ATTENTION ASSIST, Driver Alert, Pausenempfehlung oder Aufmerksamkeit-Assistent die Marketingnamen für Müdigkeitswarner sind vielfältig. Doch wie funktionieren die Systeme eigentlich?

Übermüdung ist in Deutschland für gut ein Prozent der Unfälle verantwortlich. Bei den tödlichen Unfällen liegt der Anteil der Unfälle, die auf einschlafende Autofahrer zurückgehen, sogar etwas höher. Experten von Automobil-Klubs und Herstellern empfehlen auf längeren Fahrten regelmäßige Pausen. Alle zwei Stunden gilt als Standardwert.

In den 1990er-Jahren zogen zunehmend kleine Digitalanzeigen in die Cockpits ein. Dort leuchteten bald alle zwei Stunden Kaffee-Tassen auf. Sie erschienen zeitgesteuert, um an den fälligen Stopp zu erinnern. Das war einfach programmiert und damit entsprechend günstig. Heute gelten solche passiven zeitgesteuerten Systeme als veraltet.

Wie funktioniert ein Aufmerksamkeit-Assistent?

Seit gut zehn Jahren hängen der Müdigkeitswarner vom Fahrverhalten ab. Je nach Hersteller trägt das dann Namen wie „ATTENTION ASSIST“ (Mercedes-Benz), Driver Alert (Ford) oder Pausenempfehlung (Audi). Bei diesen aktiven Systemen beobachtet ein Computer das Fahrverhalten. Dabei ist der wichtigste Parameter die Bewegung des Lenkrads.

Denn übermüdete Autofahrer haben in der Regel Probleme, in Auto in der Spur zu halten. Ihnen passieren Lenkfehler. Diese Fehler korrigieren sie oft schnell und in charakteristischer Weise. Das Erkennen dieses Verhaltens deutet auf eine beginnende Übermüdung hin. Im besten Fall erkennt das System dies vor dem Eintritt des gefährlichen Sekundenschlafs. In jüngster Zeit ergänzen Kamerabilder die Messung des Lenkverhaltens.

Fortschrittliche Systeme können noch mehr!

Komplexere Systeme berücksichtigen weitere Parameter. Sie erstellen auf den ersten Kilometern einer Fahrt das Fahrprofil des aktuellen Fahrers. Dazu zeichnet ein Computer auf, mit welcher Kraft der Fahrer am Lenkrad dreht. Außerdem registriert der digitale Assistent, wie ruhig der Fahrer das Lenkrad führt. Auch das Blinkverhalten bei Spurwechseln oder dem Abbiegen lässt sich beobachten.

Dieses ermittelte Fahrprofil setzen komplexe Systeme in Bezug zu Standardwerten, die es zur aktuellen Fahrsituation kennt. Wobei neben der Geschwindigkeit äußere Einflüsse wie Seitenwind oder Unebenheiten der Fahrbahn in die Betrachtung einfließen. Nach dem Abschluss dieser Kalibrierung verfügt der Assistent über ein Zielbild.

Anschließend beobachtet der Computer die Fahrt kontinuierlich weiter. Nur mit dieser laufenden Beobachtung ist ein Aufmerksamkeit-Assistent in der Lage, den gleitenden Übergang vom Wachzustand zum Schlaf zu erkennen. Wenn ein Unterschied zum ursprünglich ermittelten Profil eintritt, gibt das System Alarm. Denn die Abweichungen sind ein Indiz für Übermüdung.

Wie warnen Müdigkeitswarner?

In der Regel arbeiten Aufmerksamkeit-Assistenten mit einem akustischen Warnsignal sowie einer Anzeige im Cockpit. Wie bei den ersten zeitgesteuerten Systemen kommt dabei meist weitere eine Kaffee-Tasse als grafisches Symbol zum Einsatz. Das Warnsignal soll übrigens nicht erschrecken. Denn das Erschrecken Einschlafender provoziert oft heftige Reaktionen. Das könnte jedoch zum Verreißen des Fahrzeugs führen.

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