Drei Fragen umfasst mein Wochenrückblick, den ich 2014 (nach Möglichkeit) jede Woche schreiben will. Einmal, das war also, bin ich schon gescheitert. Denn am vergangenen Sonntag gab es keinen Wochenrückblick. Geschrieben habe ich ihn, doch dann im Nirvana zwischen Datendankänderung und Datenbanksicherung verloren. Genauso wie zunächst auch meinen Beitrag zum Auto Blogger Award. Immerhin hatte ich meine Gedanken zu dieser Wahl noch auf dem Laptop und konnte schließlich mit ein paar Stunden Verzögerung nachliefern. Dumm gelaufen, aber Scheitern gehört zum Handwerk – bei kleinen Auto-Bloggern oder großen Motorsportlern.

Was ist?

Als Fan der Sportprototypen-Rennen macht mich das endgültige Scheitern von Pescarolo Sport traurig. Seit 1999 fuhr die sympathische Truppe rund um Henri Pescarolo Sportwagenrennen. In den ersten Jahren war Pescarolo Sport eines der besten Privatteams. Zweimal gewann das Team den Titel in der europäischen Le-Mans-Serie. 2005 kämpft das Team mit Audi in Le Mans um den Sieg, verlor jedoch knapp.

Doch auch der Langstreckensport ist eine teure Angelegenheit.

In den ersten Jahren setzte Pescarolo Sport Fahrzeuge aus der Werkstatt von Courage Compétition ein. Später modifizierte das Team diese Rennwagen. Und 2006/07 entstand mit dem Pescarolo 01 erstmals ein eigenes Fahrzeug. Dieses verkaufte Henri Pescarolo zur Refinanzierung des Projekts an andere Teams weiter.

Doch Pescarolo schaffte es nie, einen lukrativen Werksauftrag an Land zu ziehen. Audi arbeitet seit dem Beginn des Programms in Le Mans mit Joest zusammen. ORECA sicherte sich mehrfach Aufträge, die auch Pescarolo zu Gesicht gestanden hätten. Das Team des in Baden-Baden geborenen Franzosen Hugues de Chaunac übernahm 2005 den Einsatz eines zusätzlichen Audi R8 für Audi Frankreich. Anschließend arbeitete ORECA mit Peugeot zusammen. Heute steht das Team in Diensten von Toyota.

Aufträge, die auch Pescarolo Sport gut zu Gesicht gestanden hätten.

Stattdessen meldete das Team bereits 2010 erstmals Konkurs an. Nur durch die Unterstützung von Freunden, die das Einsatzmaterial kauften, um es anschließend an Henri Pescarolo zurückzugeben, konnte Pescarolo sein Team weiter betreiben. Doch der Versuch in die WM und nach Le Mans zurückzukehren, misslang. Der zum Pescarolo 03 umgebaute DOME erwies sich nicht als konkurrenzfähig. Am Ende bewahrheitete sich die alte Motorsportregel: Weisse, sponsorlose Autos bleiben auf Dauer in der Garage. Das Team meldete erneut Konkurs an und wurde in dieser Woche endgültig abgewickelt.

2010 fuhr Pescarolo Sport fuhr mit dem Dome S102.5
2012 fuhr Pescarolo Sport fuhr mit dem Dome S102.5 (Foto: Max Schwede)

Ohne Moos nix los – da geht es in Le Mans und der Sportwagen-Weltmeisterschaft nicht anders zu als in der Formel 1. Womit ich zum Abschluss dieses Wochenrückblicks den Bogen zu Kimi Räikkönen schlage. Im Winter wechselte der Finne von „Lotus“ zu Ferrari. Die Briten waren den Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihrem Spitzenpiloten nicht nachgekommen. Statt Kimi dreht bei Lotus inzwischen der Bezahlfahrer Pastor Maldonado am Lenkrad. Vor gut einer Woche wies ich hier im Auto-Blog für echte Auto-Natives auf ein Video von Ferrari hin.

Darin beantwortete Kimi Räikkönen zehn zum Teil sehr persönliche Fragen von Fans. Sehenswert ist, wie gelöst der Ex-Weltmeister dabei – für seine Verhältnisse – wirkt. Bei Interviews an der Strecke fehlt dem Finnen diese Lockerheit oft. Anders als auf der Strecke. In dieser Woche standen in Bahrain erneut Testfahrten für die Formel 1 Saison 2014 auf dem Programm. Mitte März wird die Formel 1 in Australien mit zahlreichen neuen Regeln in ihre 65. Saison starten.

Nach zwei der drei Testfahrten ist es schwer, das Treiben der Teams auf der Strecke zu beurteilen. Die neue Formel 1 fährt mit ziemlich hässlichen Autos, die aber deutlich schneller als erwartet sind. Besonders auf den Geraden geht es ordentlich voran. Das gleicht den Verlust in den Kurven bereits jetzt fast aus. Mercedes-Pilot Nico Rosberg drehte gestern mit einer Zeit von 1:33.238 die schnellte Rundenzeit des gesamten Tests. Vor einem Jahr stand Rosberg mit einer Zeit von 1:32.330 auf der Pole Position. Mit einem relativ ausgereiften Fahrzeug wohlgemerkt. Das gibt Hoffnung, dass die neue Formel 1 so schnell wie die alte ist.

Wenn sie denn fährt!

Denn genau daran scheitert es im Moment oft noch. Die neuen Antriebseinheiten und ihre Anpassung an die Fahrzeuge sind noch nicht überall perfekt. Insgesamt wird relativ wenig gefahren. Am besten hat bisher wohl Mercedes-Benz seine Hausaufgaben gemacht. Sowohl das Werksteam als auch die Kunden McLaren und Williams haben ordentlich Kilometer abgespult. Scheint fast so, als ob der alte Fuchs Frank Williams mit seiner Entscheidung für Motoren von Mercedes alles richtig gemacht hat. Wobei dabei sicherlich hilfreich war, dass sein Geschäftspartner Toto Wolff inzwischen als Motorsportchef bei Mercedes tätig ist.

Bei Ferrari bewegt sich zumindest das Werksteam auf einem ähnlichen Niveau. Bei den Tests in Bahrein sorgte Kimi Räikkönen mit einem Abflug für unnötige Unterbrechungen, die mehr verhinderten. Sauber fiel schon etwas zurück, schlug sich jedoch im Vergleich zu Marussia wacker. Das britische Team mit russischem Namen legte nach zahlreichen Problemen nur knapp zehn Prozent der Distanz zurück, die das Werksteam schaffte.

Was kommt?

Trotzdem schafften die drei Teams mit Ferrari-Motor fast so viele Kilometer, wie die vier Renault-Kunden. Am meisten überraschte dabei Caterham. Die Briten legten mit Abstand die meisten Kilometer für Renault auf den Asphalt. Schafften mehr Runden, wie Red Bull und Lotus zusammen bewältigten. Wenn das Team des Unternehmers Tony Ferandes diese Form in Australien bestätigen kann, könnte es endlich die ersten Punkte für Caterham in der Formel 1 geben.

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.