Anfang des Monats lästerte Bernie Ecclestone über den aktuellen Zustand der Formel 1. Besonders die Piloten bekamen dabei ihr Fett weg. Denn die Fahrer würden nur die Interessen ihrer Teams vertreten. Weshalb Bernie Ecclestone sie als Windbeutel beschimpfte. Die wehren sich jetzt.

#windbagsunited Post von Nico Rosberg heute Nachmittag
#windbagsunited Post von Nico Rosberg heute Nachmittag

In einer – offensichtlich – abgestimmten Aktion veröffentlichten heute mehrere Piloten das gleiche Foto beziehungsweise ähnliche Fotos. Teilweise bei Facebook, teilweise bei Twitter und natürlich auch bei Instagram – überall taucht zurzeit das gleiche Gruppenfoto mit der Mehrzahl der aktuellen Formel-1-Fahrer auf. Es fehlen nur Romain Grosjean, Kimi Räikkönen sowie das Renault-Duo Kevin Magnussen und Jolyon Palmer.

Hashtag #windbagsunited

Mit dem Bild senden die Piloten eindeutig – auch – eine Grußbotschaft an Bernie Ecclestone. Denn sie veröffentlichen die Fotos, die offensichtlich bei einem gemeinsamen Abendessen aufgenommen wurden, mit dem Hashtag #windbagsunited und beziehen sich damit auf ein Interview des Briten. Sagte Bernie Ecclestone doch kürzlich in einer Medienrunde mit britischen Journalisten:

„Die Fahrer sind Windbeutel. Sie können sagen, was sie wollen. Sie können nichts machen. Die meisten sagen doch nur, was ihre Teams von ihnen verlangen.“

Vorausgegangen waren Beschwerden der Piloten gegen das umstrittene Format der Qualifikation, das bei den Rennen in Australien und Bahrain für Verwirrung sorgte. Denn es war – wenn überhaupt – nur mithilfe des Computers zu verstehen war. Direkt im Cockpit oder an der Strecke war es (fast) unmöglich, den Überblick zu behalten. Die Piloten hatten daher gemeinsamen einen Protestbrief an die Verantwortlichen der Formel 1 geschrieben, um gegen das Format der Qualifikation zu protestieren.

Bernie Ecclestone muss diesen Brief als Majestätsbeleidigung aufgefasst haben. Denn einen so offenen Protest gegen die Formel 1 hat es seit mehr als 30 Jahren – als die Piloten auf dem Höhepunkt des Streits zwischen FISA und FOCA sogar Rennen bestreikten – nicht mehr gegeben.

Spielt Nico Rosberg eine wichtige Rolle beim Protest?

Ich finde die Aktion der heutigen Piloten humorvoll. Scheinbar gibt es auch im Kreis der aktuellen Formel-1-Piloten doch noch einige, die sich nicht den Mund verbieten lassen. Gut möglich, dass WM-Leader Nico Rosberg der Fotograf (eines der Fotos) ist. Denn der Deutsche steht im Vordergrund und ist nur zum Teil zu sehen, grinst aber offensichtlich in die Kamera. Wobei es auch eine Version gibt, auf der Rosberg am Rand steht.

Der Eindruck, dass Nico Rosberg bei dieser Aktion eine wichtige Rolle spielt, verstärkt sich auch, wenn man liest, was der WM-Führende zu seinem Bild postet:

… or in Bernie’s words: #windbagsunited

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