Es folgt einer gewissen Regelmäßigkeit, wenn die etablierten Medien gegen Blogger auskeilen. Mit der „Tanzenden Seezunge“ lehnte sich der Spiegel weit aus dem Fenster. Nun ist es wie schon im Sommer 2014 Auto-Bild, die diesmal online * austeilt. Im Rahmen der Berichterstattung über die IAA befasst sich Autor Joachim Staat mit dem Gedränge, das während der Pressetage besonders rund um die neue Alfa Romeo Giulia zu beobachten war.

Joachim Staat schreibt bei Auto-Bild online*:

„… Um die neue Giulia drängt sich stets eine Menschentraube. Zur ersten Sitzprobe mussten wir uns durchboxen. Vier Leute wegschubsen, den Blogger mit dem Handy ausbremsen, jetzt die Menschenkette zuziehen. …“

Wahrscheinlich ist das Gedränge für die Kollegen von Auto-Bild auch deshalb ein Problem, weil die sogenannten Sitzproben der Redaktion inzwischen ihre Messeberichterstattung dominieren. Frei nach dem Motto: „Wir schreiben zwar nichts über das Auto, aber wir haben drin gesessen.“

Aber über Umgangsformen lässt sich nicht streiten. Wer Leute wegschubst, ist nicht nur in meinen Augen ein asozialer Rüpel. Wer auch noch öffentlich über sein schlechtes Benehmen schreibt, ist entweder ein Halbstarker oder ein … lassen wir das an dieser Stelle besser. Ich will hier jetzt kein Spielfeld für juristische Auseinandersetzungen eröffnen, nur weil sich jemand von meiner Meinung beleidigt fühlt. Und für den Fall der Fälle, wenn es mir jemand stattdessen beim Drängeln heimzahlen will: Mit meinen 100 Kilogramm sehe ich der Sache gelassen entgegen und kann zur Not auch halbstark. Und vielleicht schreib ich dann sogar darüber.

Auch die Anmerkung mit dem Handy ist gewagt!

Denn ich habe mir – hier habe ich andere Erfahrungen als Axel sie kürzlich beschrieb – in jüngster Zeit mehrfach auf Fahrveranstaltungen das Auto mit etablierten Journalisten geteilt. Auch ein Kollege, der für Bild arbeitet, war darunter. Zusammen haben wir unser Testfahrzeug auf dem Marktplatz von Gaiole in Chianti fotografiert. Ich vertraute auf meine bewährte Canon G16. Und zwischendurch fotografierte ich den vor dem Testfahrzeug stehenden Kollegen mit seinem Handy.

Aber wahrscheinlich war das nur für das private Fotoalbum des Kollegen bestimmt. Auch wenn die zuvor eingegangen Anrufe aus seiner Redaktion dagegensprechen. Denn die hatte telefonisch Bilder eingefordert. Weshalb es nicht auf meinen Wunsch zum Fotostopp in der italienischen Kleinstadt kam. So weit dazu.

Helene Fischer macht atemlos fassungslos!

Die Sache mit dem Drängeln bleibt übrigens nicht die einzige Entgleisung des Autors. Denn der Autor versucht sich auch an einem Vergleich, der genauso in die Hose geht. Drei seiner Zeilen weiter ist die neue Giulia so stark umringt:

„… als zöge Helene Fischer auf dem Drehteller blank …“

Bei solchen Ergüssen ist zu vermuten, dass sich Autor Joachim Staat im Milieu der Peepshows auskennt. Hoffentlich nur als harter Aufklärungsjournalist. Auch wenn „hart“ an dieser Stelle eine gewisse Doppeldeutigkeit nicht vermeidet.

Peepshows (von englisch to peep „durch eine schmale Öffnung spähen“) stellen für das Bundesverwaltungsgericht einen Verstoß gegen die guten Sitten und eine Verletzung der Würde der Frau dar. Daher ist das Gewerbe der echten Peepshows inzwischen weitgehend ausgestorben. Videokabinen haben ihre Rolle übernommen. Aber früher, als der Autor noch jung war, gab es die echten Peepshows in den Rotlicht-Vierteln der Großstädte. Dort verbrachten überwiegend Männer Zeit damit, um gegen Münzeinwurf einer „Darstellerin“ beim Entkleiden zuzusehen. Oft fand dieser Akt auf einer Drehscheibe statt, damit sich mehrere Besucher gleichzeitig an der Darbietung „erfreuen“ konnten.

