Manchmal bin ich verwundert, mit welchen Selbstverständlichkeiten sich Gerichte beschäftigen müssen. Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Die Fähigkeit zur Fahrzeugführung nimmt im alkoholisierten Zustand dramatisch ab. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls steigt.

Egal, ich habe ja eine Vollkasko-Versicherung, mag sich der eine oder andere Schluckspecht denken. Weit gefehlt, denn wie das Landgericht Dortmund jetzt klarstellte, wer sein Auto im Vollrausch verschrottet, hat keinen Anspruch darauf, dass die Vollkasko-Versicherung den Schaden ersetzt.

Das gilt sogar dann, wenn nicht der Fahrzeugeigner selbst das Auto verschrottet. Im vorliegenden Fall blieb eine Fahrzeughalterin auf dem Schaden sitzen, den ihr Ehemann verursacht hat. Mit mindestens 2,07 Promille war der nachts auf gerader Strecke gegen einen Baum gefahren.

Die herbeigerufene Polizei traf den Bruchpiloten leicht schwankend an der Unfallstelle an. Offensichtlich kennt sich der Herr mit Spirituosen aus, denn wer keinen Alkohol gewöhnt ist, zeigt bei diesem Wert in der Regel größere Ausfallerscheinungen. Die von der Ehefrau in Anspruch genommene Versicherung lehnte die Leistung mit dem Hinweis auf grobe Fahrlässigkeit ab.

Bei dieser Einschätzung blieb die Versicherung auch, als die Ehefrau anführte, sie müsse sich das Verhalten ihres Ehemanns nicht zurechnen lassen. Die Folge war ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Dortmund, der für die Klägerin mit einem unerfreulichen Ergebnis endete. Denn das Gericht bestätigte die Auffassung der Versicherung.

Wer mit mehr als 1,1 Promille ein Fahrzeug führt und einen Unfall baut, handelt grob fahrlässig. Diese Grenze wurde bereits bundesweit in zahlreichen Urteilen bestätigt. Und wenn, wie im vorliegenden Fall der Unfallverursacher sich weit über die Grenze getrunken hat, ist auch eine Leistungskürzung auf Null möglich.

Interessant an dem in Dortmund verhandelten Fall war, dass das beschädigte Auto ein Leasingfahrzeug war. Denn das Versicherungsrecht sieht bei der Versicherung fremder Sachen besondere Hürden zur Leistungsverweigerung vor. Doch auch diese nahm die klagende Familie mit Leichtigkeit.

Denn wie das Gericht in seiner Entscheidung klarstellte, war der Ehemann im vorliegenden Fall als mitversicherte Person in den Vertrag einbezogen. Daher war die Leistungsverweigerung berechtigt. Die Klage der Ehefrau wurde abgewiesen.

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