Heute nutzten Max und ich die Gelegenheit, um mit dem Porsche 944 zum Oldtimertreff Ruhr zu fahren. Das weckte Erinnerungen, denn das Treffen findet auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ewald in Herten statt.

Dieses Blog lebt auch von den eigenen Auto-Erlebnissen. Regelmäßige Leser wissen, dass bei mir dazu auch die Moderation von Auto-Treffen und Motorsport-Veranstaltungen gehört. Rund zehnmal im Jahr spreche ich bei Veranstaltungen über Oldtimer und Youngtimer. In den vergangenen Jahren gehörte dazu auch das große „Youngtimer Vestival“ auf Zeche Ewald in Herten. Dort war ich jahrelang als Bühnen-Moderator für die Besucher im Einsatz.

Das „Youngtimer Vestival“ ist leider Geschichte. Doch andere Ausrichter stemmen weiter Treffen auf dem ehemaligen Zechengelände. Viermal im Jahr lädt der Oldtimertreff Ruhr e.V. zum „Oldtimertreff Ruhr“ nach Herten ein. Der „Oldtimertreff Ruhr“ versteht sich dabei als offenes Treffen für alle Oldtimer und Youngtimer. Das erinnert natürlich stark an das „Youngtimer Vestival“, auch wenn hier alles eine Nummer kleiner ist.

Interessant ist die Idee, bei jedem Treffen einen Hersteller, ein Fahrzeug oder eine Fahrzeug-Familie besonders herauszuheben. Das lockt immer einige Autos zum Treffen, die sonst wahrscheinlich nicht die Reise nach Herten angetreten wären. Beim heutigen „Treffen im Treffen“ standen die Transaxle-Modelle von Porsche im Vordergrund. Das lockte auch Max und mich mit unserem Porsche 944 nach Herten.

Schon auf dem Weg trafen wir einen Porsche 928 und eine feine S-Klasse der W126-Baureihe von Mercedes-Benz. Deutsche V8-Modelle der 1970er-Jahre „at its best“. Kurze Zeit später liefen wir auf einen VW 411 Variant auf. Der Variante weckte bei mir Erinnerungen an die Kindheit. Denn mein Onkel Claus fuhr Mitte der 1970er-Jahre so einen großen Kombi aus Wolfsburg.

In Herten staunten wir nicht schlecht!

Denn der Doncaster Platz war überraschend voll. Als wir dort ankamen, standen auf den beiden Teilen des Platzes locker 400 Autos. Einige Dutzend weitere Oldtimer standen bereits im Schatten der Bäume an der Albert-Einstein-Allee. Wir parkten unseren Porsche 944 oben an der Maschinenhalle Nord. Hier stand jahrelang „meine“ Bühne. Beim Aussteigen vermisse ich das Mikro in meiner Hand. Zudem registriere ich, vom vor zwei Jahren angekündigten Burger-Laden in der Maschinenhalle Nord fehlt jede Spur.

Zusammen mit weiteren bisher ebenfalls nicht realisierten Umbauten auf dem Gelände der ehemaligen Zeche spielte dieses Projekt beim Aus des „Vestivals“ durchaus eine Rolle. Denn der Veranstalter des beliebten Youngtimer-Treffens betrieb auf dem Gelände den Biergarten Schacht2AufEwald. Dieser schloss Anfang 2018 mit Hinweis auf die angekündigten Baumaßnahmen. Damit fehlte der Anker, den der Veranstalter für die Durchführung des „Youngtimer Vestivals“ benötigte.

Der „Oldtimertreff Ruhr“ lockt mit spannenden Autos!

Max und ich starten zum Rundgang über das Gelände. Die Transaxle-Modelle von Porsche lassen wir auf dem oberen Teil des Platzes zurück. Auf der unteren Hälfte des Doncaster Platzes gefällt Max ein Alfa Romeo GTV. Keine schlechte Wahl, der Junge hat offensichtlich ein Faible für Transaxle-Fahrzeuge. Ich begeistere mich in der Zwischenzeit für eine Lancia Fulvia Sport mit der wunderschönen Karosserie von Zagato.

Das kleine Coupé von Lancia glänzt unter der wunderschönen Karosserie mit einem damals sehr fortschrittlichen Frontantrieb und Scheibenbremsen. Das aufwendige Fahrwerk sorgte für eine ausgezeichnete Straßenlage. Den Antrieb übernahm ein 1,3 Liter großer Motor mit 87 PS. Damit war das kleine Coupé 180 Kilometer pro Stunde schnell. Das war beim Debüt des kleinen Coupés Ende 1965 eine Sensation.

Wir schlendern weiter, ich entdecke einen Gutbrod Superior. Dieses Auto schrieb Geschichte. Denn die 0,7 Liter große Variante des wassergekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotors gab es auf Wunsch auch mit einer Benzin-Direkteinspritzung. Im Herbst 1951 gab es das ansonsten nur auf Prüfständen bei Mercedes-Benz. Auf der Wiese parkt ein Fiat 850 Coupé neben einem Borgward Isabella Coupé Cabrio. Das Cabrio der Isabella entstand übrigens nicht in Bremen. Karl Deutsch in Köln baute die Coupés im Auftrag von Borgward nachträglich zum Cabrio um.

Losgelöst davon bestätigen mich allein diese zwei Fahrzeuge, was für schöne Autos es früher gab. Nur ein paar Meter weiter fallen uns ein Jaguar XK 140 und ein Maserati Mexico ins Auge. Vom edlen Briten entstanden vom Herbst 1954 bis zum Mai 1957 rund 8.800 Exemplare. Dank seines 3,4 Liter Motors war der Sportwagen bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell. Der Maserati Mexico kam 1967 auf den Markt. Der Vergleich der beiden Sportwagen dokumentiert eindrucksvoll den Fortschritt, der der Auto-Industrie in dieser Epoche gelang.

Nach guten zwei Stunden machen wir uns auf den Heimweg!

Max und ich stoppen immer wieder zu Benzin-Gesprächen. Nach gut zwei Stunden kehren wir zum 944 zurück. Uns reicht es für heute. Wir wollen zurück auf die Straße. Damit sind wir nicht allein. Denn auf dem Weg zurück zur Autobahn bildet sich wieder ein kleiner Konvoi. Vor uns fährt auch diesmal ein Porsche 928. Hinter uns sortieren sich ein Lancia Fulvia Sport und ein VW Käfer Cabrio ein. So ist das Fazit einfach, der „Oldtimertreff Ruhr“ macht Spaß!

1 Kommentar

  1. Nett zusammengefasst und gut und kundig die ausgewählten Fahrzeuge beschrieben. Mir hat noch der Kadett City gefallen, der bei einem Euer Fotos im Hintergrund steht. Außerdem stand da noch ein Megabytes Capri I … sehr cool

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