Üblich war, dass die Damen mit eindeutigen Gesten und der Körperhaltung ihre Kunden zur Masturbation aufforderten. Meist gab es die Gelegenheit, die Darstellerin gegen eine höhere Gebühr in eine Solokabine „einzuladen“. Spätestens dort waren die Grenzen zur Prostitution fließend. Interessant, dass Joachim Staat die Sängerin Helene Fischer als Projektionsfläche nutzt. Hoffentlich hat ihn die Vorstellung der blankziehenden Musikerin beim Schreiben nicht um den Atem gebracht.

Offensichtlich wird nur die Hilflosigkeit

Am Ende offenbart der kurze Artikel über die Sitzprobe in der neuen Alfa Romeo Giulia Hilflosigkeit. Er ist ein Zeichen dafür, wie hoch das Wasser den „Kollegen“ schon am Hals steht. Etablierte Medien verlieren zunehmend ihre Gatekeeper-Funktion. Ihr Wettbewerbsumfeld hat sich dramatisch verändert. Und die Antworten darauf sind bisher schwach. Es ist eine gute Zeit für Blogger – ohne jedes Drängeln.

13 Kommentare

  1. Michael Wölk Reply

    Ich bin ganz Ihrer Meinung (war im Übrigen selbst auf der IAA – das Gedränge bei Alfa Romeo war wirklich extrem) – allerdings möchte ich anmerken dass der Name des Autos „Giulia“ geschrieben wird; zummindest *das* haben die Kollegen der Auto-Bild dann doch noch hinbekommen… 😉

  2. > Bei solchen Ergüssen ist zu vermuten, dass sich Autor Joachim Staat im Milieu der Peepshows auskennt.

    > Dort verbrachten überwiegend Männer Zeit damit, um gegen Münzeinwurf einer „Darstellerin“ beim Entkleiden zuzusehen. Oft fand dieser Akt auf einer Drehscheibe statt, damit sich mehrere Besucher gleichzeitig an der Darbietung „erfreuen“ konnten.

    Ich glaube eher der neidische Versagerautor Tom kennt sich bestens mit Peepshows aus. Ansonsten hätte der Bildautor die gleichen Quellen zur Recherche wie Mr. Neidisch nutzen können.

    Klassisches Eigentor!

    • Max Mustermann Reply

      Ich glaube eher, der Hans Meyer ist eine xxxxxxxx von Springer und darf täglich in der Blogosphäre auf den Boden spucken. Vielleicht ist Hans aber auch nur ein Springer-Fanboy und wäre gerne eine xxxx bei Springer. Man weiss es nicht.

  3. Ach komm, Tom, jetzt mach mal halblang. Ein Auto-Bild-Redakteur macht eine als despektierlich auffassbare Bemerkung über einen Blogger, nicht ganz ein Halbsatz mit einer kalkulierten und gar nicht mal unkomischen Frechheit – und das ist dir jetzt einen asselig langen und inhaltslahmen Blogeintrag wert? Wenn du sonst keine Themen auf der Pfanne hast … Ja, geschenkt, auch der Spruch über Helene Fischer auf dem Drehteller ist feminismustheoriekritisch angreifbar, aber für einen #aufschrei reichts da doch nicht ganz.

    Mal ehrlich: Würden Journalisten jedesmal so zimperlich reagieren, wenn ein Blogger (oder ein Verschwörungstheoretiker mit Netzzugang und dem Wort „Lügenpresse“ im aktiven Wortschatz) sie angreift, dann müssten sämtliche Zeitungen, Zeitschriften und Online-News-Seiten vom Titel bis zum Ende ausschließlich gefüllt sein mit Pamphleten wie deinem hier. Sorry, aber bleib mal auf dem Teppich und kämpf die Geschäft auf dem Schlachtfeld aus und nicht auf Nebenkriegsschauplätzen.

    Der Sieg könnte ja dein sein. Dass die Autojournaille eine verhurte Branche ist, weiß jeder, der schon mal eine Autozeitschrift gelesen hat und „Test“-Ergebnisse mit Anzeigen abgeglichen hat. Es wäre an den Autobloggern, zu beweisen, dass sie bessere Arbeit liefern. Nur sehe ich das nicht.

