Auf die Premiere der neuen Mercedes G-Klasse haben Auto-Fans lange gewartet. Denn der urige Geländewagen ist zweifellos eine echte Auto-Ikone. Dementsprechend hoch liegt die Messlatte für den Nachfolger. Wir haben die ersten Fotos. Die deuten daraufhin, dass der Neue dem Alten erstaunlich ähnelt.

Trotzdem handelt es sich um ein neues Auto. Oder wie Marketing-Menschen an dieser Stelle vermutlich sagen würden, um die Neuinterpretation einer Legende. Doch wir können an dieser Stelle objektiver formulieren und uns auf die Fakten beschränken. Obwohl das mit der Objektivität im Fall der G-Klasse so eine Sache ist. Denn ich erinnere mich noch gut daran, wie Daimler-Benz 1979 sein G-Modell vorstellte.

Man trifft sich immer wieder …

Ich war damals Schüler. Meine erste Begegnung mit dem kantigen Geländewagen hatte ich bereits kurz nach der Premiere. Denn im Frühjahr 1980 durfte ich meinen Großvater begleiten, in der Kieler Mercedes-Niederlassung seinen neuen 300 D der Baureihe 123 abzuholen. Während der Erledigung des Papierkrams „parkte“ Opa mich in der Ausstellungshalle.

Dort stand auch das G-Modell, wie die G-Klasse damals hieß, und war sofort fasziniert. In den 1980er-Jahren fuhr dann ein guter Freund meines Vaters das G-Modell als Jagdwagen. Die wenigen Meter, die ich diesen auf einem Feldweg steuern durfte, gehörten in meinem Auto-Fahrer-Leben lange zu den Highlights. Auch wenn ich dabei nicht im Ansatz ergründen konnte, was die G-Klasse wirklich ausmacht.

Das gelang mir erst bei einer Wehrübung in den 1990er-Jahren. Denn zu der Instandsetzungseinheit, der ich als Reservist angehörte, gehörten auch einige Exemplare der als „Wolf“ bekannten Militärversion des G-Modells. Es kostete mich einige Überzeugungskraft, den Schirrmeister von der Notwendigkeit einer ausgedehnten Trainingseinheit im Gelände zu überzeugen.

Seitdem weiß ich, was die G-Klasse kann!

Über die Jahre habe ich daher immer mit Interesse verfolgt, wie Mercedes seine G-Klasse pflegt. Seit fast 40 Jahren entwickelt Mercedes den Geländewagen kontinuierlich weiter. Doch die Bedürfnisse der Kunden an Platz und Komfort ändern sich im Laufe der Jahre. Auch Vorschriften zum Verbrauch und zum Fußgängerschutz lassen sich mit einer Konstruktion, deren Grundzüge ins Jahr 1972 zurückgehen, heute nicht mehr umsetzen.

Daher entwickelte Mercedes jetzt eine völlig neue Generation der G-Klasse. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn wie der Vorgänger basiert auch die neue G-Klasse auf einem soliden Leiterrahmen. Das verspricht auch in Zukunft herausragende Eigenschaften im Gelände. Der Neue legt an Größe zu und ist 53 Millimeter länger und 121 Millimeter breiter als bisher. Trotzdem ist Unterschied optisch gar nicht so groß – wie bei der Präsentation der Studie Ener-G-Force vor ein paar Jahren befürchtet.

Ich war bereits bei den Erlkönig-Fotos, die Robert von automobil-blog.de vor zehn Tagen veröffentlichte, positiv überrascht. Doch eine gewisse „Unsicherheit“ bleibt ja immer. Mit den heute Nacht publizierten Bildern des neuen Modells sorgte Mercedes allerdings jetzt für Gewissheit. Die neue G-Klasse ähnelt tatsächlich den Vorgänger. Das gefällt mir als ausgesprochener „Freund des G-Modells“ sehr.

Fotos von der neuen Mercedes G-Klasse (2018):

Auf den Markt kommt die neue Mercedes G-Klasse übrigens in Juni. Der Einstiegspreis liegt dann in Deutschland bei (knackigen) 107.040,50 Euro. Zu Start sorgt ein 4,0-Liter-V8-Benzinmotor für Vortrieb. Das Biturbo-Aggregat leistet 422 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 610 Newtonmetern. Die Kraft des Motors fließt über ein Wandler-Automatikgetriebe mit neun Gängen und alle vier Räder auf die Straße.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Testimonial für die neue G-Klasse von Mercedes ist der bisherige Hummer-Fahrer Arnold Schwarzenegger, der hier mit Daimler-Chef Dr. Zetsche vor der neuen G-Klasse posiert.

Fotos in diesem Artikel: Mercedes

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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