Der nächste Morgen verspricht wieder perfektes Wetter. Wir machen uns also zeitig auf zur Halde Norddeutschland, die ganz am westlichen Ende des Ruhrgebiets liegt. Ich kutschiere den Defender auf die Autobahn in Richtung Moers. Sechs Gänge, dachte ich, das spart sicher Sprit. Tatsächlich läuft er bei um die 2.000 Touren im sechsten Gang sehr ruhig und ein bisschen wie ein großes Dampfschiff. Nothings gonna stop me! Über zwei Tonnen sind dann zügig unterwegs. Enstprechend groß halte ich die Sicherheitsabstände.

Nur etwa eine halbe Stunde rollen wir gemütlich bis das Hallenhaus in der Ferne zu sehen ist. Das ist Sinn, Zweck und das Schöne an den mittlerweile 28 Halden und Landmarken. Egal ob morgens im Stau auf der A42 oder abends in einer Baustelle auf der A40, eine der hoch oben gelegenen Skulpturen hat man eigentlich immer im Blick.

Kein Weg für Flundern

Der Weg hoch zum Hallenhaus ist deutlich enger, als der zum Tetraeder. Außerdem ist er gespickt mit tiefen Ablaufrinnen, die jedem normalen Auto echte Schwierigkeiten gemacht hätten. Von tiefgelegten Flundern rede ich mal gar nicht. Ich nehme den ersten Gang sowie die Füße von Gas und Kupplung und wir ziehen uns ganz entspannt nach oben.


Halde Norddeutschland
Geldernsche Straße
47506 Neukirchen-Vluyn

51°28’11.0″N 6°34’02.6″E

Dabei fühle ich mich, als führe ich in einer schön restaurierten Altbauwohnung spazieren. Sie ist ein bisschen altmodisch, aber sonnendurchflutet. Die Küche ist riesig, dafür ist das Gästeklo ein endloser Schlauch, in dem man Rollschuhlaufen könnte. Sie hat ihre Macken, aber platzt vor Charme und Charakter aus allen Nähten. Und jetzt mal ehrlich, wer setzt denn heute noch ein Auto dieser Kategorie aus 8953 Teilen weitgehend per Hand zusammen? Das ist so wie 4,00 Meter hohe Decken kombiniert mit sehr schönen, originalen aber energetisch fragwürdigen Sprossenfenstern. Schick eben, aber unvernünftig.

Tja und oben? Wieder unvernünftig viel Sonne! Wer glaubt uns denn, dass das im Ruhrgebiet ist? Diese Halde ist mit ihrem sich über 81 Hektar erstreckenden Plateau die größte von allen. Man erreichte es wahlweise über befestigte Serpentinen oder über die 359 Stufen der Himmelstreppe, die schnurgerade 52 Höhenmeter überwindet. Die hätte wohl nicht einmal unsere rollende Altbauwohnung geschafft, geschweige denn wir zu Fuß. Wir halten schließlich ganz hinten am Hallenhaus und befreien die Hunde aus ihrer Box. Raus aus dem Wagen, rauf auf die Wiese. Für Whippets gibt es wohl kaum bessere Flitzewiesen.

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