Vor mehr als zwei Jahren habe ich den Artikel „Wir sind nicht Rallye“ geschrieben. Damals jährte sich der erste Sieg des Regensburgers Walter Röhrl bei der legendären Rallye Monte Carlo das 30. Mal. Seit dem Karriereende des Langen wartet die Autonation Deutschland vergeblich auf einen Nachfolger des zweimaligen Rallye-Weltmeisters. Doch vielleicht stehen wir vor einer Zeitenwende. Denn die FIA ordnete jetzt den Rallye-Sport neu.

In den 1970er und 1980er Jahren krönte sich Walter Röhrl mit seinem sauberen Fahrstil zum besten Autofahrer der Welt. Daneben erwärmten Piloten wie Jochi Kleint oder Armin Warmbold das Herz der Schotter-Fans. Doch während in der Formel 1 Rekord-Weltmeister Michael Schumacher den Stafelstab des Erfolgs fast direkt an Sebastian Vettel weitergereicht hat, konnte auf den Schotterpisten der Rallye-Welt außerdem Röhrl kein deutscher Pilot mehr zum Titel fahren. Selbst in die erweiterte Weltspitze konnte seit den Tagen von Armin Schwarz kein Piloten aus der Auto-Nation Deutschland mehr vordringen. Der sympathische Franke gewann 1991 in Spanien als bisher letzter Deutscher eine WM-Rallye. Und sorgte 2001 in Kenia auch für die letzte deutsche Podest-Platzierung.

Doch im Rallye-Sport tut sich etwas

Denn das Kostensenkungsprogramm in der Rallye-Weltmeisterschaft, wo die teuren World Rally Cars der ersten Reglement-Generation zur Saison 2011 durch etwas kostengünstigere Exemplare abgelöst wurden, schlägt sich inzwischen bis in die Einsteigerklassen durch. Denn  die FIA definierte speziell für den Rallye-Sport neue Fahrzeugklassen. An die Stelle der bisher im Rallye-Sport verbreiteten Gruppe A und N sowie Super 2000 treten die Klassen R1 bis R5 für Tourenwagen sowie eine RGT genannte Klasse für Sportwagen.

Klasse Hubraum Motor Kraftstoff Gewicht Antrieb Für eine Homologation benötigte Stückzahl
R1A bis 1400 ccm Nur Saugmotoren Benzin 980 kg nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R1B 1400 ccm bis 1600 ccm Nur Saugmotoren Benzin 1030 kg nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R1T 1400 ccm Turbo Benzin noch nicht veröffentlicht nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R2B 1400 ccm bis 1600 ccm Nur Saugmotoren Benzin 1030 kg nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R2C 1600 ccm bis 2000 ccm Nur Saugmotoren Benzin 1080 kg nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R3C 1600 ccm bis 2000 ccm Nur Saugmotoren Benzin 1080 kg nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R3D bis 2000 ccm Turbo Diesel noch nicht veröffentlicht nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R3T bis 1600 ccm Turbo Benzin noch nicht veröffentlicht nur an einer Achse 2500 in 12 Monaten
R4 mehr als 2000 ccm Turbo Benzin noch nicht veröffentlicht Allradantrieb möglich noch nicht veröffentlicht
R5 1600 ccm Turbo Benzin noch nicht veröffentlicht Allradantrieb noch nicht veröffentlicht
RGT ohne Beschränkung Turbo Benzin noch nicht veröffentlicht nur an einer Achse noch nicht veröffentlicht

Der Neustart könnte glücken

Denn inzwischen bieten mehrere Hersteller Fahrzeuge für die Einsteigerklassen R1 und R2 an. Dazu gibt es bei Opel mit dem „ADAC Opel Rallye Cup“ ein interessantes Projekt, das Rallye-Talente professionell fördern will, um diese in mehreren Schritten auf internationales Niveau zu heben.

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