      • Da kann ich meinem Vorkommentator nur zustimmen. Solange Sie als Blogger so eine Mücke zu einem Elefanten aufziehen, ist Ihre Emanzipierung als Blogger gegenüber den alten Printmedien wohl noch einige Meilen entfernt.

        Und sorry, dann auch noch den Autonamen anscheinend falsch geschrieben, keine transparente Fehlerkorrektur im Artikel, den Spruch mit dem Link, und sich dann noch mangels Futter sich noch an der Helene Fischer Geschichte aufziehen. Sorry, aber das ist Kindergarten. Das sieht so einfach nur nach einem persönlicher Angriff auf einen Autor eines Mediums das der Blogger nicht mag aus. Das hat weder Hand noch Fuß, noch beinhaltet es den Respekt den der Blogger von seinem Gegenüber erwartet. Das ist sowieso eine Unart von vielen im Netz. Auf die anderen wegen dem kleinsten Fehler mit dem Finger zeigen, aber selber oft die selben Verhaltensweisen an den Tag legen.

        Macht doch einfach bessere Arbeit als die Etablierten. Die Zukunft gehört euch. Aber hört auf zu weinen, sonst wird das nichts.

        Und das sage ich als ausgesprochener Gegner von Bild!

        • Achso, sich als Prügel-Proll zu outen ist ok, aber drüber schreiben macht aus einer Mücke den Elefanten … Das ist doch ein lachhafter Absatz von Ihnen RIPLEY

    • Tun die Journalisten doch, also so zimperlich reagieren, sobald man Sie kritisiert oder hinterfragt. Und nicht nur, sie betreiben teure Propaganda in den Schulen um jedem Kind einzubläuen, dass nur Nachrichten auf Papier echte Nachrichten sind und werfen Bloggern pauschal vor, dass sie nur lügen und stehlen. Und auch dieser Artikel der AutoBILD unterstellt Inkompetenz und Fehl am Platz. So als müsste man bei autoBILD arbeiten um das Recht zu haben über Autos zu berichten. Merken Sie was? Die Journalisten fühlen sich allein durch die Anwesenheit von Nicht-Journalisten angegriffen.

      Ganz davon abgesehen, dass jeder Leser der es wagt, einen Journalisten zu kritisieren nichts anderes sein kann als ein bezahlter Troll, der vom Feind ausgeschickt wurde.

      Machen Sie mal die Augen auf.

      • Dass Journalisten tatsächlich längst nicht so zimperlich reagieren wie hier unser Tom, hatte ich ja erschöpfend dargelegt, glaube ich.

        Die „teure Propaganda“ an Schulen, die Sie so herb kritisieren, betrifft wohl in erster Linie lokale Tageszeitungen – und wird von diesen selbst bezahlt. Lokalzeitungen sind aber in aller Regel gar keine Konkurrenz zu Bloggern und sehen diese auch nicht als Konkurrenz.

        Im Übrigen sorgen Aktionen wie „Zeitung in der Schule“ für wenigstens ein bisschen Medienkompetenz, wie Lehrer sie mangels Kenntnissen kaum vermitteln können. Schüler lernen dabei nämlich, wie Nachrichten recherchiert werden und wie man sie sinnvoll aufbereitet. Eine Lektion, die viele Blogger leider Gottes verpasst haben.

        Aus einem Halbsatz in der „Autobild“ herauszulesen, dass Journalisten sich grundsätzlich durch die Anwesenheit von Nicht-Journalisten belästigt fühlen, ist vielleicht doch etwas überzogen und wäre mit etwas Medienkompetenz nicht passiert. Mal ganz grundsätzlich: Ein Blogger kann durchaus Journalist sein und ein Blog ein journalistisches Medium. Kommt immer nur darauf an, ob man seriös recherchiert oder nur Besinnungsaufsätze verfasst und PR-Material umschreibt.

        Zum Schluss noch ein kleiner persönlicher Rat, an Sie, Somaro: Mit ein bisschen weniger Schaum vorm Mund wären Ihre Aussagen weit besser verständlich.

        • Rüdiger Ohm Reply

          Sie klingen wie ein Verlagsvertreter, dann mal viel Spaß in ein paar Jahren, wenn Ihr Geschäftsmodell endgültig Geschichte ist.

          • Vielen Dank. Im schlimmsten Fall verkaufe ich dann mein Verlagshaus an einen Blogger und mache mir einen schönen Lenz auf Malle.

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