Am vergangenen Wochenende wagten die Macher von OldtimerTrackdays.de am Salzburgring einen großen Schritt. Denn nach Jahren, in denen sie auf der schnellen Rennstrecke vor den Toren Salzburgs „nur“ Trackdays für klassische Automobile organisierten, öffneten sie das Fahrerlager erstmals für Publikum. Und trafen damit offenbar den Nerv der Szene.
Das Oldtimer Festival Salzburgring stand für ein Programm voller Vielfalt
Dabei stand zwar auch 2025 der traditionsreiche Salzburgring, berühmt für seine langen Geraden und packende Windschattenduelle, erneut im Mittelpunkt. Doch diesmal beschränkte sich das Geschehen nicht nur auf die Rennstrecke. Mit einer 220 Kilometer langen Zuverlässigkeitsfahrt für Old- und Youngtimer kam echte Alpenromantik ins Spiel.

Die Route führte am Samstag über die legendäre Großglockner-Hochalpenstraße. Sie bietet 48 kurvenreiche Kilometer, die Salzburg mit Kärnten verbinden und führt auf zwei Pässe hinauf. Dichter Nebel begleitete die Fahrer auf dem Weg nach oben, doch am Ende wartete der Lohn: strahlender Sonnenschein und ein Ausblick, der die Mühen sofort vergessen ließ. Im Ziel herrschte beste Stimmung, die Sieger-Medaillen wurden mit sichtlicher Freude entgegengenommen.
Fahrerlager als Schaufenster der Leidenschaft
Ein weiterer Publikumsmagnet war das Oldtimertreffen im Fahrerlager. Besonders am Sonntag platzte der Bereich sprichwörtlich aus allen Nähten. BMW-Fans kamen voll auf ihre Kosten. ZU sehen waren ein glänzender 840 CSI, jene unterschätzte Achtzylinder-Version des großen Coupés, sowie natürlich zahlreiche E30. Für einen Hauch Nostalgie sorgte ein seltenes Cabriolet der 02-Baureihe, das im Sonnenschein wie ein Gruß aus den Siebzigern wirkte.

Daneben glänzten klassische Mercedes-Limousinen, luftgekühlte Porsche – darunter ein früher 914 – sowie bullige US-Cars, deren V8-Sound das Fahrerlager erzittern ließ. Und mittendrin ein winziger Fiat 500 Topolino, der anschaulich zeigte, wie klein Automobile einmal waren. Zusammen ergab das ein Panorama, das fast so spannend war wie das Geschehen auf der Strecke selbst.
Vielfalt auf dem Salzburgring
Natürlich blieb auch die Rennstrecke der Herzschlag des Festivals. Die Starter traten in drei Klassen an – bis Baujahr 1975, bis 1990 sowie bis 2000. Der älteste Teilnehmer: ein Citroën 11 CV von 1934, der eindrucksvoll bewies, dass Automobilgeschichte auch im Renntempo lebendig bleibt. Ihm zur Seite ein eleganter Lotus 14 mit GfK-Karosserie, Sinnbild des britischen Leichtbaus, sowie ein seltener Mini Traveler, der zeigte, dass Praktikabilität und Motorsport-Charme sich nicht ausschließen.

Am anderen Ende des Zeitspektrums: Fahrzeuge wie der legendäre BMW M3, der erfolgreichste Tourenwagen der Geschichte, der seine Gene auf den langen Geraden voll ausspielen konnte. Mit dem Steyr-Puch 500 war zudem österreichische Ingenieurskunst vertreten – von Kennern oft als die bessere Version des Fiat 500 gefeiert, sorgte er mit seinem unverwechselbaren Brummen für begeisterte Gesichter am Streckenrand.
Motorsport pur: Die German Time Attack Masters
Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgten die German Time Attack Masters, die als Gäste starteten. Hier ging es weniger um Nostalgie, sondern um pure Geschwindigkeit. Ein Mitsubishi Evo 9, ein Lotus Exige R-GT und ein BMW-Coupé mit IMSA-Vergangenheit lieferten sich an der Spitze einen packenden Dreikampf um die Tagesbestzeit – moderner Motorsport mitten im Oldtimer-Festival.
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Alles zusammen ergab einen Auftakt mit Zukunft. Denn mit dieser Mischung aus Rennstrecken-Atmosphäre, touristischer Ausfahrt und Oldtimertreffen hat das Oldtimer Festival Salzburgring bei seiner Premiere ein Ausrufezeichen gesetzt. Schon jetzt hat es das Potenzial, sich als feste Größe im Kalender klassischer Veranstaltungen in Österreich zu etablieren.
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