Vor ein paar Tagen gab der ACO die Nennliste für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bekannt. Mit insgesamt 14 LMP1 verzeichnet das Feld in der Topklasse eine deutliche Aufwertung. 42 Piloten werden benötigt. Nicht alle Piloten stehen bisher (öffentlich) fest. Das gibt Raum für Spekulationen.

Im vergangenen Jahr gingen „nur“ neun Fahrzeuge in der LMP1-Kategorie an den Start. Auf der Liste der 2015 von ACO akzeptierten Starter finden sich neben den drei neuen Nissan auch ein dritter Porsche sowie der inzwischen als ByKolles bezeichnete Ex-Lotus. Der hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr in Le Mans rennen sollen. Doch 2014 war das Fahrzeug erst in der zweiten Saisonhälfte einsatzbereit. Diese „Flut“ an LMP1 verschärft den Fahrermarkt.

Zu den Besonderheiten von Le Mans gehört, dass die Teams mit der Nennung des Fahrzeugs einen Piloten verbindlich festlegen müssen. Während Audi, Porsche und Toyota mit er Veröffentlichung der Liste ihre Besatzungen vollständig benennen, fehlten bei den Nennungen von Rebellion, ByKolles und auch Nissan die vollständigen Angaben. Trotzdem gab die Nennliste einen ersten Aufschluss über den Fahrerkader von Nissan. Denn die Japaner benannten zu ihren drei Autos die Piloten Tsugio Matsuda, Harry Tincknell und Oliver Pla. Interessant ist, dass der bereits mit der Ankündigung zum Debüt bestätigte Marc Géne in der Nennliste fehlt.

Wer fährt den Nissan GT-R LM NISMO?

Die Benennung des Japaners Tsugio Matsuda bestärkt mich in der Annahme, dass Nissan ein Fahrzeug komplett mit Japanern besetzt. Matsuda gewann 2007 und 2008 den Titel in der Formula Nippon. Doch danach stockte seine Karriere zunächst. Der Umstieg in die Super GT gelang nicht reibungslos. Eine zeitweilige Rückkehr in die Formula Nippon brachte auch nicht den erwarteten Erfolg. Trotz einzelner Erfolge in der Super GT kam Matsuda lange nicht über vierte und fünfte Plätze in der Meisterschaft hinaus. Matsuda fehlte die Beständigkeit, um in der Meisterschaft ein Wort um die Vergabe des Titels mitreden zu können. Erst 2014 fuhr der Japaner dann an der Seite des Italieners Ronnie Quintarelli für Nissan überraschend zum Titel in der Super GT. Mit dem Le Mans Einsatz dankt Nissan seinem Piloten für sein Engagement.

In einem zweiten Schritt gab Nissan die Verpflichtung von Jann Mardenborough, Lucas Ordoñez und Michael Krumm bekannt. Alle drei haben bereits seit mehreren Jahren Verträge mit Nissan.  Und alle drei haben zudem bewiesen, dass sie Le Mans können. Gleichzeitig ist die Auswahl von Mardenborough und Ordoñez ein großartiger Erfolg für die von Nissan unterstütze GT Academy. Ordoñez war der erste Gewinner dieses von Sony und Nissan veranstalteten Rennfahrer-Castings. Mardenborough gewann den Wettbewerb 2011. Inzwischen arbeiten beide als professionelle Rennfahrer.

Somit sind bei Nissan inzwischen sieben der neun Fahrerplätze belegt. Offen ist, ob auch Nick Heidfeld zum Team von Nissan stoßen wird. Der Deutsche fehlt bisher sowohl bei Nissan als auch bei seinem bisherigen Team Rebellion in der Nennliste. Beim Schweizer Privatteam stehen bisher nur Nicolas Prost und Mathias Beche als Piloten fest. Mal gucken, in welchem Cockpit Heidfeld in Juni in Frankreich sitzen wird.

Ich glaube, dass sich Quick-Nick eher für Nissan entscheidet. Denn trotz (oder wegen) des ungewöhnlichen Konzepts des Rennwagens scheinen es die Japaner wirklich Ernst zu nehmen. Gleichzeitig hat sich das Privatteam Rebellion entschieden, nicht mehr auf die bewährten Toyota-Aggregate zu setzen. Stattdessen rückt Rebellion mit Aggregaten von Advanced Engine Research (AER) aus. Der Motorbauer steht für solide Motoren. Aber das Leichtgewicht P60 (115 kg) mit Benzindirekteinspritzung ist brandneu. Ich weiß nicht, ob Nick Heidfeld Lust hat, um in einem reinen Privatteam die Kinderkrankheiten auszusortieren.

LMP1-Starter für Le Mans 2015:

  • Toyota – Startnummern 1,2 – Fahrzeug Toyota TS040 Hybrid – Fahrer Sébastien Buemi, Anthony Davidson, Kazuki Nakajima (Nr. 1) und Alexander Wurz, Stéphane Sarrazin, Mike Conway (Nr. 2)
  • Team ByKolles – Nr. 4 – CLM P1/01 AER – Simon Trummer, ???, ???
  • Audi – Nr. 7, 8, 9 – Audi R18 e-tron quattro – André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler (Nr. 7) und Oliver Jarvis, Lucas di Grassi, Loïc Duval (Nr. 8) sowie Marco Bonanomi, Filipe Albuquerque, René Rast (Nr. 9)
  • Rebellion – Nr. 12, 13 – Rebellion R-One-AER – Nicolas Prost, ???, ??? (Nr. 12) und Mathias Beche, ???, ??? (Nr. 13)
  • Porsche – Nr. 17, 18, 19 – Porsche 919 Hybrid – Timo Bernhard, Mark Webber, Brendon Hartley (Nr. 17) und Romain Dumas, Marc Lieb, Neel Jani (Nr. 18) und Nico Hülkenberg, Earl Bamber, Nick Tandy (Nr. 19)
  • Nissan – der Tsugio Matsuda, Michael Krumm (*), ??? (Nr. 21) und Harry Tincknell, Lucas Ordoñez (*), ??? (Nr. 22) und Olivier Pla, Marc Géne (*), Jann Mardenborough (*) (Nr. 23)

(*) Fahrer aber noch nicht das Auto bestätigt.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Das offizielle Werbeplakat für die 2015er-Ausgabe des 24-Stunden-Rennen von Le Mans zeigt einen Nissan. (Foto: ACO)

Das offizielle Werbeplakat für die 2015er-Ausgabe des 24-Stunden-Rennen von Le Mans zeigt einen Nissan. (Foto: ACO)

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