Meinung und Kommentar

Kommentar: Blitzkrieg aus Indien?

Unter der Überschrift Blitzkrieg aus Indien veröffentlichte der indische Automobilhersteller Tata heute eine Pressemitteilung für seinen neuen Kleinwagen.

Unter dem Namen „Nano“ – der Zwerg – hat der indische Automobilhersteller Tata heute in Neu Delhi den günstigsten Neuwagen der Welt vorgestellt. Der Viersitzer soll auf seinem Heimatmarkt in der günstigsten Version 100.000 Rupien, rund 1700 Euro kosten. Für AutoNatives.de war die Vorstellung des Fahrzeugs Anlass, einmal die Webseite des Herstellers zu besuchen. Dies erklärt die von uns gewählte Überschrift dieses Artikels.

Abgesehen von den technischen Daten des Fahrzeugs, das sich in seiner Formgebung trotz seiner vier Sitze irgendwie am Smart anlehnt, erregte bei diesem Besuch eine Pressemeldung vom 09.01.2008 unsere Aufmerksamkeit. Denn dort heißt es „Tata Motors blitzkrieg of new products at its biggest ever presence at the Auto Expo“. Was für einen Übersetzungscomputer hat die Presseabteilung des Herstellers denn da bemüht?

Liest man die Pressemitteilung weiter, so findet man beruhigenderweise noch nichts über eine Markteinführung in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Stattdessen erfährt man, dass der 3,10 Meter lange, 1,50 Meter breite und 1,60 Meter hohe Kleinwagen, erst der Anfang ist. Stattdessen veröffentlicht der Hersteller zur Autoshow in Neu-Delhi ein Vielzahl neuer oder überarbeiteter Fahrzeuge. Vom Nano mit seinem 33 PS starken 623-Kubikzentimeter-Zweizylindermotor über den 115 PS starken „Lifestyle Pick-up“ Xenon XT bis zum 230 PS starken Sattelschlepper Tata LPS 4923 TC 6×4.

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Oder ist die Vokabel sogar Absicht?

Denn im Online-Lexikon Wikipedia lesen wir: „Der Blitzkrieg ist eine Form der Kriegsführung des kombinierten, koordinierten Einsatzes verschiedener Teilstreitkräfte, d. h. Luft-, See- und Landstreitkräfte. Plötzliche, schnelle und unerwartete Vorstöße sollen dem Gegner im Idealfall keine Gelegenheit lassen, eine stabile Verteidigung zu organisieren.“

Wenn man bedenkt, dass es in Deutschland zur Zeit mit dem Lada 1118, dem Dacia Logan oder der Basisversion des Fiat Seicento nur weniger Fahrzeuge für weniger als 10.000€ zu kaufen gibt, dann ist der Nano eine Kampfansage. Und so bereitet er vermutlich nicht nur dem Chef des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, Alpträume – wobei Pachauri seine Alpträume bereits öffentlich erklärt hat.

Statt die Diskussion jetzt ausschließlich auf Plagiatsvorwürfe und Sicherheitsstandards zu lenken, wie es die europäische Automobilindustrie gegenüber den Herstellern aus China macht, benötigt die europäische Automobilindustrie bei diesem Angriff eine ausgefeiltere Strategie. Denn der Gelsenkirchener Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass schon 2015 weltweit zehn Millionen Neuwagen zu Preisen von weniger als 10.000 Dollar (6800 Euro) verkauft werden könnten. Wobei seiner Meinung nach, davon etwa 3,5 Millionen Fahrzeuge zwischen 2000 bis 5000 Dollar (1360 bis 3400 Euro) zu kaufen sein werden.

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