Zugegeben, die Antwort auf diese Frage ist eine Frage der Perspektive und des Gefährts. Die Astronauten auf dem Weg zum Mond benötigten für diese Entfernung vor 40 Jahren rund drei Tage. Mit dem Auto dauert diese Reise länger. Trotzdem zeigte André Citroën schon vor 80 Jahren, dass diese Distanz mit dem Auto zu schaffen ist.

Auf der legendären Rennstrecke von Montlhéry schickte der Firmengründer heute vor 80 Jahren, am 15. März 1933, einen Citroën 8CV auf die Reise. Unter ständiger Kontrolle des Automobilclubs von Frankreich drehte das liebevoll „Petite Rosalie“ genannte Fahrzeug bis zum 27. Juli seine Runden.

Werbeplakat zum Weltrekord des Citroën „Petite Rosalie“
Werbeplakat zum Weltrekord des Citroën „Petite Rosalie“

Dann war das Ziel erreicht. Innerhalb von 134 Tagen hatte der Citroën 300.000 Kilometer zurückgelegt. Weltrekord, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 93 km/h. André Citroën feierte diesen Erfolg überschwänglich und versprach dem Konstrukteur, der diese Kilometerleistung überbietet, einen Preis in Höhe von drei Millionen Franc.

Dabei war die Rekordfahrt keine Idee des Firmengründers. Denn zwei Jahre zuvor hatte der Ölhersteller Yacco einen serienmäßigen Citroën C6 F in Montlhéry auf Rekordfahrt geschickt. Die Aktion sollte beweisen, dass ein neues Yacco-Öl den Verschleiß des Motors reduziert. Mit 25.000 zurückgelegten Kilometern fuhr Yacco gleich 14 internationale Rekorde ein.

Der Werbewert blieb André Citroën nicht verborgen. Als sich Yacco im Frühjahr 1932 auf die Jagt nach der 100.000 Kilometer-Marke machte, unterstützte Citroën den Rekordversuch. Der Versuch gelang und André Citroën lobte mit 300.000 Kilometern das nächste Ziel aus.

Auch dieser Versuch gelang. Gefahren wurde mit einem Citroën 8CV mit 4-Zylinder-Motor. Am Steuer wechselten sich sieben Piloten ab, die jeweils fünf Stunden lange Etappen fuhren. Geworben wurde übrigens nicht nur für die Zuverlässigkeit, sondern auch für ein technisches Detail.

Denn mit dem so genannten „schwebenden“ Motor verbaute Citroën erstmals Gummilager. Um den Komfort zu erhöhen, verhindern sie die Übertragung der Schwingungen und Vibrationen des Motors auf die Karosserie. Optimal für lange Strecken, wie die Rekordfahrt beweisen sollte.

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