000 versicherten Autos.
  2. Audi Q7 3.0 TDI (4L) mit 10,7 von 1.000.
  3. BMW X6 Xdrive 40D (1. Generation) mit 10,4 von 1.000.
  4. Audi Q7 4.2 TDI (4L) mit 10,3 von 1.000.
  5. BMW X6 Xdrive 40D (2. Generation) mit 10,3 von 1.000.

Beliebtester Volkswagen ist der T4 Caravelle, Multivan 2.5 TDI. Von dem schon etwas älteren VW-Bus kamen immerhin noch 6,9 von 1.000 versicherten Exemplaren durch Diebstahl abhanden. Favorit der Porsche-Diebe ist der Porsche Cayenne 4.2 TDI. Von dem SUV kamen 6,6 von 1.000 Exemplaren abhanden. Was für die Versicherer besonders teuer war, denn der Durchschnittsschaden beim Cayenne lag bei 78.539 Euro.

Auch in dieser Aufstellung zeigt sich der Anstieg bei Mazda. Besonders der Mazda 6 Kombi und der Mazda CX-3 gefallen Autodieben offenbar. Denn bei diesen Modellen stahlen Diebe im zurückliegenden Jahr sieben (Mazda 6) beziehungsweise fast sechs (Mazda CX-3) von 1.000 kaskoversicherten Fahrzeugen. Aber auch beim Mazda 3 Fließheck kamen mehr als fünf von 1.000 versicherten Exemplaren durch Diebstahl abhanden.

Wo werden Autos besonders häufig gestohlen?

Hotspot der Auto-Diebe ist wie in den Vorjahren Berlin. In der Hauptstadt kamen 2016 satte 3.477 der kaskoversicherten Fahrzeuge abhanden. Das entspricht einer Quote von 3,8 von 1.000 versicherten Autos. Damit liegt Berlin einsam an der Spitze. Denn im zweitplatzierten Hamburg kamen nur 1,8 von 1.000 versicherten Pkw abhanden. In München liegt der Wert nur bei 0,2 von 1.000 versicherten Autos.

Interessant sind auch die Unterschiede bei den Durchschnittsschäden. In München zahlen die Versicherer durchschnittlich nur 13.278 pro geklauten Auto. In Berlin sind es schon 17.015 Euro, im Hamburg werden 20.569 fällig. Und besonders teuer wird es in Baden-Württemberg. Denn in Stuttgart kostet ein Auto-Diebstahl durchschnittlich 25.919 Euro. Im ansonsten beschaulichen Mannheim sind es sogar 27.955 Euro.

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