Hans Heyer fuhr in seiner aktiven Laufbahn zu zahlreichen Titeln und Erfolgen. Trotzdem ist der Wegberger vielen Rennsportfans hauptsächlich wegen seines Saltos am Norisring und seinem Tirolerhut in Erinnerung geblieben. Wer mehr zur langen Karriere des Rennfahrers erfahren will, findet im Buch „Hans Heyer: Rennsport am Limit“ alles Wichtige.

Hans Heyer gehörte in den 1970er und 1980er-Jahren zu den besten und bekanntesten Tourenwagen-Piloten. Gleich dreimal konnte sich Heyer in der legendären Deutschen-Rennsport-Meisterschaft den Titel sichern. 1975 und 1976 mit einem von Zakspeed vorbereiteten Ford Escort. Vier Jahre später mit dem GS-Tuning eingesetzten Lancia Beta Montecarlo.

Das war – zumindest beim letzten Titel – die Zeit der Gruppe-5-Monster, als die Tourenwagen keine Grenzen kannten. In diese Zeit fällt auch sein Überschlag am Norisring. Heyer entstieg dabei seinem völlig zerstörten Lancia unverletzt. Nach ein paar Schrecksekunden kehrte der Rennfahrer seelenruhig an sein Auto zurück, um im Wrack nach seinem geliebten Tirolerhut zu suchen. Was für ein cooler Hund dachte ich mir, als ich damals in der Sportschau die Zusammenfassung des Rennens sah.

Zum Image des coolen Hunds passt auch eine andere Anekdote. Beim Großen Preis von Deutschland verpasste Heyer 1977 im von ATS eingesetzten Penske PC4 die Qualifikation. Und ging trotzdem an den Start. Heyer öffnete mit ein paar Helfern am Renntag eine Schranke und fuhr den Rennwagen einfach hinterher. Bis nach einigen Runde eine Schaltstange brach. Es blieb sein einziges Formel-1-Rennen.

Dafür wurde Heyer im Langstreckensport eine feste Größe, gehörte jahrelang zur Werksmannschaft von Lancia. Zusammen mit Teamkollegen wie Piercarlo Ghinzani, Riccardo Patrese (1981/82) oder Michele Alboreto (1983) sollte Heyer für die Italiener in Le Mans zum Erfolg fahren. Trickreich verzichtete Lancia darauf, einen Gruppe-C-Boliden auf die Räder zu stellen. Um ohne Benzinbegrenzung in Le Mans antreten zu können, entstand der Lancia LC1 nach dem Regeln der gerade auslaufenden Gruppe 6.

Doch egal, wie sich Heyer auch abmühte, in Le Mans fehlte dem Rennfahrer das Glück. Zwölfmal versuchte sich Heyer am Klassiker in Frankreich. Zwölfmal fiel Heyer mit technischen Problemen aus. Besser lief es im Kart. Bis heute gilt Heyer als erfolgreichster deutscher Kart-Sportler. In den 1960er-Jahren gewann Heyer zwei Vizeweltmeister-Titel, vier Europameister-Titel. Dazu zieren auch zahlreiche deutsche und niederländische Meistertitel seine Vita.

Alles zusammen eine Menge Stoff für eine umfangreiche Biografie.

Hans Heyer schrieb während seiner Karriere zahlreiche Notizen, um das Erlebte zu dokumentieren. Ein Schatz, den die Autoren Michael Behrndt und Uwe Mahla für ihr Werk sichten konnten. Zur Bebilderung griffen die Autoren auf teilweise bisher unveröffentlichtes Bildmaterial von Ferdi Kräling zurück.

Zudem entlockten Sie Zeitzeugen und Wegbegleiter des Rennfahrers wichtige Erinnerungen. In diesen Wortbeiträgen gewähren Erich Zakowski, Hans-Werner Aufrecht, Domingos Piedade, Hans-Joachim Stuck und Yörn Pugmeister ihre Sicht auf den Menschen und Motorsportler Hans Heyer. Alles zusammen macht „Hans Heyer: Rennsport am Limit“ zu einem echten Highlight, das Motorsport-Freunde sich nicht entgehen lassen sollten.

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