Škoda 110 R Reboot – Wie ein Klassiker elektrisch weiterlebt

Škoda feiert 130 Jahre Unternehmensgeschichte – und blickt dabei immer wieder auf die eigenen Klassiker. Nach dem Motorrad Slavia B interpretiert die Marke nun auch ihr legendäres 110 R Coupé neu. Der 110 R Reboot zeigt, wie Vergangenheit und Zukunft bei Škoda zusammenfinden – vollelektrisch, elegant und überraschend modern.

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Der Škoda 110 R Reboot interpretiert das Sportcoupé der 1970er-Jahre neu
130 Jahre Škoda: Der neue 110 R Reboot zeigt, wie die Marke ihre Designgeschichte ins Elektrozeitalter überführt – elegant, klar und zukunftsweisend. (Foto: Škoda Auto)

Škoda feiert 2025 sein 130-jähriges Bestehen. Dazu blicken die Tschechen mit Kreativität und technischem Anspruch regelmäßig auf die eigene Historie zurück. Dabei lassen die Designer der Marke das ganze Jahr über klassische Modelle in neuem Licht erscheinen. So präsentierte Škoda im Mai mit der Slavia B eine moderne Hommage an das Motorrad, das 1901 das erste motorisierte Fahrzeug der späteren Automarke war. Jetzt folgt mit dem Škoda 110 R eine weitere Studie, die Geschichte und Zukunft miteinander verbindet. Denn das Coupé galt in den 1970er-Jahren als Sinnbild tschechischer Sportlichkeit.

Richard Švec entwarf den Škoda 110 R Reboot

Kein Wunder, dass das Designteam um Richard Švec es jetzt als vollelektrisches Konzeptfahrzeug neu interpretierte. Švec arbeitet im digitalen Modellierungsteam von Škoda Auto und beschäftigte sich dort intensiv mit der Formensprache des Klassikers. Herausgekommen ist jedoch keine Retro-Kopie, sondern eine zeitgemäße, fast puristische Vision des kompakten Sportcoupés. Die interessiert mich auch deshalb, weil ich selbst vor einigen Jahren mit einem originalen 110 R bei der Histo Monte, der historischen Rallye Monte Carlo, am Start war.

Designer Richard Švec

Designer Richard Švec mit dem Vorbild (Foto: Škoda Auto)

Schon damals war spürbar, wie viel Fahrfreude in dem leichten Hecktriebler steckt. Das neue Konzeptfahrzeug greift diesen Charakter auf. Die Neuinterpretation des von 1970 bis 1980 in Kvasiny gebauten Coupés entstand zunächst am Computer. Das vollelektrische Coupé behält den Hinterradantrieb bei und zitiert den 130 RS, den wohl berühmtesten Rennableger des 110 R, mit Details wie ausgestellten Kotflügeln, sichtbarem Überrollkäfig und Zentralverschlüssen an den Rädern.

Der 110 R Reboot zeigt, wohin Škoda will

Statt eines Kühlergrills trägt die Front nun ein schwarzes Paneel, in dem Sensoren und LED-Tagfahrleuchten integriert sind. Digitale Außenspiegel und verdeckte Scheinwerfer verbessern die Aerodynamik. Im Heck leuchtet das Markenlogo selbstbewusst, dazu zieht sich, wie das bei vielen aktuellen Fahrzeugen üblich ist, eine feine Lichtsignatur über die gesamte Breite. Insgesamt wirkt das Konzept ruhig, klar und fast skulptural. Dieser Ansatz soll unterstreichen, dass Škoda seine aktuelle neue Designlinie auf Reduktion und Präzision ausrichtet.

Frontansicht des Škoda 110 R Reboot

Frontansicht des Škoda 110 R Reboot – Die Studie will mehr als nur ein Retromodell sein. Das ist, wie wir finden, durchaus gelungen. (Foto: Škoda Auto)

Für Švec war das Ziel, den Geist des 110 R in die Gegenwart zu übertragen, ohne nostalgisch zu wirken. Das Ergebnis glänzt daher bei allen Anleihen am historischen Vorbild auch mit einer gewissen Eigenständigkeit. Das kompakte und sportliche Elektroauto soll auch zeigen, wohin Škoda gestalterisch will. Wie schon die Slavia B und die Neuinterpretation des Škoda Favorit ist auch der neue 110 R vorerst nur eine Designstudie. Eine Serienfertigung ist nicht geplant. Doch die Idee, Geschichte und Moderne in Einklang zu bringen, sorgt dafür, dass 130 Jahre Automobilgeschichte nicht im Museum, sondern in der Gegenwart weiterleben.


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